Geldwäsche: Testkäufer als Strohmänner missbraucht

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Wer sich als Mystery Shopper von der Firma Test System Technology dazu verleiten lässt, bei Western Union Geld in die Ukraine zu schicken, macht sich der fahrlässigen Geldwäsche strafbar.

Verbraucherschützer warnen vor einer Betrugsmasche, die immer mehr um sich greift. In harmlos klingenden Stellenanzeigen in seriösen Medien, wie z.B. der F.A.Z., wirbt derzeit die Firma Test System Technology GmbH mit Sitz in Zürich Testkäufer an, die angeblich im Auftrag renommierter Unternehmen den Service von deren Geschäftsstellen prüfen sollen.

Dazu bekommt der Testkäufer einen Werkvertrag als freiberuflicher Nebenjobber und den Auftrag, den Finanzdienstleister Western Union, der von fast allen Postfilialen aus Bargeld in alle Welt verschickt, zu testen. Angeblich soll herausgefunden werden, ob es stimmt, dass das Personal das Überweisungs-Limit nicht einhält und überhöhte Gebühren verlangt. Darüber soll der Testkäufer dann einen Bericht schreiben.

Der Testkäufer erhält einen hohen Betrag auf sein Girokonto überwiesen, der aus drei Teilen besteht: Der größte Teil ist das Geld, das an einen Empfänger in der Ukraine geschickt werden soll, den zweitgrößten Teil machen die Transfer-Gebühren aus und den kleinsten Teil kann der Testkäufer als Honorar behalten.

Woher das Geld stammt und wie es erworben wurde, weiß der Testkäufer zunächst nicht. Führt er jedoch diesen "Auftrag" aus, macht er sich der fahrlässigen bzw. leichtfertigen Geldwäsche strafbar. Denn das Geld stammt nach Erkenntnissen der Kriminalpolizei aus Diebstählen sowie Betrugs- und Erpressungs-Delikten.

Nach diesem oder einem ähnlichen Strickmuster gehen auch andere Betrüger vor.

Lassen Sie sich nicht auf dubiose Nebenjobs ein. Wie bei allen Finanzgeschäften gilt auch hier die Regel: Je höher das Gewinnversprechen, desto riskanter das Geschäft. Einer strafrechtlichen Bestrafung kann der unwissende Geldwäscher nur dann entgehen, wenn er sich selbst bei der Polizei anzeigt, bevor in der Sache gegen ihn ermittelt wird. Ob ein zivilrechtlicher Schadensersatzanspruch der durch den Betrug Geschädigten gegen den willfährigen Mittäter entsteht, hängt vom Einzelfall ab.

Lesen Sie zu diesem Thema auch unsere News "Das Ausleihen von Girokonten ist strafbar".

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