Außergerichtliche Streitbewältigung

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(verpd) Jedes Jahr werden rund 3,7 Millionen Gerichtsklagen eingereicht, was oft zu einer Überlastung der Gerichte führt. Langwierige Gerichtsverfahren, die die Betroffenen auf eine harte Geduldsprobe stellen, sind deswegen keine Seltenheit. Doch es gibt eine Alternative: Ein sogenanntes Mediationsverfahren bei Streitigkeiten ermöglicht eine schnelle und kostengünstige Konfliktlösung.

Bei der Mediation handelt es sich um ein Vermittlungsverfahren, das eine außergerichtliche Konfliktlösung zu finden versucht. Ziel ist es, dass beide Streitparteien mithilfe eines unabhängigen und unparteiischen Dritten, dem sogenannten Mediator, zu einer einvernehmlichen Regelung kommen.

Ein Mediationsverfahren ist insbesondere sinnvoll, wenn die streitenden Parteien auch künftig aufeinandertreffen. Typische Fälle wären beispielsweise Streitigkeiten mit Nachbarn, Verwandten, dem Mieter oder Vermieter sowie mit dem Arbeitgeber.

Gleiches Recht für alle?

Laut einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD), die ein Rechtsschutzversicherer in Auftrag gegeben hat, sind 60 Prozent der Bürger der Meinung, dass vor dem Gesetz nicht alle Menschen gleich behandelt werden. Knapp zwei Drittel glauben, dass mit einem bekannten Anwalt, und 59 Prozent denken, dass je nach Richter ein günstigeres Urteil erreicht werden kann. 74 Prozent der Bevölkerung sind außerdem der Meinung, dass die Verfahren in Deutschland zu lange dauern.

Zudem erscheint ein Kompromiss auf dem Verhandlungswege den meisten Befragten wesentlich angenehmer als eine Auseinandersetzung vor Gericht. Außerdem glauben rund 50 Prozent, dass mithilfe von Mediationsverfahren die Zahl der Prozesse in Deutschland erheblich vermindert werden könne. Dies gelte insbesondere bei Auseinandersetzungen zwischen Nachbarn, bei einem Streit um das Sorgerecht für Kinder und bei Konflikten zwischen Mietparteien.

Hohe Erfolgsquote beim Mediationsverfahren

Die meisten Rechtsschutzversicherer bieten bereits heute in ihren Versicherungspolicen, neben der Kostenübernahme von gerichtlichen Auseinandersetzungen, entsprechende Meditationsverfahren für ihre Kunden an beziehungsweise übernehmen die Gebühren dafür.

Die Erfahrungen sind nach Aussage von Gerhard Horrion, Vorsitzender der Kommission Rechtsschutzversicherung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherer e.V. (GDV), durchweg positiv. „Die Erfolgsquote bei Mediationsverfahren liegt bei rund 80 Prozent.“ Nach Angaben des GDV führt die Mediation oft schneller zur Konfliktlösung und schlichtet einvernehmlich und nachhaltig einen Streit. Beim klassischen Rechtsweg gibt es hingegen nur einen Gewinner und einen Verlierer.

Rechtsweg ist immer noch möglich

Doch selbst wenn die Mediation scheitert, hilft die Rechtsschutz-Versicherung weiter: Denn nach einer Mediation kann der Versicherte in der Regel auch weiterhin den Rechtsweg wählen, ohne auf das Kostenrisiko achten zu müssen. Die Kosten und Gebühren für einen gerichtlichen Rechtsstreit werden entsprechend dem vereinbarten Versicherungsumfang übernommen.

Grundlegende Informationen, welche Streitigkeiten über einen Rechtsschutzvertrag abgesichert werden können, gibt es in der kostenlos herunterladbaren Broschüre „Im Streitfall hilft die Rechtsschutzversicherung“ des GDV.

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