Freibeträge auf der elektronischen Lohnsteuerkarte: Steuersparen leichter gemacht

 - 

Arbeitnehmer haben seit jeher die Möglichkeit, ihre laufenden monatlichen Steuerabzüge zu senken. Dafür müssen sie beim zuständigen örtlichen Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen.

Der Antrag gilt künftig für zwei Jahre. Hierbei werden die sonst erst bei der Steuererklärung anerkannten Ausgaben schon vorab auf der inzwischen elektronischen Steuerkarte eingetragen. Das geht allerdings nur dann, wenn die steuerlich absetzbaren Ausgaben über 600,00 € liegen. Werbungskosten werden dabei nur mitgerechnet, wenn sie den Werbungskostenfreibetrag von 1.000,00 € übersteigen, der ohnehin in die Steuertabellen eingearbeitet ist. Neben Werbungskosten berücksichtigt der Fiskus als Freibeträge unter anderem auch Spenden, Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen (etwa für einen Minijobber) und außergewöhnliche Belastungen (beispielsweise Unterhaltszahlungen).

Wer das erste Mal die Ermäßigung beantragt, muss die absetzbaren Ausgaben wie bei einer Steuererklärung belegen. Später kann man das Formular Lohnsteuer-Ermäßigung im vereinfachten Verfahren benutzen. Dort braucht man nur anzugeben, dass sich die Verhältnisse nicht wesentlich geändert haben. Der anerkannte steuersenkende Freibetrag gilt ab dem Folgemonat. Wer den Antrag – beispielsweise – im März 2016 stellt, führt ab April weniger Steuern ab. Die Buchhaltung beim Arbeitgeber verteilt dann den vom Finanzamt bescheinigten steuerfreien Betrag zu gleichen Teilen auf die restlichen Monate des Jahres.

Wer einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellt, muss später in jedem Fall eine Steuererklärung abgeben.

Anstelle der Steuerklassenkombination III/V oder ergänzend zur Steuerklassenkombination IV/IV können Verheiratete das Faktorverfahren wählen (Steuerklasse IV Faktor). Hierbei handelt es sich um die Kombination von Steuerklasse IV mit den klassischen Steuerfreibeträgen. Der vom Finanzamt aufgrund der beantragten Freibeträge errechnete Faktor ist ein steuermindernder Multiplikator, der bei beiden Ehepartnern gleichermaßen berücksichtigt wird. Auch das Faktorverfahren muss ab 2016 nur noch alle zwei Jahre neu beantragt werden. Besonders interessant ist das Verfahren für Bezieher von Arbeitslosengeld I, die bislang Steuerklasse V hatten. Die Wahl des Faktorverfahrens ist für diejenigen, die bereits im Bezug von Arbeitslosengeld I stehen oder diese Leistung gerade beantragen, die einzige Möglichkeit, durch eine bessere Steuerklasse mehr Arbeitslosengeld I zu erhalten.

Weitere News zum Thema

  • Wenn das Weihnachtsgeld halbiert werden soll

    [] (verpd) Wird ein Weihnachtsgeld vereinbarungsgemäß in zwei gleich hohen Raten gezahlt, so kann die kommentarlose Zahlung der ersten Rate einen Arbeitgeber dazu verpflichten, auch die zweite Rate fristgerecht auszuzahlen. Das gilt selbst dann, wenn die Zahlung im Arbeitsvertrag als freiwillige Leistung deklariert wurde, so das Landesarbeitsgericht Hamburg in einem veröffentlichten Urteil (Az. 8 Sa 43/15). mehr

  • Ärger wegen Vorgaben zur Sauberkeit am Arbeitsplatz

    [] (verpd) Will ein Arbeitgeber eine bestimmte Ordnung an den Arbeitsplätzen des Betriebes durchsetzen, so muss er unter bestimmten Voraussetzungen den Betriebsrat um Zustimmung bitten. Das hat das Arbeitsgericht Würzburg entschieden (Az. 12 BV 25/15). mehr

  • So lassen sich finanzielle Schwierigkeiten vermeiden

    [] (verpd) Wer mit seinem Vermögen und monatlichen Einkommen über einen längeren Zeitraum trotz Reduzierung des Lebensstandards seine Lebenshaltungskosten und finanziellen Verpflichtungen nicht begleichen kann, der gilt als überschuldet. Es gibt jedoch Möglichkeiten, wie man in guten Zeiten dafür vorsorgen kann, damit die Finanzen in Krisensituationen nicht außer Kontrolle geraten. mehr

  • Rechte und Pflichten im Praktikum

    [] (verpd) Ein Praktikum kann bei der Suche nach dem passenden Beruf hilfreich sein. In manchen Schulen und Studiengängen gibt es aber auch Pflichtpraktika, damit Schüler oder Studenten neben der Theorie auch praktische Kenntnisse erwerben. Was Arbeitgeber und angehende Praktikanten über dieses besondere Arbeitsverhältnis wissen sollten, zeigen diverse Broschüren und Webportale von offiziellen Institutionen. mehr

  • Vorkehrung für den Katastrophenfall

    [] (verpd) Überschwemmung, Erdbeben, Terroranschlag – es gibt zahlreiche Katastrophen, die auf einen Schlag ein alltägliches Leben über mehrere Tage oder Wochen unmöglich machen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zeigt an Hand einer Broschüre und einer Checkliste, wie Bürger für solche Notlagen vorsorgen sollten, zum Beispiel welche Vorräte sinnvoll sind. Zudem wird erklärt, wie sich der Einzelne im Notfall zu verhalten hat. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.