Pauschalreise: Umbuchung darf auch extrem teuer werden

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Ein Ehepaar erkrankte vor Antritt der gebuchten Pauschalreise und stellte zwei Tage vor Abreise jeweils Ersatzpersonen. Bekannte bzw. Verwandte wollten die gebuchte Reise für sie antreten. Doch das wäre richtig teuer geworden.

Im einen Fall sollten die Flüge nach Dubai entweder pro Person 1.850,00 € mehr für Sitze in der Businessclass kosten oder je 725,00 € für die Umbuchung auf einen anderen Flug fällig werden. Für die zweite Reise nach Thailand verlangte der Reiseveranstalter für zwei neue Flugtickets rund 3.300,00 € zusätzlich.

Der Aufpreis für die Umbuchungen wäre in beiden Fällen erheblich höher gewesen als der ursprüngliche Reisepreis. Deshalb entschieden sich die Ersatzpersonen für die Stornierung der Reisen. Dafür wurden jedoch Stornogebühren in Höhe von 90 % bzw. 85 % des bezahlten Reisepreises fällig. So oder so zu teuer, befanden die Reisenden und klagten.

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Der Veranstalter entgegnete, die kurzfristige Übertragung einer Reise auf Dritte sei grundsätzlich möglich. Jedoch dürfe er laut Gesetz die entstehenden Mehrkosten den Kunden in Rechnung stellen. Bei Pauschalpaketen, die Linienflüge enthalten, bestehe für die Reisenden immer ein höheres Kostenrisiko. Denn Fluggesellschaften erlauben bei Linienflügen in der Regel keine Namensänderungen. Folglich muss der Flug für die Ersatzreisenden neu gebucht werden – und dies kurzfristig oft zu höheren Preisen.

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Der Bundesgerichtshof stellte sich in seiner Entscheidung auf die Seite der Reiseveranstalter. Die Umbuchungskosten sind zwar häufig extrem hoch und machen das Umbuchen wirtschaftlich unattraktiv. Doch das allein rechtfertigt es nicht, die Mehrkosten auf den Veranstalter abzuwälzen. Zu den Mehrkosten zählt auch der Erwerb neuer Flugtickets. Zudem ist ein Reiseveranstalter nicht verpflichtet, seine vertraglichen Reiseleistungen so zu gestalten, dass sie für den Kunden möglichst kostengünstig auf einen Dritten übertragbar sind (BGH, Urteil vom 27.9.2016, X ZR 107/15 und X ZR 141/15).

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