Flugausfall: Entschädigung grundsätzlich auch bei Technikproblemen

 - 

Der Europäische Gerichtshof hat die Rechte von Flugreisenden gestärkt. Fluggäste haben auch dann Anspruch auf Entschädigung, wenn ihr Flug wegen Technikproblemen ausfällt. Er nahm damit den Airlines den Wind aus den Segeln, die bislang häufig mit Hinweis darauf eine Entschädigung verweigerten.

Eine österreichische Familie hatte im Juni 2005 einen Alitalia-Flug von Wien über Rom nach Brindisi gebucht. Fünf Minuten vor dem Abflug wurde der Flug wegen eines schweren Turbinenschadens gestrichen. Alitalia sorgte zwar für den Weitertransport nach Rom, doch den Anschlussflug nach Brindisi schafften die Passagiere nicht mehr. Schließlich kamen die Reisenden mit mehr als dreieinhalb Stunden Verspätung am Urlaubsziel an. Sie forderten 250 Euro Entschädigung zuzüglich 10 Euro für Telefonkosten. Alitalia stellte sich quer. Für einen Flugausfall als Folge eines Technikproblems gebe es keine Entschädigung.

Der folgende Rechtsstreit ging über mehrere Instanzen. Das zuletzt zuständige Handelsgericht in Wien legte dem Europäischen Gerichtshof die Frage vor, was unter "außergewöhnlichen Umständen" zu verstehen ist, die laut EU-Verordnung zur Verweigerung der Entschädigung berechtigen.

Der EuGH stellte dazu fest: Nach der Fluggastrechte-Verordnung haben betroffene Passagiere bei einem Flugausfall Anspruch auf Entschädigung. Ausnahme: Die Fluggesellschaft kann nachweisen, dass der Flugausfall auf unvermeidbare außergewöhnliche Umstände zurückgeht. Technikprobleme gehören für Fluggesellschaften jedoch zum Alltag. Probleme, die sich bei der Wartung zeigen oder infolge von unterbliebener Wartung auftreten, sind gerade nicht außergewöhnlich.

Fazit: Nur höchst selten sind technische Probleme als "außergewöhnliche Umstände" zu bewerten. Beispielsweise wenn das Problem auf nicht von der Fluggesellschaft beherrschbare Vorkommnisse wie Sabotage oder versteckten Fehlern bei der Herstellung eines Flugzeugs beruht. In diesen seltenen Fällen darf die Airline die Entschädigung verweigern (EuGH, Urteil vom 22.12.2008, Az. C-549/07).

Weitere News zum Thema

  • Worauf beim Christbaumtransport zu achten ist

    [] (verpd) Nur wenige Händler liefern den gekauften Weihnachtsbaum auf Wunsch bis nach Hause. In aller Regel übernehmen die Kunden den Transport selbst. Vor allem bei mittelgroßen bis großen Bäumen, die eben nicht einfach an der Hand nach Hause getragen werden können, kann das durchaus eine Herausforderung sein – schließlich soll keiner gefährdet werden noch der Baum Schaden nehmen. mehr

  • Sieben Regeln für einen sicheren Onlineeinkauf

    [] (verpd) Das Einkaufen im Internet ist beliebt wie nie: Laut einer Umfrage des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) kaufen 98 Prozent aller Internetnutzer auch online ein. Onlineshopping ist heute genauso normal wie der Gang ins Geschäft. Allerdings sind auch die Gefahren, die es beim Onlineshopping gibt, vielfältig. Es gibt daher ein paar Tipps, die jeder Einzelne für eine möglichst risikolose Internetnutzung berücksichtigen sollte. mehr

  • Nicht jeder kann vom Erbe ausgeschlossen werden

    [] (verpd) Auch wenn jemand im Falle seines Todes nicht möchte, dass seine nahen Angehörigen wie der Ehepartner oder die Kinder sein hinterlassenes Vermögen oder Hab und Gut bekommen, haben sie rechtlich einen Anspruch auf den sogenannten Pflichtteil. Dies gilt allerdings nur, wenn die betreffenden Angehörigen rechtzeitig diesen Pflichtteil einfordern. mehr

  • Erhöhung beim Mindestlohn kommt

    [] (verpd) Seit dem 1. Januar 2015 gilt für die meisten Arbeitnehmer ein Mindestlohn von derzeit 8,50 Euro. Aufgrund einer gesetzlich festgelegten Anpassung steigt der Mindestlohn ab 1. Januar 2017 um 34 Cent auf 8,84 Euro. Warum es zu einer Anpassung kam und welche grundsätzlichen Regelungen es noch zum Mindestlohn gibt, zum Beispiel wer keinen Anspruch auf den Mindestlohn hat, erklärt eine Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. mehr

  • Brandrisiko durch Heizlüfter und Co.

    [] (verpd) Die meisten wollen es, wenn es draußen kalt ist, kuschelig warm, beispielsweise im Badezimmer. Zum Einsatz kommen dann vielerorts Heizlüfter, Heizstrahler, elektrische Kamine oder auch Radiatoren. Doch diese Heizgeräte sind nicht risikolos. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.