Damit Taschendiebe keinen Erfolg haben

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(verpd) Die Zahl der registrierten Taschendiebstähle ist aktuell so hoch wie schon lange nicht mehr. Der reine Diebstahl aus der Bekleidungstasche oder Handtasche gehört laut Polizei insbesondere in der Großstadt neben Pkw-Einbrüchen und Pkw-Sachbeschädigungen sowie Fahrraddiebstahl zu den häufigsten Delikten. Experten erklären, mit welchen Maßnahmen Bürger ihr Risiko vermindern können, Opfer eines Langfingers zu werden.

Nach der aktuellen Kriminalstatistik wurden 2013 hierzulande über 135.600 Taschendiebstähle polizeilich registriert. Das waren 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor und der höchste Stand seit über 20 Jahren. Insgesamt entstand 2013 dabei ein Schaden in Höhe von 39,4 Millionen Euro.

Nur 5,7 Prozent der Taschendiebstähle konnten aufgeklärt werden. Ein Grund ist, dass viele Opfer die Tat nicht gleich bemerken. Zudem sind Taschendiebe häufig professionelle, international agierende Täter, die grenzüberschreitend in ganz Europa tätig sind.

Diebe lieben das Gedränge

Prinzipiell haben es Gauner im Gedränge leichter, unbemerkt an Geldbörsen, Handys und Schmuck zu kommen. Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes nutzen die Diebe daher insbesondere Menschenansammlungen bei Veranstaltungen, in Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln für ihre Taten.

Die Taschendiebe sind in öffentlichen Nahverkehrsmitteln vermehrt in der abendlichen Rushhour sowie bei Bahnhöfen, in Fernzügen und in Flughäfen zur Urlaubs- oder Hauptreisezeit aktiv. In Geschäften und Einkaufszentren ist das Diebstahlrisiko vor allem in den Stunden vor dem Ladenschluss sowie während des Sommer- oder Winterschlussverkaufs und in der Vorweihnachtszeit hoch.

So macht man es Langfingern schwer

Die Polizei rät den Besuchern großer Veranstaltungen, aber auch von viel frequentierten öffentlichen Verkehrsmitteln, Kaufhäusern und Einkaufszentren, grundsätzlich möglichst wenige Wertgegenstände wie Schmuck mitzunehmen. Geld, Kredit- und Zahlungskarten und Handys sollten möglichst getrennt sowie dicht am Körper und immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung wie in einem Brustbeutel, in einer Gürteltasche oder in einer am Gürtel angekettete Geldbörse getragen werden. Wichtig ist es, die Taschen dabei mit der Verschlussseite zum Körper zu tragen.

Hand- und Umhängetaschen sollten immer verschlossen auf der Körpervorderseite getragen oder unter den Arm geklemmt werden. Auch mitgeführte Rucksäcke sollten stets geschlossen sein. Besonders leicht macht man es den Dieben, wenn man Geldbörsen oder Handys für jeden sichtbar in die Einkaufstasche, den Einkaufskorb oder Einkaufswagen legt. Leichtsinnig ist es zudem, die Handtasche im Restaurant, im Kaufhaus oder im Laden, beispielsweise während der Kleideranprobe, nur an eine Stuhllehne zu hängen oder sie irgendwo abzustellen, wo sie unbeaufsichtigt ist.

Miese Ganoventricks

Zudem sollte man darauf achten, dass man nicht auf die diversen Tricks und Ablenkungsmanöver von Dieben reinfällt. Die Polizei nennt hier beispielsweise den Rempel-Trick. Dabei wird das Opfer von den Dieben im Gedränge angerempelt oder beim Einsteigen in ein öffentliches Verkehrsmittel stolpert der der Dieb vermeintlich, bückt sich oder bleibt plötzlich stehen. Während das Opfer mit ihm zusammenstößt oder abgelenkt ist, beklaut ihn der Komplize des Diebes.

Auch im Supermarkt arbeiten Diebe mit Tricks. Sie fragen das Opfer beispielsweise nach einer bestimmten Ware. Während der Hilfsbereite danach sucht, räumen die Diebe seine Tasche am Einkaufswagen aus.

Kostenlose Ratgeber, wie man sich vor Diebstahl schützt

Auch vermeintlich hilfsbereite Menschen können sich als gemeine Diebe entpuppen: Bereits auf mehreren Parkplätzen in Städten wurden in der Vergangenheit vermehrt Autofahrerinnen von einer Person darauf aufmerksam gemacht, dass an ihrem Wagen etwas nicht stimmt, zum Beispiel Öl ausläuft. Während die Ahnungslose aussteigt, um nachzusehen, greift sich ein anderer die im Autoinnern liegen gelassene Handtasche und läuft davon.

Weitere Tricks der Diebe sind online auf der Webseite der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes beschrieben. Auf dem Webportal sind zudem zusätzliche Ratschläge zur eigenen Sicherheit zum Thema Taschen- und Trickdiebstahl zu finden. Außerdem stehen hier diverse kostenlos herunterladbare Broschüren der Polizei mit entsprechenden Präventionsmaßnahmen gegen Diebe, wie der Ratgeber „Langfinger machen niemals Urlaub“ und „Schlauer gegen Klauer!“ zur Verfügung.

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