Reisestorno oder -abbruch wegen einer Naturkatastrophe

Reisestorno oder -abbruch wegen einer Naturkatastrophe

 - 

(verpd) Der Hurrikan Irma hat vor Kurzem gleich mehrere beliebte Reiseziele verwüstet, was letztendlich auch viele Touristen davon abhalten wird, eine bereits gebuchte Reise dorthin anzutreten. Und keiner kann sicher sein, ob nicht auch künftig Naturereignisse wie Erdbeben, Überschwemmungen oder Stürme weitere Urlaubsregionen zerstören. Für Urlauber ist es daher wichtig zu wissen, inwieweit sie bereits gebuchte Reisen in solchen Fällen ohne finanzielle Nachteile stornieren oder abbrechen können.

Wer eine Reise bucht, kann auch ohne Grund zu jeder Zeit vom Reisevertrag zurücktreten. Allerdings ist dieser Vertragsrücktritt meist mit erheblichen Kosten verbunden. Denn laut dem Reiserecht, das unter anderem im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt ist, kann der Reiseveranstalter in diesem Fall vom Kunden eine angemessene Entschädigung (Stornogebühr) verlangen.

Abhängig von der Zeit, die zwischen der Stornierung des Reisevertrags und dem darin angegebenen Reisebeginn liegt, kann die Stornogebühr bis zur Höhe des gesamten Reisepreises betragen. Wer jedoch aufgrund eines Ereignisses im Urlaubsgebiet, das als höhere Gewalt gilt und bei Vertragsabschluss noch nicht vorhersehbar war, eine gebuchte Reise noch vor Reiseantritt kündigt, muss in der Regel keine Stornogebühren entrichten.

Die optimale Immobilienfinanzierung Detaillierte Checklisten, umfangreiche Finanzierungskonzepte und leicht verständliche Beispielrechnungen sorgen dafür, dass Sie mit Ihren Kreditgebern auf Augenhöhe verhandeln können.

Stornierung und ...

Im Webauftritt des Auswärtigen Amtes heißt es dazu: "Eine Kündigung des Reisevertrags ist sowohl vor als auch nach Reiseantritt zulässig, wenn die Reise durch höhere Gewalt im Zielland erheblich gefährdet wird und dies im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses nicht vorhersehbar war." Geregelt ist dies in Paragraf 651 j BGB.

Weiter ist im Internetauftritt des Auswärtigen Amtes zu lesen: "Der Reiseveranstalter hat dann für auf dem Reisevertrag beruhende Kosten Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe des Anteils des Reisepreises, der auf bereits erbrachte oder noch zu erbringende Leistungen entfällt; solche Kosten fallen jedoch häufig vor Reiseantritt nicht an. Eventuelle Mehrkosten für die Rückreise sind von Reisendem und Reiseveranstalter je zur Hälfte zu tragen; sonstige Mehrkosten trägt der Reisende."

Wie Gerichtsurteile belegen, gelten Ereignisse wie Krieg oder Kriegsgefahr, innere Unruhen und Naturkatastrophen wie Erdbeben, großflächige Überschwemmungen und Vulkanausbrüche in der Region, in welche man reisen möchte, als höhere Gewalt.

Wie Sie trotz Niedrigzinsen und Inflation Ihr Geld vermehren können, erläutern Finanzexperten in unserem geldwerten Ratgeber Niedrigzinsen und Inflation: So retten Sie Ihre Ersparnisse.

... Reiseabbruch wegen höherer Gewalt

Eine kostenfreie Stornierung wegen höherer Gewalt ist zudem nur möglich, wenn der Reisetermin nicht erst Wochen nach Eintreten des betreffenden Ereignisses liegt, da in vielen Fällen die Gefahr für den Reisenden dann nicht mehr besteht. Auch wenn noch vor Abschluss des Reisevertrages der Reiseveranstalter oder das Auswärtige Amt vor einer Reise zu dem gewünschten Ziel gewarnt haben, ist eine kostenlose Stornierung in der Regel nicht möglich.

Kommt es während einer bereits angetretenen Urlaubsreise zu einer Naturkatastrophe am Urlaubsort, kann man als Urlauber die Reise abbrechen. Allerdings hat man dann nur Anspruch auf eine finanzielle Rückerstattung für die noch nicht erbrachten Leistungen, wie zum Beispiel für die durch den Reiseabbruch noch nicht in Anspruch genommenen Übernachtungen.

Ist zudem der Rückflug beim Reiseabbruch teurer als der normale in der Reise enthaltene Rückflug, sind die Differenzkosten vom Urlauber und vom Reiseveranstalter in gleichen Teilen zu tragen. Zusatzkosten, die zum Beispiel wegen zusätzlicher Übernachtungen außerhalb des Urlaubsortes notwendig sind, hat in der Regel der Reisende alleine zu tragen.

Alles Wissenwerte zur gesetzlichen Rente einschließlich aller Neuerungen zum 1.7.2017 erfahren Sie in unserem aktualisierten Dossier Der kleine Rentenratgeber.

Kostenschutz für Individualreisende ...

Übrigens: Nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen haben Individualreisende, die nur den Flug gebucht haben, kein kostenloses Stornierungsrecht bei höherer Gewalt. Sie müssen auch eventuell anfallende Kosten für eine gewünschte Umbuchung selbst bezahlen. Wird jedoch der Flug ersatzlos gestrichen, gibt es den Flugpreis zurück.

Wer Kostenschutz haben möchte, wenn er aus persönlichen Gründen eine gebuchte Reise stornieren oder abbrechen muss, sollte zeitnah zur Reisebuchung eine Reisestorno- und Abbruchversicherung abschließen. Denn bei einem Reisestorno oder -abbruch aus persönlichen Gründen wie einer plötzlichen schweren Erkrankung oder einem Todesfall in der Familie kann der Reiseveranstalter fast immer Stornokosten bis hin zum kompletten Reisepreis verlangen.

Je nach Vertragsvereinbarung gilt eine Reisestornoversicherung übrigens nicht nur für Pauschalreisen, sondern auch für gebuchte Teile von Individualreisen wie gebuchte Flüge und/oder Hotelzimmer.

Aktuelle Tipps zum flexiblen Renteneintritt geben Experten in unserem praxisorientierten Ratgeber Die Flexi-Rente: Neue Chancen für Rentenversicherte und Rentner.

Wenn aus persönlichen Gründen die Reise nicht möglich ist

Eine Reisestorno-Police übernimmt im Versicherungsfall beispielsweise die anfallenden Stornokosten und eine Reiseabbruch-Versicherung die nicht in Anspruch genommenen Reiseleistungen sowie die zusätzlich anfallenden Rückreisekosten. Als Versicherungsfall gelten je nach Vertragsvereinbarung eine unerwartet schwere Krankheit, erhebliche Unfallverletzungen, eine Impfunverträglichkeit oder das Ableben des Reisenden oder eines nahestehenden Familienmitglieds.

Versicherbare Risiken können je nach Vereinbarung auch ein erheblicher Schaden an oder in der Wohnung oder des Hauses des Reisenden durch Einbruch-Diebstahl, Brand oder Naturkatastrophen, eine Urlaubssperre oder eine betriebsbedingte Jobkündigung sein. In vielen Reiseabbruch-Versicherungen können auch die zusätzlichen Kosten, die bei einem Reiseabbruch infolge einer höheren Gewalt wie einer Naturkatastrophe am Urlaubsort anfallen, mitversichert werden.

Wertvolle Expertentipps zu allen Formen der staatlich geförderten Altersvorsorge erhalten Sie in unserem umfassenden Ratgeber So schließen Sie Ihre Rentenlücke.

Weitere News zum Thema

  • Wenn ein gebuchter Flug ersatzlos gestrichen wird

    [] (verpd) Eine Fluggesellschaft ist nicht dazu verpflichtet, einen Reisenden selbst darüber zu informieren, dass sein gebuchter Flug ersatzlos gestrichen wurde. Zur Erfüllung der Fristwahrung reicht es vielmehr aus, wenn sie sich der Dienste des Reiseveranstalters oder des Reisebüros bedient, bei welchem der Flug gebucht wurde. Das hat das Landgericht Landshut mit einem Urteil entschieden (Az. 13 S 1146/16). Dieses Urteil hat einen gravierenden Einfluss auf die finanziellen Ansprüche des Reisenden gegenüber der Fluggesellschaft. mehr

  • Die wichtigsten Notrufnummern für zu Hause und auf Reisen

    [] (verpd) Um einen größeren Schaden zu verhindern, ist bei diversen Situationen wie einem Unfall mit Verletzten, einer plötzlich auftretenden, lebensbedrohlichen Erkrankung oder beim Diebstahl der Geld- oder Kreditkarten eine schnelle Hilfe nötig. Die entsprechende Unterstützung kann mit diversen Notrufnummern angefordert werden. mehr

  • Damit schon die Fahrt zum Reiseziel Urlaub ist

    [] (verpd) Die Fahrt mit dem Auto ans Urlaubsziel kann nervig sein. Allerdings lassen sich mit ein wenig Vorplanung stressige Situationen und unangenehme Überraschungen weitestgehend vermeiden. mehr

  • Ein Reisender muss sich nicht alles gefallen lassen

    [] (verpd) Wer sich im Urlaub ärgert, zum Beispiel, weil das Hotel nicht annähernd der Beschreibung im Reiseprospekt entspricht, das Reisegepäck nicht am Ziel angekommen ist oder das Flugzeug mit deutlicher Verspätung abhebt, sollte seine Rechte als Reisender kennen. mehr

  • Nur noch mit Warnweste(n) ins Ausland

    [] (verpd) Studien belegen, dass jemand, der eine Warnweste trägt, deutlich früher und besser von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen wird als ohne. Wer aufgrund eines Unfalles oder einer Panne sein Fahrzeug verlässt und auf oder neben der Fahrbahn steht oder geht, mindert daher durch das Tragen einer Warnweste sein Unfallrisiko erheblich, da er seltener von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen wird. In den meisten Ländern gibt es daher bereits eine Verpflichtung, Warnwesten mitzuführen und/oder in bestimmten Situationen zu tragen. Allerdings sind die Vorschriften je nach Land unterschiedlich. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.