Kombi-Konten: Neue Konkurrenz für Tages- und Festgeldkonten

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Kombi-Konten bieten die Flexibilität von Tagesgeldkonten und gleichzeitig den Renditevorsprung von Festgeldkonten. Bei drei Jahren Laufzeit winken derzeit bis zu 3,8 Prozent Zinsen p.a. Ein Teil des Analgekapitals ist jederzeit verfügbar. Das Marktangebot an Kombi-Konten ist bislang aber überschaubar.

Besonders in turbulenten Börsenzeiten wie diesen setzen die privaten Sparer bei ihrer Anlage auf Risikominimierung. Vorzugsweise werden Gelder auf Tages- und Festgeldkonten geparkt. Laut einer aktuellen Emnid-Studie der Postbank legt mittlerweile mehr als jeder vierte Deutsche einen Teil seiner Ersparnisse auf ein Tagesgeldkonto.

Über 16 Prozent der Deutschen haben Gelder auf Festgeldkonten angelegt. Beides sichere Geldanlagen, die ohne Risiko beim richtigen Anbieter brauchbare Zinsen einbringen. Die Volkswagen Bank z.B. zahlt zurzeit für ihr Tagesgeld 2,5 Prozent Zinsen p.a. Keine schlechte Sparstrategie in diesen Zeiten.

Das Manko der beiden Anlagevarianten: Beim Tagesgeld ist das Ersparte zwar täglich verfügbar, die Zinsen sind jedoch oft niedriger als bei einem Festgeldkonto.

Der Nachteil der oft attraktiveren Festgeldzinsen: Die Anleger kommen während der gesamten Zeit nicht an ihr Geld. Einen Ausweg aus dieser Zwickmühle sollen die inzwischen von einzelnen Banken angebotenen Kombi-Konten bieten.

Kombi-Konten vereinen das Beste aus beiden Welten. Bei drei Jahren Laufzeit winken bis zu 3,8 Prozent Zinsen p.a. Der Markt ist bislang aber überschaubar.

Kombi-Konten der NIBC Direkt und der VTB Direktbank

Das Grundprinzip ist einfach: Die Bank bietet einen attraktiven Festgeldzins für das komplette Guthaben, räumt den Sparern aber die Option ein, jederzeit über einen Teil des Anlagebetrags zu verfügen. Beim "VTB Direktbank Duo" der VTB Direktbank (www.vtbdirekt.de) macht der Tagesgeld-Anteil 20 Prozent aus. Wer z.B. 30.000 Euro anlegt, kann also jederzeit bis zu 6.000 Euro von seinem Kombi-Konto abheben. Verzinst wird die gesamte Einlage zu Festgeldkonditionen zwischen 2,9 Prozent für 12 Monate, 3,0 Prozent p.a. für 24 Monate und 3,8 Prozent p.a. für 36 Monate Laufzeit.

Bei der NIBC Direkt (www.nibcdirekt.de) sind die Konditionen schlechter. Als Ausgleich dafür ist das "Kombigeld" genannte Angebot noch flexibler: Bei der Laufzeit des Kontos kann zwischen minimal zwei Jahren Laufzeit und maximal zehn Jahren Laufzeit gewählt werden. Bei drei Jahren zahlt die niederländische Bank 3,25 Prozent p.a. Zinsen. Bei fünf Jahren sind es 3,5 Prozent p.a. Die Mindestanlage beträgt 5.000 Euro. Die Hälfte der geleisteten Einlage ist jederzeit verfügbar - und wird ebenfalls wie Festgeld verzinst.

Das VTB Duo und das NIBC Direkt-Kombigeld sind die ersten Anlageprodukte dieser Art. Sehr wahrscheinlich werden bald weitere Banken mit Angeboten auf dem Markt auftauchen und die Konkurrenzsituation verschärfen. Dem zinsbewussten Sparer kann dies nur recht sein. Kombi-Konten sind für Anleger interessant, die zum einen ordentliche Zinsen wollen, zum anderen aber nicht sicher sind, ob sie auch längerfristig auf das Geld verzichten können.

Die Schuldenkrise sorgt jedoch auch hier für Unsicherheit. Beide Banken haben ihren Sitz im Ausland: die VTB in Österreich, die NIBC in den Niederlanden. Die zusätzliche Einlagensicherung der deutschen Banken greift hier also nicht. Bis zu 100.000 Euro pro Konto sind aber durch die gesetzliche Einlagensicherung der jeweiligen EU-Staaten garantiert.

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