Diese Schutzrechte gelten für Reisende

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(verpd) Wer sich als EU-Bürger im europäischen oder außereuropäischen Ausland bewegt, hat mittlerweile zahlreiche Schutzrechte – er muss sie nur kennen und anwenden. Allerdings ist nicht alles erlaubt.

Der hoffnungsvolle Beginn einer Urlaubsreise ist bereits dann verdorben, wenn der Koffer nicht am Zielort ankommt oder beschädigt ist, was rund ein Prozent aller Fluggäste erleben müssen.

Haftung pro Gepäckstück

Das Bundesministerium der Justiz weist darauf hin, dass die Luftfahrtunternehmen den Schaden ersetzen müssen, der durch Zerstörung, Verlust, Beschädigung oder durch Verspätung von Reisegepäck entsteht. Für aufgegebenes Gepäck haften die Unternehmen, unabhängig davon, ob sie den Schaden auch verschuldet haben.

Bei Handgepäck muss ihnen dagegen ein Verschulden nachgewiesen werden. Allerdings liegt die Höchstgrenze der Haftung bei insgesamt 1.330 € je Reisenden, sofern der Schaden nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt wurde. Dies gilt pro Passagier, nicht pro Gepäckstück, wie der Bundesgerichtshof vor einiger Zeit entschieden hat.

Größere Werte angeben

Wenn größere Werte im Gepäck transportiert werden, kann man vor Reisebeginn eine Wertdeklaration abgeben. Dafür muss man zwar etwas bezahlen, aber dafür haftet das Luftfahrtunternehmen bis zur Höhe des angegebenen Betrags. Falls es tatsächlich zum Schadensfall kommt, muss man dies innerhalb von sieben Tagen nach der Aufgabe des Gepäcks anzeigen und zwar schriftlich.

Trifft das Gepäckstück verspätet ein, verlängert sich die Frist auf 21 Tage, nachdem man seinen Koffer in Empfang genommen hat. Bei Pauschalreisen kann sich der Reisende auch alternativ an seinen Reiseveranstalter wenden. Generell kann er sich dabei als EU-Bürger auf seine Fluggastrechte berufen, die ab Dezember 2012 beziehungsweise März 2013 auch bei Bus- und Schiffsreisen gelten werden.

Mitbringsel zum Verzehren

Mit essbaren Reiseandenken sollte man vorsichtig sein. Nicht nur nach Australien und Neuseeland darf man nichts einführen, was irgendwie essbar oder pflanzlich ist. Auch die EU schützt die Gesundheit ihres Tierbestands vor schwerwiegenden Tierkrankheiten, indem sie die Einfuhr von Fleisch und Milchprodukten aus den meisten Nicht-EU-Ländern verbietet. Ausnahmen gibt es für Kroatien, Grönland, Island und die Färöer.

Fisch kann man dagegen bis zu 20 Kilogramm und Honig bis zu zwei Kilogramm mitbringen. Säuglingsmilchpulver und Säuglingsnahrung sowie aus medizinischen Gründen erforderliche Spezialnahrung kann dann eingeführt werden, wenn sie in versiegelten Verpackungen transportiert wird, nicht mehr als zwei Kilogramm wiegt und nicht vor dem Öffnen gekühlt werden muss.

Kostenbremse für die mobile Kommunikation

Seit dem 1.7.2012 gilt die EU-Roamingverordnung, sie verhindert Abzockerei bei Telefonaten und Internetnutzung im Ausland. Die Preisobergrenze für das Roaming von Daten liegt seit 1.7.2012 bei 70 Cent, ab 1.7.2013 bei 45 Cent und ab 1.7.2014 bei 20 Cent ohne Mehrwertsteuer pro Megabyte. Abgehende Gespräche im Ausland dürfen dem Mobiltelefonnutzer maximal 0,29 € seit 1.7.2012, 24 Cent ab 1.7.2013 und 19 Cent ab 1.7.2014 netto pro Minute kosten.

Für ankommende Anrufe gilt ein maximaler Nettopreis von 8 Cent seit 1.7.2012, 7 Cent ab 1.7.2013 und 5 Cent ab 1.7.2014, für SMS sind es 9 Cent seit 1.7.2012, 8 Cent ab 1.7.2013 und 6 € ab 1.7.2014. Die Roamingverordnung gilt nur innerhalb der EU. Wer außerhalb der EU, wie in der Schweiz, der Türkei oder Kroatien das Handy benutzt, muss mit höheren Kosten rechnen und sollte sich daher unbedingt über die Preise in dem jeweiligen Urlaubsland informieren.

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