Bezugsgröße in der Sozialversicherung steigt

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Die Einkommen steigen und dementsprechend verändern sich auch die Rechengrößen in der gesetzlichen Sozialversicherung. Eine für viele Sozialleistungen maßgebliche Rechengröße stellt die Bezugsgröße dar

Die Höhe der Bezugsgröße ändert sich fast jedes Jahr. Sie wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales festgelegt und vom Bundesrat abgesegnet.

Die Bezugsgröße bemisst sich am Durchschnittsentgelt des vorvergangenen Kalenderjahrs von allen in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherten, aufgerundet auf den nächsthöheren, durch 420 teilbaren Betrag.

In den neuen Bundesländern (NBL) gilt eine niedrigere Bezugsgröße als in den alten Bundesländern (ABL). Diese wird durch einen Umrechnungswert ermitteilt, der auf die Bezugsgröße der alten Bundesländer angewandt wird. Auch hier wird das Ergebnis aufgerundet auf den nächsthöheren, durch 420 teilbaren Betrag.

Das Aufrunden auf einen durch 420 teilbaren Betrag dient dazu, dass die jährliche Bezugsgröße immer einen glatten Betrag ergibt, wenn sie durch 7 (Kalendertage pro Woche) oder durch 5 (Arbeitstage pro Woche) oder durch 12 (Monate pro Woche) geteilt wird.

Der Zweck der Bezugsgröße besteht darin, dass der Gesetzgeber der Einkommense ntwicklung Rechnung tragen kann, ohne jedes einschlägige Gesetz ändern zu müssen (siehe unten "Abhängige Werte").

Bezugsgrößen seit der Wiedervereinigung Deutschlands
Jahr ABL monatlich ABL jährlich NBL monatlich NBL jährlich
2012 2.625 Euro
31.500 Euro 2.240 Euro 26.880 Euro
2011
2.555 Euro 30.660 Euro 2.170 Euro 26.040 Euro
2010 2.555 Euro 30.660 Euro 2.170 Euro 26.040 Euro
2009 2.520 Euro 30.240 Euro 2.135 Euro 25.620 Euro
2008 2.485 Euro 29.820 Euro 2.100 Euro 25.200 Euro
2007 2.450 Euro 29.400 Euro 2.100 Euro 25.200 Euro
2006 2.450 Euro 29.400 Euro 2.065 Euro 24.780 Euro
2005 2.415 Euro 28.980 Euro 2.030 Euro 24.360 Euro
2004 2.415 Euro 28.980 Euro 2.030 Euro 24.360 Euro
2003 2.380 Euro 28.560 Euro 1.995 Euro 23.940 Euro
2002 2.345 Euro 28.140 Euro 1.960 Euro 23.520 Euro
2001 4.480 DM 53.760 DM 3.780 DM 45.360 DM
2000 4.480 DM 53.760 DM 3.640 DM 43.680 DM
1999 4.410 DM 52.920 DM 3.710 DM 44.520 DM
1998 4.340 DM 52.080 DM 3.640 DM 43.680 DM
1997 4.270 DM 51.240 DM 3.640 DM 43.680 DM
1996 4.130 DM 49.560 DM 3.500 DM 42.000 DM
1995 4.060 DM 48.720 DM 3.290 DM 39.480 DM
1994 3.920 DM 47.040 DM 3.080 DM 36.960 DM
1993 3.710 DM 44.520 DM 2.730 DM 32.760 DM
1992 3.500 DM 42.000 DM 2.100 DM 25.200 DM
1991 3.360 DM 40.320 DM 1.540 DM 18.480 DM
1990 3.290 DM 39.480 DM 1.400 DM 16.800 DM
(alle Angaben ohne Gewähr)

Abhängige Werte
  • 1/7 der Bezugsgröße entspricht der Einkommensgrenze für die Berechtigung zur beitragsfreien Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung,
  • Familienversicherung, § 10 SGB V: Obergrenze für das Gesamteinkommen aus einer nicht geringfügig entlohnten Beschäftigung,
  • freiwillige Krankenversicherung, § 9 SGB V: verschiedene Mindestbemessungsgrundlagen zur Beitragseinstufung,
  • Freibeträge zur Berechnung der Belastungsgrenze für Zuzahlungen in der Krankenversicherung und der Bezuschussung bei Gewährung von Zahnersatz,
  • verkürzte Anwartschaftszeit (sechs Monate) in der Arbeitslosenversicherung bei überwiegender Kurzzeitbeschäftigung und Arbeitsentgelt bis zur Bezugsgröße, § 123 Abs. 2 SGB III,
  • 1/50 der Bezugsgröße bildet nach § 3b Abs. 1 Nr. 1 VAHRG die Grenze für das Supersplitting/Superquasisplitting/Superrealteilung im Versorgungsausgleich,
  • mit der Neuregelung des Versorgungsausgleichs ab 1.9.2009 hängt von der Bezugsgrenze die Möglichkeit des Versorgungsträgers ab, eine externe Realteilung ohne Zustimmung der ausgleichsberechtigten Person zu verlangen (vgl. § 14 Abs 2 Nr. 2 VersAusglG),
  • Einstufung als leitender Angestellter im Zweifelsfall gemäß § 5 Abs. 4 Nr. 4 BetrVG, wenn das Jahreseinkommen das Dreifache der Bezugsgröße überschreitet,
  • Kraftfahrzeug-Hilfeverordnung, § 6 KfzHV: Art und Höhe der Förderung bei der Beschaffung eines Kraftfahrzeugs im Falle einer Behinderung,
  • Berechnung des Arbeitsentgelts und der Ausbildungshilfe für den allgemeinen Strafvollzug und den Jugendstrafvollzug,
  • 1/160 der Bezugsgröße ist der Mindestbetrag bei der Entgeltumwandlung gemäß § 1a BetrAVG,
  • Abfindungen von Leistungen der betrieblichen Altersversorgungen sind gemäß § 3 BetrAVG nur bis einem Betrag von 1,0 Prozent der Bezugsgröße zulässig (bei Kapitalleistungen das 120-Fache davon),
  • Höhe des Zuschusses der Krankenversicherung zur stationären Hospizversorgung § 39a Abs. 2 Satz 6 SGB V,
  • Höhe des Beitrags des Bundes zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung für SGB II-Bezieher (§ 251 Abs. 4 2. HS i. V. m. § 232a Abs. 1 Nr. 2 SGB V und § 18 Abs. 1 SGB IV × aktueller Beitragssatz zur GKV und GPV × 30 als Monatsbeitrag),
  • Höhe des von der Pflegeversicherung zu tragenden Beitrags einer rentenversicherungspflichtigen Pflegeperson (§ 166 Abs. 2 SGB VI i. V. m. § 18 SGB IV).
Bezugsgrößen von 1950 bis 1989
Jahr monatlich jährlich
1989 3.150 DM 37.800 DM
1988 3.080 DM 36.960 DM
1987 3.010 DM 36.120 DM
1986 2.870 DM 34.440 DM
1985 2.800 DM 33.600 DM
1984 2.730 DM 32.760 DM
1983 2.590 DM
31.080 DM
1982 2.450 DM 29.400 DM
1981 2.310 DM 27.720 DM
1980 2.205 DM 26.460 DM
1979 2.100 DM 25.200 DM
1978 1.960 DM 23.520 DM
1977 1.820 DM 21.840 DM
1976 1.715 DM 20.580 DM
1975 1.540 DM 18.480 DM
1974 1.365 DM 16.380 DM
1973 1.260 DM 15.120 DM
1972 1.120 DM 13.440 DM
1971 1.015 DM 12.180 DM
1970 910 DM 10.920 DM
1969 875 DM 10.500 DM
1968 840 DM 10.080 DM
1967 770 DM 9.240 DM
1966 735 DM 8.820 DM
1965 665 DM 7.980 DM
1964 630 DM 7.560 DM
1963 595 DM 7.140 DM
1962 525 DM 6.300 DM
1961 490 DM 5.880 DM
1960 455 DM 5.460 DM
1959 455 DM 5.460 DM
1958 420 DM 5.040 DM
1957 385 DM 4.620 DM
1956 385 DM 4.620 DM
1955 350 DM 4.200 DM
1954 350 DM 4.200 DM
1953 315 DM 3.780 DM
1952 280 DM 3.360 DM
1951 245 DM 2.940 DM
1950 210 DM 2.520 DM
(alle Angaben ohne Gewähr)

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