Rürup-Rente jetzt ab dem ersten Euro steuerlich absetzbar

Rückwirkend zum 1.1.2006 soll die als Rürup-Rente bekannte steuerlich geförderte Basisrente nachgebessert werden. Damit wird ein Konstruktionsfehler korrigiert, den der Gesetzgeber in das Alterseinkünftegesetz eingebaut hat, das seit 1.1.2005 gilt.

Die dort vorgesehene automatische Günstigerprüfung durch das Finanzamt hat besonders bei selbstständigen Unternehmern und Freiberuflern mit geringen Versicherungsaufwendungen dazu geführt, dass sich ihre Beiträge zur Rürup-Rente oft steuerlich nicht ausgewirkt haben.

Was bedeutet Günstigerprüfung?

Die Günstigerprüfung besteht in einem Vergleich des Sonderausgaben-Abzugs nach altem und nach neuem Recht. Nach altem Recht konnten Selbstständige jährlich bis zu 5.069 Euro für Versicherungsbeiträge steuerlich absetzen. Nach neuem Recht gibt es für Selbstständige einen Freibetrag für sonstige Vorsorgeaufwendungen in Höhe von 2.400 Euro und einen Altersvorsorgefreibetrag von 20.000 Euro der mit steigenden Anteilen absetzbar ist, im Jahr 2006 mit 62 Prozent. Beiträge zur Rürup-Rente wirkten sich bisher, solange die Günstigerprüfung durchgeführt wurde, erst ab einer Einzahlung von 4.305 Euro im Jahr 2006 steuermindernd aus.

Das ist jetzt so geändert, dass sich auch für Selbstständige, die den früheren Sonderausgabenabzug für Versicherungsbeiträge noch nicht ausgeschöpft haben, Beiträge zur Rürup-Rente ab dem ersten Euro steuersenkend auswirken. Einzahler erhalten dabei sogar den Vorteil, dass Rürup-Beiträge bis zum alten Sonderausgaben-Höchstbetrag von 5.069 Euro zu 100 Prozent angesetzt werden, sofern keine anderen Versicherungsbeiträge geltend gemacht werden.

Steuersparmodell vor allem für steuerpflichtige Rentner

Für Arbeitnehmer und Beamte sowie Rentner und Pensionäre gibt es das Problem mit der Günstigerprüfung nicht, weil sie nur wesentlich weniger Versicherungsbeiträge steuerlich absetzen konnten und auch nach neuem Recht können als Selbstständige und Freiberufler. Das liegt vor allem daran, dass bei Arbeitnehmern mögliche Abzugsbeträge bereits durch den Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung ausgeschöpft wird, bei Beamten gilt eine entsprechende Regelung.

Betuchte Rentner (Ehepaare) können bis zu 20.000 Euro (40.000 Euro) im Jahr in eine Rürup-Sofortrente einzahlen und so ihre Steuerlast senken. In diesem Jahr sind 62 Prozent dieser Beiträge steuermindernd absetzbar, also maximal 12.000 Euro (24.000 Euro). Andererseits unterliegen nur 52 Prozent der im Jahr 2006 beginnenden Rente der Besteuerung. Je jünger der Rentner bei der Einzahlung ist, desto besser, da der steuerpflichtige Anteil, der zu Beginn der Rentenlaufzeit festgestellt wird, lebenslang gleich bleibt und der Rentenfreibetrag länger genutzt werden kann.

Lukrativ dürfte die Rürup-Rente auch für Selbstständige sein, da diese Rentenform für sie nach dem Wegfall der steuerfreien Kapitallebensversicherung die einzige Möglichkeit bietet, steuermindernd fürs Alter vorzusorgen.

Im Gegensatz zu Arbeitnehmern und Beamten können Selbstständige und Rentner den Höchstbetrag nutzen, weil keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung den Steuervorteil mindern. Weiterer Vorteil der Rürup-Rente: Die Ersparnisse sind pfändungssicher.

2006 gültige Steuersätze für die Rürup-Rente
Phase  
Steuerliche Betrachtung
Beitragsphase 62 % steuerlich absetzbar
Auszahlungsphase 52 % steuerpflichtig


Unser Versicherungstipp
Steuern sparen mit Altersvorsorge in Form einer Rürup-Rente ist jetzt noch lukrativer. Allerdings: Ohne vorherige Klärung der steuerlichen Auswirkungen durch einen versierten Steuerberater sollten Sie keine solche Police abschließen. Und denken Sie immer daran: Wie in der gesetzlichen Rentenversicherung erlischt der Anspruch auf Rentenzahlung beim Tod des Begünstigten, gegebenenfalls schon nach einer Rentenlaufzeit von nur einem Tag.

Weitere News zum Thema

  • Die doppelte Haushaltsführung und die Steuer

    [] (verpd) Kosten für eine beruflich veranlasste notwendige Einrichtung einer Zweitwohnung können dem Finanzamt gegenüber in voller Höhe steuermindernd geltend gemacht werden. Das hat das Finanzgericht Düsseldorf mit einem kürzlich veröffentlichten Urteil entschieden (Az. 13 K 1216/16 E). mehr

  • Streit um das Parken auf schmalen Straßen

    [] (verpd) Die in der Straßenverkehrsordnung enthaltene Vorschrift, dass das Parken gegenüber Grundstückseinfahrten und Ausfahrten auf schmalen Fahrbahnen verboten ist, ist teilweise unwirksam. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg hervor (Az. 5 S 1044/15). mehr

  • Sicher unterwegs mit dem Vierbeiner im Auto

    [] (verpd) Ein mittelgroßer Hund mit 20 Kilogramm Gewicht entwickelt ungesichert bei einem Aufprall mit 50 Stundenkilometern eine Wucht von bis zum 30-Fachen seines Körpergewichts, also 600 Kilogramm. Das ist lebensgefährlich für die Insassen und den Hund. Deshalb schreibt der Gesetzgeber vor, dass Tiere im Auto entsprechend gesichert werden müssen. Anderenfalls drohen ein Bußgeld und sogar Punkte im Flensburger Fahreignungsregister. mehr

  • Ärger vermeiden beim Gebrauchtwagenkauf

    [] (verpd) Wer sich einen Gebrauchtwagen kauft, sollte sich nicht allzu sehr von Emotionen leiten lassen. Denn auch, wenn ein infrage kommender Wagen optisch gut aussieht sowie die gewünschte Ausstattung und Motorisierung hat, garantiert das noch lange keinen dauerhaften Fahrspaß. Denn viele Mängel und Schaden erkennt man nicht auf den ersten Blick. Eine Checkliste hilft beim Überprüfen des Fahrzeugs, um teure Überraschungen zu vermeiden. mehr

  • Aus Preisschaukelei bei eBay folgt Schadensersatz

    [] Ein Verkäufer hatte bei eBay einen gebrauchten Pkw zum Startgebot von einem Euro angeboten. Ein Kaufinteressent bot auf niedrigem Niveau mit. Zwischenzeitlich betrug sein Höchstgebot 1,50 Euro. Der Verkäufer griff daraufhin in die Auktion ein und gab über einen Zweitaccount eigene Angebote ab, um den Preis für den VW Golf 6 in die Höhe zu treiben. Er überbot den Interessenten immer wieder und gab schließlich ein letztes Höchstgebot von 17.000 Euro ab. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.