Hauptursachen, die zu einer Überschuldung führen

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(verpd) Es gibt viele Gründe, warum Privatpersonen in eine Schuldenfalle geraten können. Wie eine aktuelle Überschuldensstatistik des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigt, ist jedoch nur rund jeder Zehnte aufgrund eines zu teuren Lebensstils beziehungsweise einer unwirtschaftlichen Haushaltsführung selbst an seiner Finanzmisere schuld.

Vor Kurzem hat das Statistische Bundesamt (Destatis) die aktuelle Überschuldensstatistik, eine jährlich durchgeführte Erhebung bei den Schuldnerberatungs-Stellen, deren Träger zum Beispiel Verbraucher- und Wohlfahrtsverbände oder Kommunen sind, veröffentlicht.

Demnach haben sich letztes Jahr rund 647.000 Personen, davon rund 52,5 Prozent Männer und 47,5 Prozent Frauen, wegen eines Schuldenproblems bei einer von den rund 1.400 in Deutschland bestehenden Schuldenberatungs-Stellen beraten lassen. Die durchschnittliche Schuldenhöhe pro Schuldner lag 2015 bei fast 34.400 Euro.

Besonders betroffen: Alleinstehende und Alleinerziehende

Mehr als 48 Prozent der Schuldner waren Alleinstehende beziehungsweise lebten in einem Ein-Personen-Haushalt. Fast 23 Prozent kamen aus einem Haushalt mit zwei Personen, bei nicht ganz 14 Prozent waren es drei Personen, bei über neun Prozent vier Personen und bei sechs Prozent fünf oder mehr Personen pro Haushalt.

Das heißt, Alleinlebende hatten ein höheres Überschuldungsrisiko als Personen in einem Mehrpersonenhaushalt. Im Detail waren fast 30 Prozent der Schuldner, die sich beraten ließen, allein lebende Männer und damit die größte Personengruppe. Danach folgen mit knapp 18 Prozent allein lebende Frauen und mit rund 14 Prozent alleinerziehende Frauen mit einem oder mehreren Kindern.

Zur Analyse, welche Hauptauslöser zu einer Überschuldung führen, betont Dieter Sarreither, Präsident des Statistischen Bundesamtes: „Es fällt auf, dass in der Regel unplanbare und gravierende Änderungen der Lebensumstände als Hauptauslöser genannt werden, die außerhalb der unmittelbaren Kontrolle der Überschuldeten liegen.“

Hauptrisiken für finanzielle Probleme

Im Detail ist eine eingetretene Arbeitslosigkeit der häufigste Grund für finanzielle Schwierigkeiten. Dies traf 2015 auf rund jeden Fünften, also auf 20 Prozent der Schuldner zu. Bei fast 14 Prozent trat eine Überschuldung aufgrund einer Erkrankung (auch einer Suchterkrankung) oder eines Unfalles auf. Rund 13 Prozent hatten wegen einer Trennung, einer Scheidung oder des Todes des Partners dauerhaft mehr Ausgaben als Einnahmen.

Eine unwirtschaftliche Haushaltsführung, also wenn der Lebensstil und der Kauf von Konsumgütern nicht dem Einkommen angemessen ist, führte dagegen „nur“ bei rund neun Prozent in die Schuldenmisere.

Weitere Gründe, die zu einer Überschuldung führten, waren eine gescheiterte Selbstständigkeit (acht Prozent) sowie eine gescheiterte Immobilienfinanzierung (fast drei Prozent). Bei drei Prozent kam es zu den Schulden, weil sie längere Zeit ein niedriges Einkommen hatten. Jeweils zwei Prozent gaben an, wegen übernommenen Bürgschaften und Mithaftungen oder wegen einer Haushaltsgründung beziehungsweise Geburt eines Kindes in die Schuldenfalle geraten zu sein.

Persönlicher Schutz vor dem finanziellen Abstieg

Wem das monatliche Einkommen nicht ausreicht, um die anfallenden Lebenshaltungskosten und finanziellen Verpflichtungen zu bezahlen, kann sich auf der Webseite der Bundesarbeits-Gemeinschaft Schuldnerberatung e.V. informieren. Neben diversen Hintergrund-Informationen, Checklisten, Musterbriefen und Vordrucken finden Interessierte hier einen Onlineberatungsdienst sowie Adressen zu seriösen landesweiten Schuldner-Beratungsstellen, die eine kostenlose Beratung anbieten. Entsprechende Anlaufstellen können auch über das Sozialamt erfragt werden.

Um gar nicht erst in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen, ist es sinnvoll, die wichtigsten Risiken, die zu einer Überschuldung führen können, bereits im Voraus abzusichern. Entsprechende Lösungen für eine finanzielle Absicherung, um beispielsweise Einkommensverluste nach einem schweren Unfall, bei einer lang andauernden Krankheit oder im Todesfall des Hauptverdieners zu vermeiden, bietet die private Versicherungswirtschaft an.

Des Weiteren bieten private Versicherer Möglichkeiten, teils sogar mit staatlicher Unterstützung, Geld für unvorhergesehene Ereignisse, für bestimmte Ziele oder auch für das Alter anzusparen. Ein Beratungsgespräch mit einem Versicherungsfachmann hilft bei der Suche nach der individuell passenden Vorsorgelösung.

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