Einbruchsschutz fängt vor der Haustür an

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(verpd) Nie gab es so viele Einbrüche und Einbruchsversuche wie im vergangenen Jahr.

In knapp 56 Prozent der Fälle kommen die Einbrecher bei Dunkelheit und in fast 44 Prozent am Tage. Ein guter Einbruchsschutz hält nach Aussagen von Experten allerdings auch viele Einbrecher davon ab, es zu überhaupt zu versuchen oder ihre Tat zu vollenden.

Seit den vergangenen 15 Jahren war die Zahl der Wohnungseinbrüche nicht annähernd so hoch wie letztes Jahr. Nach der aktuellen polizeilichen Kriminalstatistik wurden 2013 rund 149.500 Wohnungseinbrüche registriert, das waren 3,7 Prozent mehr als noch in 2012. Bei über 60.000 polizeilich registrierten Einbruchsdelikten und damit 6,6 Prozent mehr als im Jahr 2012 blieb es beim Einbruchsversuch. Insgesamt wurde 2013 in mehr als 64.700 Fällen der Einbruch tagsüber verübt, ein Anstieg um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dennoch wird die Mehrzahl der Einbruchsdelikte immer noch in der Dunkelheit begangen. Gerade im Winter ist das Einbruchsrisiko daher höher. „Die frühe Dunkelheit bietet den Tätern optimalen Schutz. Und da wir durch die frühe Dämmerung unsere Häuser und Wohnungen bereits am Nachmittag beleuchten müssen, sehen die Täter sofort, wo gerade niemand zu Hause ist“, betont Thomas Urban, Bereichsleiter Einbruchsschutz der VdS Schadenverhütung GmbH (VdS).

Wenige Minuten entscheiden

Nach Angaben der Polizei und des VdS ist die typische Vorgehensweise von Einbrechern seit Jahren die gleiche, nämlich in achtzig Prozent der Einbrüche in Einfamilienhäuser und in rund der Hälfte der Einbrüche in Mehrfamilienhäuser kommen die Diebe durch Fenster sowie Terrassen- oder Balkontüren herein. Doch nicht einmal in jedem zehnten Fall wird dazu die Scheibe eingeschlagen.

„Die Prüfingenieure in den VdS-Laboratorien hebeln Standard-Fensterrahmen in weniger als fünf Sekunden auf – mit einem ganz normalen Schraubenzieher. Genauso machen es drei Viertel aller Einbrecher, auch wenn sie wohl etwas länger brauchen“, erklärt Urban. „Licht kann helfen“, rät Urban. Bereits Zeitschaltuhren für Lampen, den Fernseher oder Radio sowie Bewegungsmelder für die Außenbeleuchtung können Täter abschrecken.

Laut VdS scheitert fast die Hälfte der Einbrecher an vorhandenen Sicherungen. Unberücksichtigt sind hier die nicht erfassbaren Täter, die es aufgrund vorhandener Schutzmaßnahmen erst gar nicht versucht haben, in ein Haus einzusteigen. „Einbrecher stehen unter enormem Zeitdruck. Wir gehen davon aus, dass die meisten ungebetenen Gäste schon nach ein paar erfolglosen Minuten an Fenster oder Tür aufgeben – und dafür können Eigenheimbesitzer sowie Mieter ganz einfach sorgen“, wie Kriminaloberrat Harald Schmidt betont.

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Abschreckung beginnt auf dem Grundstück

Schon kostengünstige Nachrüstprodukte wie mechanische Sicherungseinrichtungen können für die entscheidenden Minuten Schutz sorgen. Welche Präventionsmaßnahmen helfen, damit es Einbrecher möglichst schwer haben, ins Haus zu gelangen, zeigt die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes im Rahmen der Initiative K-Einbruch. Empfohlen wird unter anderem der Einbau von geprüften, einbruchshemmenden Tür- und Fensterelementen sowie die Sicherung von Rollläden, die für Neubauten, aber auch zum Nachrüsten für bereits bestehende Gebäude erhältlich sind.

Schon das Grundstück selbst kann einbruchshemmend gestaltet sein. Abschreckend sind unter anderem eine Türsprech- und Videoanlage bei der Eingangstür und beleuchtete Zugangswege, aber auch ein fehlender Sichtschutz an einbruchsgefährdeten Stellen, wohinter anderenfalls ein Dieb unentdeckt ins Haus kommen könnte.

Damit auch oben liegende Fenster gesichert sind, rät Schmidt: „Einbrecher tragen keine Leitern mit sich herum, sie wollen schließlich nicht auffallen. Aber sie nutzen jedes vor Ort verfügbare Material. Erklettert ein Täter einen Balkon, ist er für Passanten meist nicht mehr zu sehen und kann in aller Ruhe arbeiten. Hausgaragen oder Gartenhäuser, in denen Steighilfen wie Gartenmöbel oder Mülltonnen lagern, sollten also immer abgeschlossen sein.“

Leichtsinniges Verhalten mit unerwünschten Folgen

Eine hilfreiche Ergänzung zu den mechanischen Sicherungen bieten elektronische Einbruchmeldeanlagen. Eine funktionierende Alarmanlage schlägt zum einen bei einem Einbruchsversuch sofort Alarm, zum anderen hat eine solche Anlage oftmals bereits im Vorfeld eine abschreckende Wirkung auf die Verbrecher. Damit ein Einbrecher erst gar nicht auf die Idee kommt, in ein Haus einzusteigen, sollte alles unterlassen werden, um ihm die Tat zu erleichtern.

Gekippte Fenster und Terrassentüren sowie ein unter der Fußmatte oder einem Blumentopf versteckter Haustürschlüssel sind nach Meinung der Experten nämlich nahezu eine Einladung für Diebe. Auch nur ins Schloss gezogene Türen sind kaum ein Hindernis. Bereits beim kurzen Verlassen des Hauses, beispielsweise um zum Bäcker zu gehen, sollte daher die Haus- oder Wohnungstüre abgeschlossen werden und kein Fenster gekippt bleiben.

Weiterführende Tipps zum Thema Einbruchsschutz finden Interessierte auf den Webseiten http://www.nicht-bei-mir.de/, http://www.vds-home.de/einbruch-diebstahl/einbruchrisiko/ und http://www.k-einbruch.de/grundstueck. Außerdem bietet die Polizei, neben der kostenlos herunterladbaren Broschüre „Ungebetene Gäste“, in diversen ortsnahen polizeilichen Beratungsstellen eine persönliche Beratung an.

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