Für welche Jobs keine Sozialversicherungs-Abgaben anfallen

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(verpd) In den Ferien wollen sich viele Schüler und Studenten etwas dazuverdienen. In der Regel müssen sie für solche Tätigkeiten keine Sozialabgaben entrichten. Dies gilt aber auch für einige andere Jobs.

In der Regel werden einem normalen Arbeitnehmer rund 20 Prozent vom Lohn für Sozialabgaben, also für die gesetzliche Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung abgezogen. Es gibt aber auch bestimmte Beschäftigungs-Verhältnisse, die für den Arbeitnehmer sozialversicherungsfrei sind, das heißt, es werden keine Sozialabgaben vom Bruttolohn abgezogen.

Dies gilt zum einen für geringfügig entlohnte Beschäftigungen, aber auch für kurzfristige Tätigkeiten, beide werden als Minijobs bezeichnet.

450 €-Job

Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt vor, wenn der regelmäßige Verdienst auf das ganze Jahr gerechnet 450 € im Monat nicht überschreitet. Die Anzahl der dafür geleisteten Arbeitsstunden und -tage spielt keine Rolle.

Zwar sind seit dem 1.1.2013 geringfügig Beschäftigte, auch Minijobber genannt, generell rentenversicherungs-pflichtig, doch sie können sich mit einem Antrag von der gesetzlichen Rentenversicherungs-Pflicht befreien lassen. In diesem Fall müssen Minijobber weder für die gesetzliche Kranken-, Pflege- oder Arbeitslosen-Versicherung noch für die Rentenversicherung Beiträge entrichten.

Anders der Arbeitgeber: Er muss für einen 450 €-Minijobber unter anderem eine Pauschale für die gesetzliche Renten-, Unfall- und Krankenversicherung zahlen.

Zeitlich befristete Beschäftigung

Bei einer kurzfristigen Beschäftigung müssen Arbeitnehmer, aber auch Arbeitgeber keine Sozialabgaben entrichten. Kurzfristig heißt aktuell, der Beschäftigte darf insgesamt nicht mehr als drei Monate oder 70 Arbeitstage in einem Kalenderjahr arbeiten. Nach Angaben der Minijob-Zentrale ist von dem Drei-Monats-Zeitraum auszugehen, „wenn der Minijob an mindestens fünf Tagen in der Woche ausgeübt wird. Bei Beschäftigungen von regelmäßig weniger als fünf Tagen in der Woche ist auf den Zeitraum von 70 Arbeitstagen abzustellen“.

Grundsätzlich muss bei einer kurzfristigen Beschäftigung die zeitliche Begrenzung bereits von vornherein festgelegt sein, wie es beispielsweise oftmals bei Studenten oder Schülern der Fall ist, die nur während der Sommer- oder Semesterferien einem Ferienjob nachgehen.

Wichtig: Die Höhe des Verdienstes spielt bei der Bewertung, ob eine kurzfristige Beschäftigung vorliegt oder nicht, keine Rolle. Abweichend von der aktuellen Drei-Monats- beziehungsweise 70-Tage-Regel galt bis Ende 2014 und gilt ab 1.1.2019 als kurzfristig beschäftigt, wer maximal zwei Monate oder 50 Arbeitstage im Kalenderjahr tätig ist.

Mehrere Nebenjobs

Hat während eines Kalenderjahres ein Beschäftigter mehrere kurzfristige Jobs ausgeübt, werden diese zusammengerechnet. Wenn die genannte Zeitvorgabe überschritten wurde, muss der Beschäftigte unter Umständen auch Sozialversicherungs-Beiträge zahlen.

Dies gilt ebenso für denjenigen, der mehrere 450 €-Jobs in einem Kalenderjahr ausübt und deswegen die Verdienstgrenze von 450 € pro Monat überschreitet, oder wer neben einer Hauptbeschäftigung nicht nur einen, sondern mehrere geringfügig entlohnte Minijobs hat.

Das Einkommen aus einer kurzfristigen oder einer geringfügigen Beschäftigung ist grundsätzlich steuerpflichtig. Ausführliche Informationen zum Thema Minijob bietet der Internetauftritt der Minijob-Zentrale, die Fragen auch telefonisch unter der Telefonnummer 0355 290270799 beantwortet. Antworten auf die Frage, wann Ferien- und Nebenjobs rentenversicherungs-pflichtig sind oder nicht, gibt es im Webauftritt der Deutschen Rentenversicherung sowie unter der kostenlosen Service-Telefonnummer 0800 100048024.

Wichtiges für Studenten

Für Studenten gelten besondere Regeln. Auch wenn sie regelmäßig über 450 € im Monat verdienen beziehungsweise länger als drei Monate oder 70 Tage im Kalenderjahr tätig sind, müssen sie unter Umständen keine Sozialabgaben, mit Ausnahme des Rentenversicherungs-Beitrags, von ihrem Bruttolohn bezahlen.

Voraussetzung ist jedoch, dass das Studium Vorrang hat. Dies wird angenommen, wenn die Arbeitszeit maximal 20 Stunden pro Woche beträgt oder die Beschäftigung nur in den Semesterferien nicht mehr als 26 Wochen im Jahr ausgeübt wird.

Das Webportal des Deutschen Studentenwerks sowie die kostenlos herunterladbare Broschüre „Tipps für Studenten: Jobben und studieren“ der Deutschen Rentenversicherung enthält detaillierte Angaben, was Studenten beim Jobben beachten sollten.

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