Die häufigsten Methoden der Wohnungseinbrecher

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(verpd) Die Diebe werden immer dreister. Immer mehr Einbrecher kommen nicht nur nachts, sondern auch tagsüber, wie aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik zu entnehmen ist. Der neueste Einbruch-Report 2016 des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zeigt zudem, wie die meisten Einbrecher in eine Wohnung gelangen, aber auch, wie man sich davor schützen kann.

Wer denkt, dass Wohnungseinbrecher hauptsächlich nachts kommen, der irrt sich. Laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik haben sich von den rund 167.100 durchgeführten oder versuchten Wohnungseinbrüchen, die letztes Jahr begangen wurden, über 70.300 Fälle am helllichten Tag ereignet. Damit ist die Anzahl aller Wohnungseinbrüche in 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 9,9 Prozent und die der Tageswohnungseinbrüche sogar um 11,1 Prozent gestiegen.

Der vor Kurzem vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) veröffentlichte „Einbruch-Report 2016“ geht unter anderem der Frage nach, wie die Einbrecher am häufigsten in eine fremde Wohnung eingestiegen sind. Die Studie basiert auf einer Umfrage von über 1.300 Einbruchsopfern des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen sowie einer Auswertung von mehr als 3.600 Einbruchsfällen aus den Städten Bremerhaven, Berlin, Hannover, Stuttgart und München.

Fenster und Türen sind bei Einbrechern beliebt

Bei Einfamilienhäusern gelangte die Mehrheit der Einbrecher, nämlich jeweils in mehr als 40 Prozent der Einbrüche, durch ein Fenster oder durch eine Fenstertüre, also eine Balkon- oder Terassentüre, in die Wohnung. Zehn Prozent der Diebe kamen über die Eingangstüre, fast fünf Prozent durch ein Kellerfenster, knapp drei Prozent durch eine Kellertüre und zwei Prozent über eine Nebeneingangstüre ins Haus.

Anders bei Mehrfamilienhäusern: Hier verschafften sich fast 56 Prozent der Diebe den unerlaubten Eintritt in die Wohnung durch die Eingangstüre. Durch eine Fenstertüre stiegen 23 Prozent und durch ein normales Fenster knapp 19 Prozent. Zwei Prozent gelangten durch eine Nebeneingangstüre und rund ein Prozent durch ein Kellerfenster in die Räumlichkeiten ihrer Einbruchsopfer.

Die häufigste Art der Einbrecher, um eine Türe oder ein Fenster zu öffnen, war das Aufhebeln – 56 Prozent der Türen und 67 Prozent der Fenster wurden so unberechtigterweise geöffnet. Jeweils fast sieben Prozent aller widerrechtlich geöffneten Türen wurden durch die Einbrecher mithilfe eines falschen Schlüssels oder sogar ohne erkennbare Einbruchspuren geöffnet. In 15 Prozent der Einbruchsfälle, bei denen die Einbrecher durch ein Fenster oder eine Fenstertüre stiegen, waren diese gekippt und damit leicht zu öffnen. In 13 Prozent wurde das Fensterglas eingeschlagen.

Nicht immer ist es ein Unbekannter

In neun Prozent der Einbrüche wurde kein Werkzeug für den Einbruch verwendet, sondern eine günstige Gelegenheit, wie ein offenes Fenster oder eine offene Balkontüre, körperliche Gewalt oder ein geklauter oder falscher Schlüssel vom Einbrecher genutzt, um in die Wohnung zu gelangen.

Bei jedem achten Einbruch waren die Einbruchsopfer während des Einbruches zu Hause. Davon traf etwa die Hälfte der Opfer während der Tat auf die Einbrecher.

Fast 43 Prozent der ermittelten Einbrecher standen übrigens in einer Beziehung zu mindestens einer Person des betroffenen Haushalts – waren also mindestens mit einem Opfer verwandt, bekannt oder befreundet.

Damit das Einbruchrisiko klein ist

Laut Einbruch-Report vereitelt die richtige Sicherheitstechnik wie einbruchhemmende Fenster und Türen im Durchschnitt vier von zehn Einbruchsversuchen. Zusätzlich können Hausbesitzer und Mieter ihren Einbruchsschutz selbst erhöhen, indem sie beispielsweise Türen immer abschließen und nicht einfach zuziehen und einen Schlüssel nie im Außenbereich deponieren.

Zudem sollten die Außenbereiche bei Dunkelheit beispielsweise durch Lampen mit Bewegungsmeldern beleuchtet sein sowie die Rollläden tagsüber offen und nachts geschlossen sein, um Anwesenheit zu signalisieren. Besonders wer in den Urlaub fährt, sollte dafür sorgen, dass der Briefkasten regelmäßig geleert wird.

Sinnvoll ist es auch, ein Licht im Haus beispielsweise mittels einer Zeitschaltuhr an- und auszuschalten sowie die genaue Reisezeit nicht in den sozialen Medien wie Facebook oder auch auf dem Anrufbeantworter bekanntzugeben. Weitere Tipps zum Thema Einbruchschutz gibt es online auf der Website der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes sowie in den Webportalen www.k-einbruch.de und www.nicht-bei-mir.de.

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