Geschenkgutscheine: Auf die Verfallsfrist achten

 - 

Zu Weihnachten findet der eine oder andere einen Geschenkgutschein unter dem Tannenbaum – oder in der Schublade die uneingelösten Gutscheine vom Vorjahr. Wie lange sind diese überhaupt gültig?

Ehe Socken unter den Weihnachtsbaum kommen, ist dann vielleicht doch ein Geschenkgutschein die bessere Lösung. Internetanbieter, Kaufhäuser und Händler von Elektroartikeln bieten sie an.

Eine amerikanische Untersuchung ergab, dass ein gutes Viertel der Gutscheine nicht eingelöst werden. In Deutschland wird es nicht viel anders sein. Streit gibt es immer wieder über die Frage, wann die Gutscheine eigentlich verfallen.

Für den Fall, dass auf dem Gutschein kein Verfallsdatum steht, gilt die regelmäßige Verjährungsfrist des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Dort heißt es in § 195 lapidar: „Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre.“ Diese Regelung gibt es seit 2002. Vorher galt eine regelmäßige Verjährungsfrist von 30 Jahren.

Oft sind aber im „Kleingedruckten“ der Gutscheine kürzere Fristen vorgesehen. So hatte der Internetanbieter www.amazon.de die Gültigkeit seiner Gutscheine bis Ende 2007 in Deutschland auf ein Jahr begrenzt. Die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Internethändlers bestimmten damals: „Gutscheine sind generell ein Jahr ab Ausstellungsdatum gültig.“ Und „Restguthaben werden bis zum Verfallsdatum des Gutscheins Ihrem Geschenkgutschein-Konto gutgeschrieben. Danach können sie nicht mehr verwendet werden“.

So geht es aber nicht, befand das Oberlandesgericht München am 17.1.2008 (Az. 29 U 3193/07). Im gesetzlichen Leitbild sei eine dreijährige Verfallsfrist vorgesehen, davon könne – wie im Falle von Amazon – nur dann abgewichen werden, wenn hierfür wichtige Gründe angeführt werden könnten. Das sei hier aber nicht der Fall. Das Gericht konnte dabei darauf verweisen, dass Amazon zum Zeitpunkt des Urteils in den USA mit einer zweijährigen Verjährungsfrist arbeitete.

Nach dem Urteil änderte Amazon das Kleingedruckte seiner Gutscheine und geht nun – durchaus verbraucherfreundlich – von einer dreijährigen Verfallsfrist aus. Generell ist allerdings nicht entschieden, ob eine Verfallsklausel, die etwa zwei Jahre beträgt, ebenfalls (un-)zulässig wäre. Das kommt ganz auf die Gründe an, die eine Firma hierfür anführen kann.

Nicht entschieden hat das Oberlandesgericht München über einen anderen möglichen Streitpunkt: Die teilweise Gutscheineinlösung, die natürlich oft einen erheblichen Verwaltungsaufwand für den Anbieter mit sich bringen kann. Wer hierauf Wert legt, sollte auf das Kleingedruckte des Gutscheinanbieters achten – wenn man nicht ohnehin auf den Gutschein verzichtet – und sich nach Weihnachten in Ruhe etwas Schönes aussucht.

Weitere News zum Thema

  • Gegen eine überhöhte Stromrechnung

    [] (verpd) Erhöht sich der Stromverbrauch eines Konsumenten ohne ersichtlichen Grund in erheblichem Umfang, so ist es Sache des Stromversorgers zu beweisen, dass kein Fehler bei der Abrechnung vorliegt. Das hat das Landgericht Magdeburg entschieden (Az. 11 O 405/16). mehr

  • Nicht jedes Geschenk gefällt

    [] (verpd) Wer als Schenker und Beschenkter Wert darauf legt, ein Geschenk auch nach Weihnachten umtauschen zu können, sollte auf bestimmte Kriterien achten. In Deutschland gibt es nämlich kein generelles Umtauschrecht für eine an sich fehlerfreie Ware. Eine neu gekaufte Ware kann rein rechtlich nur in bestimmten Fällen umgetauscht werden. Und selbst wenn ein Händler ein Umtauschrecht einräumt, ist dies meist nur für einen gewissen Zeitraum und unter bestimmten weiteren Bedingungen möglich. mehr

  • Damit Weihnachten und Silvester in guter Erinnerung bleiben

    [] (verpd) Gerade in der Weihnachtszeit und insbesondere auch an Silvester ist das Brand- und Verletzungsrisiko signifikant höher. Diverse Versicherungspolicen schützen zumindest vor den finanziellen Schäden, die durch solche Brände und Schadensereignisse verursacht werden können. mehr

  • Die größten Sorgen der Deutschen

    [] (verpd) Die Furcht vor einer schweren Krankheit führt das Sorgen-Ranking der Bundesbürger an. Dies zeigt eine Umfrage, die ein Marktforschungs-Institut im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) durchgeführt hat. Demnach sind die wirtschaftlichen Ängste zwar in den letzten Jahren insgesamt rückläufig, haben aber in der Altersgruppe der 30- und 59-Jährigen zum Teil deutlich zugenommen. mehr

  • Gericht entscheidet, ob Gewaltopfer glaubhaft erscheinen

    [] Nur das Gericht selbst und nicht ein von ihm gehörter aussagepsychologischer Sachverständiger entscheidet, ob Angaben eines Gewaltopfers zur Tat relativ wahrscheinlicher sind als die Annahme, das von ihm Geschilderte habe so nicht stattgefunden. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.