Der Sorgenkatalog der Deutschen

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(verpd) Nach einem aktuellen Sicherheitsreport sorgen sich die Deutschen am meisten davor, zum Pflegefall zu werden oder in die Altersarmut abzurutschen. Die Furcht vor Terroranschlägen nahm allerdings ebenso zu wie die Angst, in ein Gewaltverbrechen verwickelt zu werden.

Das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) hat zum fünften Mal in Folge zusammen mit dem Centrum für Strategie und Höhere Führung einen Sicherheitsreport im Auftrag der Deutschen Telekom AG erstellt. Dazu wurden knapp 1.400 Personen im Alter ab 16 Jahren befragt.

Die Untersuchung befasst sich mit der Risikoeinschätzung in unterschiedlichsten Lebensbereichen. Den Teilnehmern an der Umfrage wurde ein Sorgenkatalog vorgelegt, der insgesamt 23 Positionen auflistet.

Das Pflegerisiko bereitet den Menschen am meisten Angst

Die größte persönliche Sorge bereitet den Menschen, zum Pflegefall werden zu können. Dies nannten in diesem Jahr 48 Prozent der Befragten. An zweiter Stelle steht die Sorge, dass das Geld im Alter nicht reichen wird und Altersarmut droht. Dies befürchten 43 Prozent der Befragten. Weiter gaben 80 Prozent der Befragten an, dass die Altersarmut wohl steigen wird. Nicht einmal jeder Zehnte glaubt, dass sich das Problem der Altersarmut verringern wird.

41 Prozent fürchten sich vor einer lebensbedrohlichen Krankheit wie Krebs. An vierter Stelle des Sorgen-Rankings liegt die Angst, generell einen Einkommensverlust zu erleiden. Das gaben 40 Prozent der Befragten an. Gleich danach folgt die Sorge vor Inflation, sie sank von 40 Prozent in 2014 auf 35 Prozent in 2015. Etwas abgenommen hat auch die Furcht vor verunreinigten Nahrungsmitteln. Letztes Jahr sorgten sich darüber noch 38 Prozent, dieses Jahr sind es 34 Prozent.

An siebter bis neunter Stelle der Sorgenliste stehen die Angst vor Diebstahl und Einbruch mit 30 Prozent sowie die Furcht vor einem Gewaltverbrechen und die Sorge, Opfer eines Online-Datenbetrugs zu werden, mit jeweils 28 Prozent. Auffällig ist die steigende Sorge über Terroranschläge. Hier sehen 28 Prozent eine wachsende Bedrohung. Im Vorjahr sorgten sich darüber nur 17 Prozent der Befragten, das war im Vergleich zu allen anderen Befürchtungen der höchste Anstieg.

Geringe Sorgen vor Arbeitslosigkeit und Stromausfällen

Die anhaltend gute konjunkturelle Entwicklung scheint die Sorge arbeitslos zu werden, auf vergleichsweise geringem Niveau zu halten. Diese Befürchtung teilten wie letztes Jahr 23 Prozent der Befragten. Dabei gaben 33 Prozent an, dass die Arbeitslosigkeit in der Zukunft wieder zunehmen werde, während 25 Prozent an einen weiteren Rückgang glauben.

Höher lag hingegen die Angst von einer Naturkatastrophe, wie von Hochwasser oder Sturm betroffen zu werden. Sie stieg von 22 Prozent im Vorjahr auf 24 Prozent in diesem Jahr. Am Ende der Skala rangieren die Sorgen, dass es zu Stromausfällen oder gar zu einem Zusammenbruch des Stromnetzes kommen könnte. Dies befürchten noch fünf Prozent der Befragten und damit ein Prozent weniger als letztes Jahr.

Insgesamt gesehen fühlen sich die Bürger hierzulande sicherer als im Vorjahr. Der entsprechend den Umfragen errechnete Risikoindex sank leicht von 499 auf 490 Indexpunkte. Allerdings geht die Bevölkerung davon aus, dass einige Risiken wie Altersarmut und Pflegebedürftigkeit im Alter, Lücken in der Datensicherheit und Datenbetrug, Naturkatastrophen sowie Terroranschläge signifikant zunehmen werden.

Persönliche Absicherung

Auch wenn insgesamt die Befürchtungen weniger geworden sind, gibt es dennoch Themen wie Naturkatastrophen, die persönliche finanzielle Lage in der Zukunft oder die eigene Gesundheit, die so manchen unruhig werden lassen. Doch bei vielem, das dem Einzelnen Sorgen bereitet, kann er aktiv etwas unternehmen, um zumindest im Fall des Falles finanziell gut abgesichert zu sein.

Was Sie über Pflegezeit, Pflegeleistungen, Pflegeheim und Elternunterhalt wissen müssen, lesen Sie in unserem aktuellen Ratgeber Angehörige pflegen .

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