Ehen halten wieder länger

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(verpd) Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Jahr 2014 rund 2,1 % weniger Ehen geschieden als noch im Vorjahr.

Sollte es zu einer Scheidung kommen, ist es wichtig, nicht über die Teilung von Hab und Gut, sondern über den notwendigen Versicherungsschutz nachzudenken, denn durch die Scheidung können in einigen Bereichen existenzielle Absicherungslücken entstehen.

Letztes Jahr ließen sich nach aktuellen Aussagen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) knapp 166.200 Paare scheiden. Das waren 2,1 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Im Durchschnitt dauerten die in 2014 geschiedenen Ehen 14 Jahre und 8 Monate. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre weiter fort, dass die durchschnittliche Ehedauer bis zur Scheidung weiter zunimmt. Im Vergleich zu vor 20 Jahren hielten 2014 die Ehen bis zur Scheidung zwei Jahre und acht Monate länger, denn 1994 betrug die durchschnittliche Ehedauer bis zur Scheidung genau zwölf Jahre.

In den meisten Fällen wurde 2014 wie auch in den letzten Jahren der Scheidungsantrag häufiger von der Frau als vom Mann gestellt. Frauen reichten 2014 in 52 Prozent der Fälle, Männer hingegen in 40 Prozent der Scheidungen den Antrag ein. In nur acht Prozent wurde die Scheidung von beiden Ehegatten gemeinsam beantragt.

Auszug aus der gemeinsamen Wohnung

Kommt es zu einer Scheidung, ändert sich in den meisten Fällen die Wohnsituation, da ein Partner aus der gemeinsamen Wohnung auszieht. Das hat oftmals auch Auswirkungen auf den Versicherungsschutz.

So ist bei der Hausratversicherung meist ein (Ehe-)Partner Versicherungsnehmer und der andere automatisch mitversichert, solange er in der gemeinsamen Wohnung lebt. Nach einem Auszug muss zum einen geklärt werden, ob die bestehende Hausrat-Police für den in der Wohnung verbleibenden Partner gilt, und zum anderen, ob der Versicherungsschutz durch den Auszug auf die neue Wohnung übergeht.

Je nachdem muss derjenige, der bisher nicht Versicherungsnehmer war, eine neue Police für seine aktuelle Wohnung abschließen. Der Inhaber der bisherigen Hausrat-Police kann entsprechend seiner geänderten Wohnsituation beispielsweise die Versicherungssumme anpassen.

Trennungsfolgen bei der privaten Haftpflicht- und Kfz-Versicherung

Auch bei einer Privat-Haftpflichtpolice ist meist ein Ehegatte Versicherungsnehmer und der andere mitversichert. Die Mitversicherung endet in diesem Fall mit der Ehescheidung. Für einen Versicherungsschutz ist dann ein eigener Vertrag notwendig. Kinder, die bisher mitversichert waren, bleiben es in der Regel auch weiterhin. Das Gleiche gilt für eine Privatrechtsschutz-Versicherung.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung besteht für ein bestimmtes Fahrzeug. Doch auch hier ist einer der Partner als Versicherungsnehmer und Halter eingetragen. Ihm gehört der dem Vertrag zugrunde liegende Schadenfreiheitsrabatt (SFR).

Wird das Fahrzeug nach der Trennung von dem anderen Partner gefahren, muss dieser einen eigenen Vertrag abschließen. Zwar kann der SFR unter bestimmten Voraussetzungen auch auf den anderen Partner übertragen werden, allerdings muss dazu der bisherige Halter zustimmen.

Was eine Scheidung bei gesetzlich Krankenversicherten ...

Wer aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit gesetzlich krankenversichert ist, für den ändert sich auch nach einer Scheidung nichts.

Anders bei dem Ehepartner, der durch die kostenlose Familienmitversicherung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angehört und auch nach der Scheidung keine sozialversicherungs-pflichtige Beschäftigung ausübt.

Für ihn endet der Schutz der GKV mit der Ehescheidung. Er hat jedoch binnen dreier Monate ab Rechtskraft der Scheidung die Möglichkeit der GKV beizutreten und muss dann jedoch Beiträge bezahlen. Die bisherige Krankenkasse muss ihn aufnehmen. Für die bisher mitversicherten Kinder kann frei gewählt werden, über welchen Elternteil sie künftig mitversichert sein sollen.

... und privat Krankenversicherten ändert

Bei der privaten Krankenversicherung (PKV) muss grundsätzlich für jede versicherte Person ein Beitrag bezahlt werden. Ist bei dem jeweiligen Vertrag die versicherte Person auch gleichzeitig der Versicherungsnehmer, ändert sich auch bei einer Trennung nichts. Anders jedoch, wenn bei einem Vertrag beispielsweise der Versicherungsnehmer der Ehemann ist und die versicherten Personen er selbst und seine Ehefrau sind.

Dann könnte der Ehemann zwar den Vertragsteil kündigen, der sich auf seine Ehefrau bezieht, aber nur, wenn er nachweist, dass die Ehefrau davon Kenntnis hat. Die Ehefrau kann dann innerhalb zweier Monate eine Weiterversicherung in einem eigenen Vertrag beantragen.

Ein Wechsel in eine GKV ist nur unter bestimmten Umständen möglich. Damit es zu keiner Lücke im Krankenversicherungs-Schutz kommt, ist es sinnvoll, sich bereits vor dem Scheidungsurteil darum zu kümmern, wie und wo man danach versichert ist.

Wenn eine Lebens- und/oder Rentenversicherung besteht

Bei vielen Lebensversicherungs-Verträgen ist als Bezugsberechtigter im Falle des Todes der versicherten Person die Ehefrau oder der Ehemann namentlich angegeben. In diesem Fall würde auch nach der Scheidung die genannte Person die Versicherungsleistung erhalten. Wünscht man das nicht, kann man als Versicherungsnehmer dies jederzeit ändern.

Anders ist es jedoch, wenn die Bezugsberechtigung als „unwiderruflich“ angegeben wurde. Dann benötigt der Versicherungsnehmer für eine Änderung das schriftliche Einverständnis des bisher Bezugsberechtigten.

Ob und wie das bisher angesparte Kapital bei einer Lebens- und/oder Rentenversicherung bei einer Scheidung vermögensrechtlich aufgeteilt wird, hängt von diversen Faktoren, wie Vertragsart der Versicherung und ehelichem Güterstand ab.

Rechtzeitig Bescheid geben

Neben den genannten Informationen gibt es weitere Versicherungsarten, wie die Unfall- oder Gebäudeversicherung, sowie eine Vielzahl von individuellen Aspekten, die für einen optimalen Versicherungsschutz berücksichtigt werden sollten. Es ist daher ratsam, sich bei einer Trennung und noch vor der rechtsgültigen Scheidung von einem Versicherungsfachmann beraten zu lassen.

Grundsätzlich sollte ein Auszug eines (Ehe-)Partners umgehend jedem Versicherer gemeldet werden, bei dem eine Versicherungspolice besteht. Hat sich die Bankverbindung des Ehepartners geändert, der die Versicherungsprämien zahlt, muss auch diese mitgeteilt werden. Nur so können eine Nichtzahlung der Prämien und daraufhin folgende Mahnkosten bis hin zum Verlust des Versicherungsschutzes verhindert werden.

Damit während einer Trennung wichtige Unterlagen wie bestehende Versicherungs-Policen nicht „verloren“ gehen, sollte jeder prüfen, ob ihm wichtige Dokumente vollständig vorliegen.

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