Altersvorsorgevollmacht oft sinnvoller als Patientenverfügung

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Mit dem Alter steigt das Risiko, geschäftsunfähig zu werden und damit keine wirksamen Entscheidungen mehr treffen zu können. Dann setzt das Vormundschaftsgericht einen Betreuer ein. Abhilfe schafft eine Altersvorsorgevollmacht.

Mit einer Altersvorsorgevollmacht kann jeder für den Fall, dass er selbst später keine wirksamen rechtsgeschäftlichen Erklärungen mehr abgeben kann, diejenige Person seines Vertrauens einsetzen kann, die später im Falle eines Falles als sein Bevollmächtigter handeln soll.

Tipp
Die Ausstellung einer Vorsorgevollmacht kann die derzeit umstrittene Patientenverfügung sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen. Experten empfehlen dieses Vorgehen, weil eine Person des eigenen Vertrauens im Fall der Einwilligungsunfähigkeit besser entscheiden kann, welche Maßnahmen im Interesse des Patienten liegen und welche nicht. Denn oftmals verändern sich die Lebensumstände oder die medizinischen Therapiemöglichkeiten, sodass es passieren kann, dass eine vorzeitig verfasste Patientenverfügung nicht mehr dem Willen des Verfügenden entspricht.


Mit dieser Vorsorgevollmacht bevollmächtigt der Vollmachtgeber eine andere Person, für den Fall einer Notsituation alle oder vorher genau bestimmte Aufgaben für ihn zu erledigen. Der Bevollmächtigte wird damit zum Vertreter im Willen, d. h., er entscheidet an Stelle des nicht mehr entscheidungsfähigen Vollmachtgebers.

Tipp
Die Erteilung einer Vorsorgevollmacht setzt uneingeschränktes Vertrauen zu dem eingesetzten Bevollmächtigten voraus und sollte nicht leichtfertig erteilt werden.

Die Altersvorsorgevollmacht macht die Einsetzung eines gerichtlich bestellten Betreuers entbehrlich. Das erspart den Angehörigen umständliche gerichtliche und behördliche Verfahren.

Die Vorsorgevollmacht kann formfrei erteilt werden, soweit es nicht um Grundstücksgeschäfte geht. Notwendig ist jedoch auf jeden Fall die Schriftform. Die Vollmacht muss den Namen des  Bevollmächtigten enthalten und den genauen Aufgabenkreis, für den Vollmacht erteilt wird.

Ggfs. ist ein Ersatzbevollmächtigter zu benennen. Wenn eine Vorsorgevollmacht erteilt wurde, muss dafür gesorgt werden, dass die Vollmacht möglichst bald in die Hände des Bevollmächtigten gelangt. Da die Vorsorgevollmacht aber oft erst dann wirksam werden soll, wenn der Betroffenen selbst nicht mehr handeln kann, muss ein Arzt das Vorliegen des Einsatzfalls feststellen.

Auf jeden Fall muss die Tatsache, dass man einen Bevollmächtigten benannt hat, im Notfall auch bekannt werden. Das kann bei Unfällen oder Erkrankungen auf Reisen Probleme bereiten. Hierbei kann eine Vorsorgekarte mit dem Namen des Bevollmächtigten hilfreich sein, die man immer bei sich tragen sollte.

Seit 1.3.2005 können alle Bürgerinnen und Bürger ihre Vorsorgevollmachten auch beim Zentralen Vorsorgeregister in Berlin melden. Die Eintragung im Register hilf, im Betreuungsfall den Bevollmächtigten zu finden. Die Gerichte sind verpflichtet dort nachzufragen, bevor sie einen Betreuer einsetzen wollen.

Anschrift
Zentrales Vorsorgeregister
Kronenstraße 42
10117 Berlin
Telefon 0180-5355050
www.vorsorgeregister.de

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