Knapp 11000 Euro Schadensersatz wegen Altersdiskriminierung

 - 

Wer wegen seines Alters bei der Stellensuche benachteiligt wird, kann dagegen Klagen. Legt er genügend Beweise vor, springt oft eine Abfindung heraus.

"Zu alt, geb. 61" – dieser gelbe Zettel klebte auf der Bewerbungsmappe, die eine 49-jährige Rechtsanwaltsfachangestellte aus Heidelberg vom dortigen Uniklinikum zusammen mit einem Absageschreiben zurückerhielt.

Sie erhob daraufhin eine Klage, indem sie eine Entschädigung wegen Altersdiskriminierung geltend machte. In einem Vergleich einigten sich die Parteien vor dem Arbeitsgericht Mannheim auf eine Zahlung von 10.870 Euro (Az. 5 Ca 266/10).

In der Vergleichssumme, auf die sich die Parteien einigten, sind vier Monatsgehälter enthalten und sechs Monate "Lohnausgleich" für die Verdienstdifferenz zwischen dem Lohn, den die Betroffene nun an der Arbeitsstelle erhält, die sie gefunden hat, und dem Lohn am Uniklinikum.

Der Nachweis der Altersdiskriminierung dürfte nicht immer so einfach sein wie im Heidelberger Fall. Generell gilt aber: Wenn Stellenbewerber wegen ihres Alters abgelehnt werden, können sie dafür eine Entschädigung fordern. Sie müssen aber Indizien für die Altersdiskriminierung beibringen – etwa Notizen auf der Bewerbungsmappe oder eine Stellenausschreibung, die darauf hindeutet, dass ein junger Mitarbeiter gesucht wird.

Tipp
Weitere Informationen gibt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes montags bis freitags von 9-12 und 13-15 Uhr unter: 03018 555-1865.

Weitere News zum Thema

  • Wenns ums Erben geht: Arbeitsverhältnis nicht vergessen

    [] Mit dem Tode einer Person (Erbfall) geht deren Vermögen (Erbschaft) als Ganzes auf eine oder mehrere andere Personen (Erben) über. Wer das liest, wird beim Vermögen in erster Linie an Geldanlagen oder Immobilien denken. Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis hat man hierbei nicht im Blick. Zu Unrecht. mehr

  • Wie der Trauschein das Haushaltsbudget entlastet

    [] (verpd) Es gibt neben den emotionalen Gründen auch einige wirtschaftliche Vorteile, die für eine Eheschließung sprechen. Neben den staatlich eingeräumten Vergünstigungen bei der Einkommen-, Schenkungs und Erbschaftsteuer profitieren Ehepaare finanziell auch bei der gesetzlichen Sozialabsicherung sowie bei den privaten Versicherungen. mehr

  • Über 400 Wohnungseinbrüche pro Tag

    [] (verpd) Insgesamt ist die Anzahl der Wohnungseinbrüche im letzten Jahr um fast zehn Prozent gegenüber 2015 gesunken, wie aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht. Dennoch erreichte die Zahl der Delikte in 2016 immer noch den dritthöchsten Wert innerhalb der letzten zehn Jahre. Dass das Einbruchsrisiko nicht überall in Deutschland gleich hoch ist, zeigen die unterschiedlichen Einbruchraten je 100.000 Einwohner der Bundesländer. mehr

  • Wie es um die Zahlungsmoral von Firmenkunden steht

    [] (verpd) Die eher ungewisse politische Entwicklung Europas könnte zahlreiche Unternehmensinsolvenzen auslösen. Das geht aus dem kürzlich erschienenen Zahlungsmoralbarometer eines Kreditversicherers hervor. Erfreulich ist jedoch, dass aktuell trotz häufigem Zahlungsverzug nur ein Bruchteil aller gestellten Rechnungen nicht beglichen wird. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.