Gas – die unsichtbare Gefahr im Haus

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(verpd) Rund 19 Millionen Haushalte heizen in Deutschland mit Gas, das ist etwa die Hälfte aller deutschen Haushalte. Auch beim Kochen ist Gas ein beliebter Energieträger. Zwar ist das Erd- oder Stadtgas an sich völlig ungiftig, doch falls es versehentlich aus defekten Gasleitungen oder Gasgeräten ausströmt, besteht eine hohe Explosionsgefahr. Daher sollte jeder, der im Haushalt zum Heizen und/oder Kochen Gas verwendet, darauf schauen, dass die Gasanlagen sicher sind.

Nach Angaben des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) ist die Verwendung von Erdgas eine sichere Angelegenheit, wenn man einige wenige Grundregeln befolgt. Zum einen sollten Eigentümer und Mieter einmal pro Jahr die Sicherheit der Gasleitungen und Gasgeräte im Haus oder in der Wohnung überprüfen. Die Vorgehensweise einer solchen Überprüfung wird in den kostenlos herunterladbaren Checklisten Der Gasleitungs-Check, Der Gasgeräte-Check“ und Liste für den Jahrescheck des DVGW erklärt.

Zum anderen sollten alle Gasleitungen ab der Hauptabsperreinrichtung des Hausanschlusses spätestens alle zwölf Jahre von einem Fachbetrieb auf Dichtheit überprüft werden. Des Weiteren sind Probleme mit Gasgeräten und/oder Gasleitungen nur von einem Fachmann zu beheben.

Kontroll- und Wartungstermine beachten

Außerdem müssen gesetzlich vorgeschriebene Überprüfungstermine, die beispielsweise durch den Schornsteinfeger durchzuführen sind, eingehalten werden. Auch Vorgaben des jeweiligen Gasgeräteherstellers, beispielsweise für die Erhaltung der Gewährleistung und Garantie bei der Gastherme der Heizung und/oder dem Gasherd, gilt es zu beachten.

Verantwortlich für die vorgeschriebenen Kontrollen ist der jeweilige Benutzer beziehungsweise Haus- oder Wohnungsbesitzer. Wer sich nicht daran hält, geht zum einen ein erhöhtes Unfallrisiko ein und gefährdet zum anderen den Versicherungsschutz der Gebäude- und/oder der Hausratversicherung.

Werden zum Beispiel vorgeschriebene Wartungsarbeiten bewusst unterlassen oder Gasgeräte nicht vorschriftsmäßig betrieben, muss man bei einem Unfall damit rechnen, dass der Versicherer für den dadurch entstandenen Schaden wegen grober Fahrlässigkeit nicht vollständig aufkommen muss.

Gefährlicher Leichtsinn

Laut Experten werden die meisten Gasunfälle durch einen leichtsinnigen Umgang, eine mangelnde Wartung oder auch unsachgemäße Reparaturen gasbetriebener Geräte und Gasleitungen verursacht. Auf keinen Fall sollte man beispielsweise Gasleitungen, die Aufputz verlegt sind, als Kleiderständer oder Aufhängevorrichtung missbrauchen, da dadurch die Leitungen beschädigt beziehungsweise undicht werden könnten.

Gasgeräte wie Gasheizungsthermen, die nicht oder nur unzureichend gewartet werden, können durch Ruß verschmutzen, was die Verbrennung verschlechtert und den Gasverbrauch erhöht. Eine schlechte Verbrennung führt zudem zu mehr Rußbildung. Bei stark verschmutzten Geräten besteht dann das Risiko, dass das bei einer schlechten Verbrennung entstehende Kohlenmonoxid statt in den Rauchfang in den Raum geleitet wird und zu lebensgefährlichen Vergiftungen bei den Bewohnern führt.

Zu einem Kohlenmonoxidaustritt kann es auch durch eine zu geringe Luftzuführung, eine zu dichte Gebäudehülle sowie falsch dimensionierte Ventilatoren oder Dunstabzugshauben kommen. Denn dadurch kann ein Unterdruck im Raum oder Gebäude entstehen, der einen Luftmangel sowie einen Abgasaustritt verursachen könnte. Wer sicher sein möchte, dass nach einer Sanierung der Gebäudehülle oder sonstigen Änderung an der Heizung oder am Gebäude eine ausreichende Luftzuführung besteht, sollte vom Schornsteinfeger eine Messung durchführen lassen.

Was tun bei Gasgeruch

Um die Sicherheit bei der Gasnutzung zu erhöhen, wird dem eigentlich geruchlosen Stadt- und Erdgas ein Geruchsstoff beigemischt, damit man ausströmendes Gas riechen kann. Früher roch das Gas nach faulen Eiern, heute eher nach Lösungsmittel. Der VdS Schadenverhütung GmbH (VdS), ein Unternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., empfiehlt jedoch, sich nicht nur auf die eigene Nase zu verlassen, denn im Schlaf funktioniert beispielsweise der Geruchssinn eines Menschen kaum noch.

Mehr Sicherheit bietet die Installation von Gasmeldern in allen Räumen, in denen sich Gasleitungen und -geräte befinden. Diese erkennen ausströmendes Gas bereits in geringen Konzentrationen. Riecht es im Haus nach Gas oder schlägt der Gasmelder an, ist es wegen der erhöhten Explosionsgefahr unbedingt notwendig, offenes Feuer oder Funkenbildung zu vermeiden. Brennende Zigaretten oder Kerzen sind umgehend zu löschen. Feuerzeuge und Streichhölzer, aber auch Smartphones, Computer und Telefone dürfen nicht im Haus benutzt werden.

Zudem dürfen Lichtschalter, Haustürklingeln und elektrische Geräte nicht betätigt und auch keine Stecker aus der Steckdose gezogen werden. Wichtig ist es dann, Fenster und Türen weit zu öffnen und für Durchzug zu sorgen, um die Gaskonzentration im Raum zu senken sowie die Gaszufuhr abzustellen. Danach sollten Mitbewohner über die Gefahr informiert und das Gebäude verlassen werden. Erst außerhalb des Hauses sind dann umgehend die Feuerwehr und der Gasversorger beispielsweise per Mobiltelefon zu verständigen.

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