Fast 200 Radfahrer verunfallen pro Tag

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(verpd) Nach der offiziellen Statistik des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden 2013 mehr als 71.400 Radfahrer bei einem Unfall verletzt oder getötet. Damit gibt es bei dieser Art der Verkehrsbeteiligung nach den Pkw-Insassen die meisten Unfallopfer im Straßenverkehr.

Jeder einzelne Radfahrer kann jedoch dazu beitragen, sein Unfall- und Verletzungsrisiko auf ein Mindestmaß zu minimieren.

Wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen, verunfallten 2013 über 71.420 Radfahrer im Straßenverkehr schwer. Im Detail wurden bei einem Verkehrsunfall knapp 71.066 Radfahrer verletzt und 354 getötet.

Zwar bedeutet das im Vergleich zu den vergangenen Jahren einen kontinuierlichen Rückgang der schweren Radunfälle, insgesamt gesehen gehören die Radfahrer jedoch immer noch zu den Verkehrsteilnehmern, die zahlenmäßig am häufigsten verunfallen. Nur die Anzahl der Pkw-Insassen, die durch einen Unfall einen körperlichen Schaden erlitten haben, liegt mit 210.933 Verletzten und 1.588 Getöteten höher.

Radfahrer werden oft übersehen

Radfahrer sind ungeschützt und haben dadurch bei einem Zusammenstoß eine hohe Verletzungsgefahr. Nach einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) ist das Risiko, bei einem Radunfall verletzt zu werden, sechsmal höher als im Vergleich zum Gesamtunfallgeschehen. Am häufigsten passieren Radunfälle, weil Kfz-Fahrer den Radler übersehen haben. Experten empfehlen Radfahrern daher das Tragen kontrastreicher Kleidung, am besten mit reflektierenden Elementen. Reflektierende Streifen sollten auch auf dem Rad selbst angebracht sein.

Das wichtigste Kleidungsstück für Radfahrer ist jedoch ein Fahrradhelm, der mindestens die europäische Norm EN 1078 erfüllt. Studien zeigen, dass das Tragen eines Fahrradhelms das Risiko, eine schwere Hirnverletzung zu erleiden, um die Hälfte senkt.

Zudem gehen Experten davon aus, dass 95 Prozent aller tödlich verunglückten Radfahrer mit Helm überlebt hätten. Neben dem Tragen von auffälliger Kleidung und eines Fahrradhelms sowie der stetigen Überprüfung, ob das Fahrrad technisch in Ordnung ist, empfehlen Experten eine aktive und passive Beleuchtung am Velo.

Verkehrsregeln unbedingt einhalten

Auch wenn die Mehrheit der Radunfälle durch Kfz-Fahrer verursacht wurde, geschehen immer wieder Unfälle, weil Radler sich nicht an die Verkehrsregeln halten und zum Beispiel auf der falschen Straßenseite fahren. Besonders wichtig ist deshalb, dass auch Radfahrer die Verkehrsregeln beachten.

Nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. (ADFC) können Radler ihre Sicherheit im Straßenverkehr zudem erhöhen, wenn sie Rücksicht nehmen und vorsichtig Rad fahren. Sie sollten zudem nach außen selbstbewusst, innerlich aber defensiv fahren, sowie eindeutig und vorausschauend Rad fahren und klar erkennbare Handzeichen beim Abbiegen geben.

Hilfreich ist es auch, den Blickkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern zu suchen sowie Abstand zu halten und sich Sicherheitszonen zu verschaffen.

Besondere Vorsicht bei abbiegenden Fahrzeugen

Insbesondere sollten Radfahrer auf abbiegende Kraftfahrzeuge achten, da man als Radler hier schnell im toten Winkel ist und dadurch vom Kfz-Fahrer übersehen werden kann. Laut UDV ereigneten sich zwei Drittel der Radunfälle mit abbiegenden Kfz und geradeaus fahrenden Radlern beim Rechtsabbiegen.

Nicht wenige Unfälle sind auch auf Fahrfehler des Radfahrers zurückzuführen. So verunglückt nach Angaben der UDV jeder vierte getötete und jeder dritte schwer verletzte Velofahrer bei einem Unfall, bei dem kein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt war, weil er beispielsweise durch einen Fahrfehler stürzt. Daher ist es wichtig, nicht zu schnell zu fahren und nur auf ein Rad zu steigen, wenn man auch fahrtauglich ist, also beispielsweise keinen Alkohol getrunken hat.

Weitere Tipps und Hilfen, wie das Radfahren sicherer wird, bieten der ADFC, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. und der UDV in Form kostenlos herunterladbarer Broschüren und Hintergrundberichte. Neu ist auch die beim Deutsche Verkehrssicherheitsrat e.V. downloadbare Broschüre „Sicher Rad fahren – mit und ohne Elektroantrieb“.

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