Betrunkener Fußgänger randaliert: Führerschein weg

Betrunkener Fußgänger randaliert: Führerschein weg

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Die Fahrerlaubnisbehörde erfuhr durch ein polizeiliches Einsatzprotokoll von einem Vorfall, bei dem ein betrunkener Mann ein äußerst aggressives Verhalten an den Tag legte. Sie entzog ihm deshalb den Führerschein.

Der Mann lief mit 2,5 ‰ Alkohl im Blut durch die Stadt, montierte dabei von einem fremden Fahrrad die Reifen ab und trat ständig gegen Häuserwände, Straßenschilder und Verkehrseinrichtungen. Dabei hatte die Polizei vermerkt, dass der Mann trotz der hohen Promillezahl noch absolut klar und berechnend wirkte. Aufgrund dessen vermutete die Behörde eine Alkoholabhängigkeit und forderte ein ärztliches Gutachten diesbezüglich. Andernfalls drohte sie, ihm den Führerschein zu entziehen.

Nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Trier auch zu Recht. Auch wenn der Mann zum damaligen Zeitpunkt weder mit dem Auto noch mit dem Fahrrad unterwegs war, legt sein Verhalten doch den Schluss nahe, dass er möglicherweise nicht geeignet ist, ein Fahrzeug zu führen. Einerseits scheint der Alkoholmissbrauch sein Verhalten dermaßen zu beeinflussen, dass er äußerst aggressiv wird. Damit erscheint es durchaus möglich, dass der Mann unter (massiven) Alkoholeinfluss nicht mehr in der Lage ist, sein Verhalten gegenüber seiner Umwelt angemessen zu steuern.

Andererseits deutet die Tatsache, dass er trotz der 2,5 ‰ Blutalkoholkonzentration (BAK) noch klar und deutlich kommunizieren konnte, auf eine erhöhte Toleranz gegenüber Alkohol hin – das heißt, er verträgt durch häufigen und übermäßigen Alkoholkonsum mehr als üblich.

Verdichten sich die Hinweise auf eine bestehende Alkoholabhängigkeit wie in diesem Fall, muss die Behörde auf einem ärztlichen Gutachten zur Abklärung bestehen – und zwar unabhängig davon, ob der Betreffende alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen hat oder nicht (VG Trier, Urteil vom 9.5.2016, 1 L 1375/16.TR).

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