Jobverlust: Urlaub trotz drohender Arbeitslosigkeit

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Darf die Firma während des Urlaubs kündigen? Leider ja, doch eine Kündigungsschutzklage ist auch nachträglich noch zuzulassen. Hier einige Tipps für den Fall der Fälle.

Leider schützt auch ein Urlaub nicht vor einer Kündigung. Ein Kündigungsschreiben des Arbeitgebers kann einem Arbeitnehmer auch dann wirksam zugehen, wenn der Arbeitgeber die urlaubsbedingte Ortsabwesenheit des Arbeitnehmers kennt. Das befand das Bundesarbeitsgericht bereits am 25.8.1978.

Arbeitnehmer können dann allerdings nach dem Ende des Urlaubs noch mit rechtlichen Mitteln gegen die Kündigung vorgehen. Zwar dürfte dann häufig die Drei-Wochen-Frist, in der eine Kündigungsschutzklage erhoben werden kann, verstrichen sein. Die Betroffenen können jedoch eine nachträgliche Klagezulassung nach § 5 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) beantragen.

Das ist dann möglich, wenn ein Arbeitnehmer trotz Anwendung aller ihm nach Lage der Umstände zuzumutenden Sorgfalt daran gehindert ist, die Klage innerhalb von drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung zu erheben.

So urteilte das Landesarbeitsgericht Nürnberg am 23.8.2005 (Az. 6 Ta 136/05). Bei einer vorübergehenden Ortsabwesenheit von bis zu sechs Wochen kann ein Arbeitnehmer ein dadurch verursachtes Fristversäumnis noch nachträglich beheben.

Tipp
Selbst wenn der Job bedroht ist, kann man getrost eine bereits geplante Urlaubsreise, solange das Kündigungsschreiben noch nicht eingetroffen ist. Der Antrag auf eine nachträgliche Klagezulassung muss dann aber innerhalb von zwei Wochen nach Behebung des Hindernisses (hier: der Rückkehr aus den Ferien) gestellt werden. Das regelt § 5 Abs. 3 KSchG.

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