Sicherheitstipps für Wanderer

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(verpd) Jedes Jahr müssen die Bergrettungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Zigtausend verunglückte oder verirrte Wanderer bergen.

Damit es nicht so weit kommt, sollte jeder, der eine Wandertour unternimmt, ein paar Sicherheitsregeln beachten.

Laut der Bergwacht des Deutschen-Roten Kreuzes sind die Hauptursachen für Bergwanderunfälle Selbstüberschätzung und eine mangelnde Kondition. Weitere Gründe sind nach Aussagen des Deutschen Alpenvereins (DAV) auch Leichtsinn und ein zu geringes alpines Können.

Nach einer Auswertung des DAV ist die Mehrheit der Bergunfälle auf Stürze und Stolpern sowie auf körperliche Probleme wie Herz-Kreislauf-Versagen zurückzuführen. Ein großer Anteil der in Not geratenen Wanderer muss auch gerettet werden, weil sie zu erschöpft sind, um umzukehren oder weil sie sich verirrt haben. Mit einer vernünftigen Planung der Wanderroute und einigen Verhaltensregeln beim Wandern lässt sich nach Angaben von Experten das Unfallrisiko jedoch erheblich reduzieren.

Auf eine gute Planung kommt es an

Da nicht jeder durchtrainiert und mit einem alpinen Gelände vertraut ist, sollte die gewählte Wanderroute, wie zum Beispiel ihr Schwierigkeitsgrad, aber auch der Zeitaufwand für eine Tour, entsprechend der Kondition der Wanderer gewählt werden.

Wer beispielsweise selbst untrainiert ist oder mit Kindern oder Senioren unterwegs ist, muss andere Anforderungen an die Tour stellen als ein Leistungssportler oder jemand, der jede Woche in die Berge geht, um beispielsweise sein Herz-Kreislauf-System und die Gelenke nicht zu überlasten. Die geplante Tour sollte unter Berücksichtigung von ausreichenden Ruhe- und Trinkpausen noch vor Einbruch der Dunkelheit bewältigt werden können.

Informationen zu den Schwierigkeitsgraden der einzelnen Wanderwege sowie Zeitangaben, in welcher Zeit einzelne Streckenabschnitte bewältigt werden können, bieten oftmals ortsnahe Touristinformationen. Beispielsweise gibt es nach der international anerkannten Wanderskala des Schweizer Alpen-Clubs sechs Schwierigkeitsgrade (T1 bis T6) bei den Wanderwegen.

Wanderwege haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade

Für Personen mit wenig Kondition sowie für das Wandern mit Kindern empfehlen sich reine Wanderwege der Klasse T1. Sie sind meist gut ausgebaut und verlaufen in flachem oder leicht geneigtem Gelände, bei dem in der Regel keine Absturzgefahr besteht. Die Beschilderung ist meist in Gelb gehalten.

Bergwanderwege der Klasse T2 sind für trittsichere Personen geeignet. Die Wege weisen eine durchgehende Trasse und ausgeglichene Steigungen auf, allerdings kann das Gelände steil sein, sodass eine Absturzgefahr nicht ausgeschlossen werden kann. Eine gute Kondition und alpine Erfahrungen sind bei anspruchsvollen Bergwanderwegen der Klasse T3 erforderlich. Hier ist der Weg teils mit Ketten und Seilen gesichert, damit Wanderer sich daran festhalten können, um nicht abzustürzen. Die Wege können durch Geröll schwer begehbar sein.

Für T4-Wege ist eine alpine Erfahrung wichtig. Die zum Teil steilen Wege sind hier nicht immer durch Wegspuren als solche zu erkennen und an manchen Stellen muss man die Hände einsetzen, um vorwärtszukommen. Zudem müssen eventuell Gletscher überquert werden. Je nach Region gibt es aber auch andere Schwierigkeitsgrad-Skalen. Häufig werden leichte Wanderwege mit Blau oder keiner Farbe, mittelschwere mit Rot und schwere mit Schwarz gekennzeichnet.

Auf das Wetter und die richtige Ausrüstung achten

Doch nicht nur die Wanderwege selbst, auch die Wetterverhältnisse können ein erhebliches Unfallrisiko bergen. Daher gilt es, sich vor der Wandertour zu informieren, ob mit Gewitter oder Sturm zu rechnen ist. Experten empfehlen zudem, niemals alleine auf Tour zu gehen. Grundsätzlich sollte man beim Wandern nicht von den markierten Wanderwegen abweichen. Vermeintliche Abkürzungen erhöhen oftmals das Unfallrisiko, da zum Beispiel Felsen oder Waldböden rutschiger sein können als gedacht; zudem besteht die Gefahr, sich zu verlaufen.

Experten raten prinzipiell dazu, eine Wanderkarte mitzunehmen und sich vorher das Gelände auf der Karte anzusehen. Wer sich nur auf das Navigationsprogramm seines Smartphones oder auf ein spezielles GPS-Gerät für Wanderer verlässt, kann schnell Probleme bekommen, wenn die mobilen Begleiter nicht richtig funktionieren.

Für die richtige Kleidungswahl zum Wandern empfiehlt sich ein sogenannter Zwiebellook. Hat der Wanderer über einem leichten, luftigen Outfit noch eine wärmende Kleidung an, kann er je nach Bedarf variieren. Die Schuhe sollten bei den unterschiedlichsten Untergründen wie Schotterwegen, nassen Wiesen oder morastigen Waldwegen Trittsicherheit bieten und bei Regen die Füße trocken halten. Empfehlenswert sind spezielle Wanderschuhe mit griffigem Profil und einer wasserabweisenden Oberfläche. Straßenschuhe oder Turnschuhe sind zum Wandern ungeeignet.

Von der Notfallnummer bis zur finanziellen Absicherung

Wanderstöcke helfen nicht nur das Gleichgewicht zu halten, sondern entlasten auch die Gelenke. Wichtig sind auch Verbandszeug, eine Rettungsdecke, Blasenpflaster sowie Sonnen- und Regenschutz.

Für den Notfall empfiehlt sich die Mitnahme eines Mobiltelefons, in das die wichtigsten Notrufnummern des Wandergebietes abgespeichert sind. Für Deutschland und für diverse andere Länder Europas gilt auch für die Bergrettung die allgemeine EU-weite Notrufnummer 112. Der nationale (Berg-)Rettungsdienst hat in Österreich die Rufnummer 140, in der Schweiz die 144 oder die 1414, in Italien beziehungsweise in Südtirol die 118 und in Frankreich die 15.

Da ein Unfall eines Wanderers auch bei größter Vorsicht nicht ausgeschlossen werden kann, sollte man frühzeitig an die Absicherung der finanziellen Folgen eines Unfalles denken. So ist bei Wandertouren im Ausland eine Auslandsreisekrankenversicherung unverzichtbar, da ohne eine solche Police die Kosten für eine Bergrettung und/oder medizinische Hilfe häufig vom Betroffenen selbst getragen werden müssen. Bei fast allen Unfällen, egal wo und wie sie passieren, hilft eine private Unfallversicherung weiter, wenn es darum geht, Kostenschutz im Invaliditätsfall zu haben.

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