Fitnessvertrag: Vorzeitiger Ausstieg bei berufsbedingtem Umzug zulässig

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Wer in eine andere Stadt umzieht - beispielsweise seinem Ehepartner beim Jobwechsel folgt -, darf einen bestehenden Fitnessvertrag kündigen und braucht den Mitgliedsbeitrag nicht weiter zu bezahlen.

Eine Frau aus München hatte einen Fitnessvertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten abgeschlossen. Acht Monate später wechselte ihr Ehemann den Arbeitgeber und zog nach Wien. Die Frau folgte ihm und wollte deshalb fristlos aus ihrem Fitnessvertrag aussteigen. Der Studiobetreiber stellte sich jedoch quer und bestand auf den Mitgliedsbeiträgen für die Gesamtlaufzeit.

Das Amtsgericht München gab jedoch der Kundin Recht. Ein Fitnessvertrag ist ein Dauerschuldverhältnis, das bei Vorliegen eines wichtigen Grundes fristlos gekündigt werden darf. So sieht es das Gesetz in § 314 BGB vor.

Vorausgesetzt wird, das Festhalten am Vertrag ist unter Abwägung der beiderseitigen Interessen für eine Seite unzumutbar. Das ist hier der Fall, denn die Kundin kann das Sportangebot faktisch nicht mehr nutzen. Sie ist in eine weit entfernte Stadt umgezogen. Grundsätzlich kann dem Studiomitglied zwar eine etwas weitere Anreise zugemutet werden, die Entfernung Wien-München geht aber weit darüber hinaus. Folge: Das Festhalten am Vertrag würde bedeuten, dass die Kundin für Leistungen bezahlt, die sie gar nicht mehr in Anspruch nehmen kann. Auch das ist unzumutbar.

Den Umzug nach Wien hat die Frau außerdem nicht zu verantworten. Er basiert vielmehr auf dem Stellenwechsel des Ehemanns (AG München, Urteil vom 17. 12. 2008, Az. 212 C 15699/08).

Wie Sie sich rechtlich fit machen für den Umgang mit einem Fitnessvertrag, lesen Sie in den "Rechtstipps" in Gruppe 10.

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