Gegen Taschendiebe und andere Gauner

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(verpd) Besonders an beliebten und viel frequentierten Urlaubsorten sind vermehrt auch Diebe, Trickbetrüger und andere Kriminelle anzutreffen. Denn die gelöste Urlaubsstimmung verleitet Reisende schnell dazu, unvorsichtig zu sein. Kriminelle haben dadurch ein leichtes Spiel. Doch auch alleine in Deutschland wurden letztes Jahr durchschnittlich mehr als 370 Taschendiebstähle pro Tag begangen. Die Polizei gibt Tipps, worauf Reisende zu ihrem Schutz achten sollten.

Nach Angaben der Polizei sind Taschendiebe insbesondere im Gedränge bei Veranstaltungen, in Geschäften oder in öffentlichen Verkehrsmitteln aktiv. Alleine in Deutschland wurden mehr als 135.600 Taschendiebstähle mit einem Gesamtschaden in Höhe von 39,4 Millionen Euro bei der Polizei angezeigt. In den wenigsten Fällen – in Deutschland betrug die Aufklärungsquote gerade einmal 5,7 Prozent – werden jedoch die Gauner gefasst, da der Diebstahl von den Opfern häufig erst lange nach der Tat bemerkt wird.

Zahlreiche Gauner und Betrüger haben es besonders auf Urlauber abgesehen, da viele Touristen Geld, Kreditkarten, Schmuck, Foto- und Videoausrüstungen und/oder sonstige Wertsachen mit sich führen. Dabei wenden die Verbrecher häufig die gleichen Tricks und Praktiken, die auch der Polizei bekannt sind, an. Deshalb gibt die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) Tipps, wie sich Reisende vor Banditen schützen können.

Zahlreiche kostenlose Ratgeberbroschüren

Unter anderem enthält das 16-seitige Faltblatt „Langfinger machen niemals Urlaub!“ der ProPK Präventionsmaßnahmen gegen Diebstahl, Raub und Betrug. Spezielle Hinweise, wie man sich vor Taschendieben schützt, stehen in dem vierseitigen Flyer „Schlauer gegen Klauer“. Was wichtig ist, um nicht Opfer eines Geldkarten-Missbrauchs zu werden, kann der zehnseitigen Broschüre „Vorsicht Karten-Tricks!“ entnommen werden.

Ebenfalls zehn Seiten stark ist der Infoflyer „Vorsicht Skimming!“. Darin wird erklärt, worauf bei der Benutzung von Geldautomaten zu achten ist, damit sich kein anderer vom Konto bedient. Viele der genannten, aber auch andere Ratgeber, wie man sich vor Verbrechern schützt, sind als Printversion kostenlos bei den Polizeilichen Beratungsstellen erhältlich oder stehen unter http://www.polizei-beratung.de/medienangebot.html?resetfilters= 0 im PDF-Format zum Herunterladen bereit.

Die richtige Reisevorbereitung

Die Polizei rät Urlaubern beispielsweise, sich vor der Reise Kopien der wichtigsten Reisedokumente wie Pass, Flugtickets, Kreditkarten und Impfausweis anzufertigen und diese an separater Stelle in ihrem Reisegepäck aufzubewahren. Das erspart viel Ärger, wenn die Originaldokumente geklaut wurden.

Zudem wird empfohlen, vor und während der Reise eine regelmäßige Sicherung der Daten vom Handy oder Smartphone auf einem separaten Speicher vorzunehmen. Damit bleiben im Falle eines Diebstahles zumindest die Daten als Kopie und wichtige Telefonnummern erhalten. Wird das Mobiltelefon geklaut, ist es wichtig, die SIM-Karte unverzüglich sperren zu lassen. Daher sollte die entsprechende Hotlinenummer bereits vorher beim jeweiligen Telefontarifanbieter erfragt und unabhängig vom Handy mitgeführt werden, um im Ernstfall unverzüglich handeln zu können.

Rund um das Hand- und Reisegepäck

Nach Polizeiangaben ist es grundsätzlich wichtig, Koffer und Reisegepäck am Bahnhof oder am Flughafen bis zur Gepäckabgabe nach Möglichkeit stets in Körper- und Blicknähe zu haben. Außerdem ist es sinnvoll, Wertgegenstände nicht im normalen Reisegepäck zu verstauen, sondern in Taschen, die stets an der Hand gehalten werden oder sich am Körper befinden.

Geld, Kreditkarten, Ausweise und sonstige wichtige Dokumente sollten beispielsweise möglichst direkt am Körper wie in Gürteltaschen oder Brustbeuteln aufbewahrt und niemals im Auto – auch nicht im Handschuhfach oder Kofferraum – oder im Bus liegen gelassen werden. Grundsätzlich ist es zweckmäßig, nur so viel Bargeld am Tag mitzunehmen, wie man benötigt. Prinzipiell sollten Hand- oder Umhängetaschen immer geschlossen und mit der Verschlussseite zum Körper getragen werden.

Besonders risikoreiche Situationen

Ein Diebstahl kann besonders leicht im Gedränge oder wenn das Opfer abgelenkt ist, begangen werden. Daher sollte man vor allem bei Menschenansammlungen wie in öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei ungewöhnlichen Situationen, beispielsweise wenn ein Fremder einen in ein Gespräch verwickelt, vorsichtig und umsichtig sein.

Die Polizei rät Autoreisenden auch auf Parkplätzen wachsam zu sein, wenn ein Fremder sie auf vermeintliche Schäden am Fahrzeug aufmerksam macht oder sie bittet, auf einer Landkarte einen Weg zu zeigen. Das könnte nur ein Vorwand sein, um den Autofahrer und seine Begleiter aus dem Wagen zu locken, damit Diebe Wertsachen aus dem Fahrzeug stehlen können.

Am Reiseziel angekommen

Zahlungsmittel, Papiere und Wertsachen wie Schmuck oder Notebooks, die nicht unmittelbar gebraucht werden, sollten nach der Reiseankunft beispielsweise bei der Hotel- oder Campingplatzverwaltung zur sicheren Verwahrung abgeben werden.

Auch die Aufbewahrung in einem möglicherweise vorhandenen Zimmersafe ist sicherer als im Koffer oder im Kleiderschrank.

Einbruch in die Ferienunterkunft

Beim Verlassen der Ferienunterkunft gilt es immer die Eingangstüre zu verschließen. Zudem sollte der Zimmerschlüssel nie auf den Tisch oder an anderen Plätzen abgelegt werden, wo ihn ein anderer leicht entwenden könnte. Wurde in das Feriendomizil eingebrochen und Sachen entwendet, oder wurde man beraubt, ist umgehend bei der Polizei schriftlich Anzeige zu erstatten.

Je nach vereinbartem Versicherungsumfang kann es nämlich durchaus sein, dass die Hausrat- und/oder Reisegepäck-Versicherung den Schaden teilweise oder ganz übernimmt – allerdings nur, wenn der Diebstahl schriftlich bei der Polizei angezeigt wurde.

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