Altersteilzeit: Bei Krankheit länger arbeiten

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Das beliebte Blockmodell bei der Altersteilzeit hat auch Haken und Ösen – etwa dann, wenn ein Altersteilzeitler in der Arbeitsphase längere Zeit erkrankt und somit gar kein Guthaben anspart. Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf entschied am 2.11.2009, dass sich in solchen Fällen die vereinbarte Arbeitsphase verlängern kann (Az. 14 Sa 811/09.

Das Modell nennt sich zwar "Altersteilzeit", doch die betroffenen Arbeitnehmer arbeiten nur äußerst selten in Teilzeit. Bei Altersteilzeit-Vereinbarungen hat sich vielmehr in der Praxis das sogenannte Blockmodell durchgesetzt. Dabei arbeitet der Arbeitnehmer zunächst eine Zeit lang voll weiter, d.h. "am Block", ihm wird jedoch nur ein aufgestockter Teilzeitlohn gezahlt. Somit spart er ein Zeit- bzw. Wertguthaben an. In der anschließenden Freistellungsphase muss er nicht mehr arbeiten und erhält nach und nach sein Guthaben ausgezahlt.


Doch Altersteilzeitler können nicht sicher davon ausgehen, dass sie ab dem vereinbarten Termin von der Arbeit freigestellt werden. In dem entschiedenen Fall hatte ein Angestellter ein Altersteilzeitmodell vereinbart, das eine zweieinhalb Jahre dauernde Arbeitsphase vorsah. Ihr sollte sich eine ebenso lange dauernde Freistellungsphase anschließen. Der Arbeitnehmer erkrankte aber in der Arbeitsphase wiederholt für länger als sechs Wochen. Der von ihm abgeschlossene Altersteilzeit-Vertrag sah vor, dass er die Hälfte des Zeitraums, in dem er Krankengeld bezog, nacharbeiten müsse. Entsprechend verschob sich der Beginn der Freistellungsphase nach hinten, sodass sie sich um 158 Tage verkürzte. Die hiergegen eingelegte Klage wies das Landesarbeitsgericht Düsseldorf zurück.


Die Richter gaben dem Arbeitgeber recht. In der Arbeitsphase spare der Mitarbeiter ein Guthaben an, das ihm in der Freistellungsperiode ausgezahlt werde. In der Zeit einer längeren Erkrankung erarbeite er sich kein Guthaben. Eine gesetzliche Regelung, wie mit solchen Zeiträumen umgegangen werden solle, gebe es nicht. Daher hätten Arbeitgeber und Mitarbeiter vereinbart, dass eine Verpflichtung zur "Nacharbeit" bestehe. Diese Regelung sei sachgerecht und angemessen.

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