Haushaltshilfen: Per Haushaltsscheck in die Legalität

 - 

Familien und Singles können ihre Haushaltshilfen seit knapp zwölf Jahren per Haushaltsscheck anmelden. Die Zahl der offiziell registrierten privaten Minijobber hat sich seitdem mehr als versechsfacht. Doch noch immer sind die meisten Haushaltshilfen schwarz beschäftigt. Dabei ist die Anmeldung simpel und lohnt sich.

Haushaltsscheck besorgen

Minijobber in Privathaushalten werden per Haushaltsscheck bei der Minijob-Zentrale angemeldet. Den Scheck kann man per Internet unter haushaltsscheck.de herunterladen oder per Post bei der Minijob-Zentrale, 45115 Essen bestellen. Auf dem Scheck werden Angaben zu Arbeitgeber und Arbeitnehmer verlangt (Name, Adresse etc.). Der Arbeitgeber muss seine Steuernummer angeben, der Arbeitnehmer seine Sozialversicherungsnummer. Falls eine Haushaltshilfe noch keine Sozialversicherungsnummer hat, gilt: Einfach Geburtsdatum, Geschlecht, Geburtsort und Geburtsnamen des Beschäftigten eintragen. Genauso unkompliziert wird das Betriebsnummer-Problem gelöst. Privathaushalte haben eine solche Nummer in aller Regel noch nicht. Daher kann man dieses Feld im Haushaltsscheck einfach freilassen. Die Minijobzentrale besorgt dann eine Betriebsnummer.

Ferner muss auf dem Haushaltsscheck die Gehaltshöhe eingetragen werden. Jeder beliebige Betrag bis zu 450,00 € pro Monat ist möglich. Beide Seiten unterschreiben den Scheck – dieser geht an die Minijob-Zentrale. Fertig. Mit weiterem Papierkram haben die Haushalte nichts zu tun.

Die Zentrale fragt auch nicht nach, ob eine Hilfe schon vor der Anmeldung schwarz beschäftigt war. Wer seine Perle schon länger unangemeldet in Diensten hat, braucht also keine Nachforderungen zu befürchten.

Automatische Abbuchung

Wer eine Minijobberin offiziell in seinem Privathaushalt einstellt, bei dem zieht die Minijob-Zentrale 14,9 % an Abgaben ein.

Beispiel:

Verdient eine Jobberin monatlich 300,00 €, fallen pro Monat (14,9 % × 300,00 € =) 44,70 € an Abgaben an – aufs ganze Jahr gesehen sind das 536,40 €. Darin enthalten sind Steuern, Sozialversicherung und die sogenannten Umlagen U1 und U2 für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bei Schwangerschaft sowie der Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung. Die Abgaben zieht die Mini-Job-Zentrale in zwei Raten pro Jahr ein – zum 15. Januar und zum 15. Juli.

Steuerersparnis

Die Ausgaben für den privaten Minijob können Privatpersonen später bei der Steuererklärung geltend machen. Das Finanzamt zahlt dem Arbeitgeber jährlich bis zu 510,00 € zurück – höchstens aber 20 % der Ausgaben. Im Beispielfall könnte der Maximalbetrag von 510,00 € erstattet werden. Damit würde die Legalisierung des Minijobs hier pro Jahr unterm Strich lediglich 26,40 € kosten. Wenig Geld für ein gutes Gewissen.

Wer den legalen Weg geht, muss keine Angst mehr vor einer immer mal wieder passierenden Anschwärzung durch missgünstige Nachbarn haben. Wer seine Haushaltshilfe nicht anmeldet, begeht schließlich eine Ordnungswidrigkeit. Dafür drohen Geldbußen – bis zu 5.000,00 €.

Versicherungsschutz

Noch wichtiger ist allerdings der Unfallversicherungsschutz. Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt – etwa wenn eine Haushaltshilfe von der Leiter fällt – die Behandlung, zahlt Verletztengeld und gegebenenfalls auch eine Unfallrente, wenn der Unfall bleibende Schäden zur Folge hat. Der Versicherungsschutz über die Minijob-Zentrale greift übrigens auch bei normalen Krankheiten. Privathaushalten werden 80 % des in der Krankheitszeit gezahlten Lohns über die Arbeitgeberversicherung (U1) von der Minijob-Zentrale erstattet.

Minijob im Haushalt – was geht?

Minijobber können in Privathaushalten alle haushaltsnahen Tätigkeiten verrichten. Dazu gehört unter anderem Gartenpflege, Kochen, die Pflege, Versorgung und Betreuung von kranken, alten und pflegebedürftigen Menschen und Kindern (auch Hilfe bei den Hausaufgaben). Auch die Versorgung von Haustieren und Housekeeping (in den Ferien) kann über das Haushaltsscheckverfahren angemeldet werden.

Eine Haushaltshilfe können Sie über die kostenlose Haushaltsjob-Börse der Minijob-Zentrale finden. Und wenn Sie einen Haushaltsjob suchen, können Sie sich hier als jobsuchend registrieren lassen – unter: haushaltsjob-boerse.de.

Weitere News zum Thema

  • Was bei der Urlaubsplanung für 2018 wichtig ist

    [] Im Jahr 2018 gibt es wieder zahlreiche Feiertage, die kombiniert mit einem Urlaubstag mehr als zwei freie Tage ergeben. Doch ein Arbeitnehmer kann nicht ohne Zustimmung seines Arbeitgebers und unter Umständen seiner Kollegen alle Urlaubstage alleine festlegen. mehr

  • Wenn das Weihnachtsgeld halbiert werden soll

    [] (verpd) Wird ein Weihnachtsgeld vereinbarungsgemäß in zwei gleich hohen Raten gezahlt, so kann die kommentarlose Zahlung der ersten Rate einen Arbeitgeber dazu verpflichten, auch die zweite Rate fristgerecht auszuzahlen. Das gilt selbst dann, wenn die Zahlung im Arbeitsvertrag als freiwillige Leistung deklariert wurde, so das Landesarbeitsgericht Hamburg in einem veröffentlichten Urteil (Az. 8 Sa 43/15). mehr

  • Ärger wegen Vorgaben zur Sauberkeit am Arbeitsplatz

    [] (verpd) Will ein Arbeitgeber eine bestimmte Ordnung an den Arbeitsplätzen des Betriebes durchsetzen, so muss er unter bestimmten Voraussetzungen den Betriebsrat um Zustimmung bitten. Das hat das Arbeitsgericht Würzburg entschieden (Az. 12 BV 25/15). mehr

  • So lassen sich finanzielle Schwierigkeiten vermeiden

    [] (verpd) Wer mit seinem Vermögen und monatlichen Einkommen über einen längeren Zeitraum trotz Reduzierung des Lebensstandards seine Lebenshaltungskosten und finanziellen Verpflichtungen nicht begleichen kann, der gilt als überschuldet. Es gibt jedoch Möglichkeiten, wie man in guten Zeiten dafür vorsorgen kann, damit die Finanzen in Krisensituationen nicht außer Kontrolle geraten. mehr

  • Rechte und Pflichten im Praktikum

    [] (verpd) Ein Praktikum kann bei der Suche nach dem passenden Beruf hilfreich sein. In manchen Schulen und Studiengängen gibt es aber auch Pflichtpraktika, damit Schüler oder Studenten neben der Theorie auch praktische Kenntnisse erwerben. Was Arbeitgeber und angehende Praktikanten über dieses besondere Arbeitsverhältnis wissen sollten, zeigen diverse Broschüren und Webportale von offiziellen Institutionen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.