Falls die Privatinsolvenz droht

 - 

(verpd) Wie das Bundesministerium der Justiz mitteilte, gab es im Jahr 2011 in Deutschland über 100.000 Verbraucherinsolvenz-Verfahren und knapp über 20.000 Insolvenzverfahren von ehemals selbstständigen Personen. Allerdings muss keiner der Betroffenen befürchten, im Falle einer Pfändung alles zu verlieren, denn vieles ist nicht pfändbar.

Um das Existenzminimum eines Schuldners trotz einer möglichen Einkommenspfändung sicherzustellen, gibt es einen gesetzlich festgelegten Pfändungsschutz. Damit soll auch gewährleistet werden, dass der Schuldner mögliche gesetzliche Unterhaltspflichten weiterhin erfüllen kann.

Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen

Die Höhe der Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen wird jedes zweite Jahr jeweils zum 1. Juli an die Entwicklung des steuerlichen Freibetrags für das sächliche Existenzminimum angepasst. Seit dem 1.7.2011 bis zum 30.6.2013 beträgt der unpfändbare Grundbetrag aktuell 1.028,89 € monatlich.

Wenn der Schuldner gesetzliche Unterhaltspflichten zu erfüllen hat, erhöht sich der genannte Betrag um monatlich 387,22 € für die erste und um jeweils weitere 215,73 € für die zweite bis fünfte Person.

Wie sich der unpfändbare Betrag abhängig vom Einkommen und der Personenanzahl, für die der Schuldner unterhaltspflichtig ist, ändert, kann in der im Internet herunterladbaren Broschüre „Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen“ des Bundesministeriums der Justiz nachgelesen werden.

Was fällt unter das pfändbare Einkommen?

Zum pfändbaren Einkommen zählen unter anderem Arbeits- und Dienstlöhne, Renten, Dienst- und Versorgungsbezüge von Beamten, Schichtzuschläge, Sonn- und Feiertagszuschläge sowie der gewährte geldwerte Vorteil für die private Nutzung eines Dienstautos.

Nicht pfändbar sind hingegen Gefahren-, Erschwernis- oder Schmutzzulagen, 50 Prozent der Überstundenvergütungen sowie Urlaubsgelder, Aufwandsentschädigungen, Auslösegelder und Zulagen für auswärtige Beschäftigungen sowie Weihnachtsvergütungen. Letztgenannte sind bis maximal der Hälfte des monatlichen Arbeitseinkommens, höchstens aber bis 500 € unpfändbar.

Übrigens: Auch Einzahlungen für einen Riester- oder Rürup-Renten-Vertrag, betriebliche Leistungen für die Altersvorsorge und Beiträge für vermögenswirksame Leistungen (VL-Sparen) können nicht gepfändet werden. Tipps gegen eine persönliche Überschuldung und welche Schritte ein Schuldner tun kann, um aus der Schuldenfall herauszukommen, gibt es online bei der Bundesarbeits-Gemeinschaft Schuldnerberatung unter www.meine-schulden.de.

Weitere News zum Thema

  • Wenns ums Erben geht: Arbeitsverhältnis nicht vergessen

    [] Mit dem Tode einer Person (Erbfall) geht deren Vermögen (Erbschaft) als Ganzes auf eine oder mehrere andere Personen (Erben) über. Wer das liest, wird beim Vermögen in erster Linie an Geldanlagen oder Immobilien denken. Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis hat man hierbei nicht im Blick. Zu Unrecht. mehr

  • Wie der Trauschein das Haushaltsbudget entlastet

    [] (verpd) Es gibt neben den emotionalen Gründen auch einige wirtschaftliche Vorteile, die für eine Eheschließung sprechen. Neben den staatlich eingeräumten Vergünstigungen bei der Einkommen-, Schenkungs und Erbschaftsteuer profitieren Ehepaare finanziell auch bei der gesetzlichen Sozialabsicherung sowie bei den privaten Versicherungen. mehr

  • Über 400 Wohnungseinbrüche pro Tag

    [] (verpd) Insgesamt ist die Anzahl der Wohnungseinbrüche im letzten Jahr um fast zehn Prozent gegenüber 2015 gesunken, wie aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht. Dennoch erreichte die Zahl der Delikte in 2016 immer noch den dritthöchsten Wert innerhalb der letzten zehn Jahre. Dass das Einbruchsrisiko nicht überall in Deutschland gleich hoch ist, zeigen die unterschiedlichen Einbruchraten je 100.000 Einwohner der Bundesländer. mehr

  • Wie es um die Zahlungsmoral von Firmenkunden steht

    [] (verpd) Die eher ungewisse politische Entwicklung Europas könnte zahlreiche Unternehmensinsolvenzen auslösen. Das geht aus dem kürzlich erschienenen Zahlungsmoralbarometer eines Kreditversicherers hervor. Erfreulich ist jedoch, dass aktuell trotz häufigem Zahlungsverzug nur ein Bruchteil aller gestellten Rechnungen nicht beglichen wird. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.