Höchstzulässiges Arbeitsalter: Auch Piloten dürfen (vielleicht) länger als bis 60 arbeiten

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Ob sich Flugpassagiere über dieses Urteil freuen, sei dahingestellt. Das BAG wich jedenfalls von seiner bisher festen Linie in Bezug auf Piloten ab. Auch bei Piloten sei nicht sicher, ob deren Arbeitsverträge auf das 60. Lebensjahr befristet werden dürften.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) fällte in drei Verfahren, in denen Piloten gegen die 60-Jahres-Grenze geklagt hatten, keine Entscheidung, sondern vertagte diese bis zu einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs.

Im Arbeitsrecht wird fein säuberlich zwischen Kündigung eines Vertrages und dessen Befristung unterschieden. Eine altersbedingte Kündigung ist generell nicht erlaubt, u.U. aber eine altersbedingte Befristung.

Hierzu gibt es schon eine Reihe von Urteilen des Bundesarbeitsgerichts. Die obersten Arbeitsrichter haben bislang entschieden, dass eine Begrenzung auf einen Zeitpunkt vor Erreichen des 65. Lebensjahrs u.a. dann rechtens ist, wenn es – was etwa bei Piloten der Fall sein kann – gefährlich ist, den Job noch als Älterer auszuüben.

Die "Betriebsordnung für Luftfahrtgerät" bestimmt, dass die verantwortliche Fluggesellschaft "für jeden Flug den verantwortlichen Luftfahrzeugführer und die Flugbesatzung zu bestimmen (hat). Mitglieder der Flugbesatzung mit einem Alter über 60 Jahre sollen nicht eingesetzt werden." Unter Hinweis auf diese Bestimmung hat es das BAG bislang nicht moniert, dass Arbeitsverträge für Piloten auf das 60. Lebensjahr befristet werden (Az. 7 AZR 748/00).

Diese Position wird nun – wohl auch im Zusammenhang mit dem generellen Trend zur Verlängerung der Lebensarbeitszeit – brüchig (Az. 7 AZR 946/07 und 7 AZR 480/08).

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