Flugtickets müssen bei Buchung vollständig bezahlt werden

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Wer einen Flug bucht, muss den Flugpreis gleich und in voller Höhe bezahlen, unabhängig davon, wann er die Reise antritt.

Das ist gängige Praxis, die allerdings der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ein Dorn im Auge war. Sie ging deshalb gegen entsprechende Klauseln von mehreren Airlines (z. B. Lufthansa, Condor und TuiFly) und den Betreiber eines Buchungsportals vor. Die Verbraucherschützer monierten unter anderem, durch diese Bezahlpraxis werde das Insolvenzrisiko vollständig auf den Kunden abgewälzt. Dieser verliere damit sein Druckmittel, Geld bis zur Erbringung der Leistung zurückzubehalten.

Der Bundesgerichtshof folgte dieser Argumentation nicht. Der Flugpreis ist unabhängig vom Zeitpunkt der Buchung bei Vertragsschluss in voller Höhe fällig und muss sofort bezahlt werden. Entsprechende Regelungen in den AGB stellen keine unangemessene Benachteiligung der Fluggäste dar. Die sofortige Bezahlung entspricht dem international einheitlichen Abrechnungsstandard in der Luftfahrt. Eine Zahlung erst am Zielort ist nicht praktikabel. Eine dem Reisevertragsrecht entsprechende Regelung einer Anzahlung von 20 % und Restzahlung 30 Tage vor Reiseantritt ist nicht erforderlich.

Fluggästen stehen bei Flugausfall und Flugverspätung Ausgleichsansprüche nach der Fluggastrechteverordnung zu. Das Insolvenzrisiko ist durch unionsrechtliche und nationale Bestimmungen deutlich verringert. Schließlich wird ein möglicher Zins- und Liquiditätsnachteil bei frühzeitiger Buchung für den Fluggast regelmäßig durch einen Preisvorteil gegenüber einer späteren Buchung ausgeglichen (BGH, Urteil vom 16.2.2016, X ZR 98/14, X ZR 5/15 ).

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