Wann verjähren Schadensersatzansprüche wegen Fehlberatung?

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Hat ein Anleger die Risikohinweise der Bank unterschrieben und sich selbst in eine "Risikoklasse" eingeordnet, ist er für die Übernahme der ent-sprechenden Risiken ohne weiteren Aufklärungsbedarf selbst verantwortlich. Wird ihm jedoch ein Wertpapier empfohlen, das nicht zur "abgenickten" Risikoklasse gehört, ist die Bank zu neuerlichen Risiko-hinweisen verpflichtet.

Beispiel Währungsrisiko

Sie übernehmen im Jahr 2000 mit dem Kauf eines Zertifikats nicht nur die Bonitätsrisiken des zugrunde liegenden Unternehmens, sondern auch noch ein Währungsrisiko. Der Wert des Zertifikats fällt zum Beispiel, wenn sich der Dollar drastisch abwertet. Gegen dieses Währungsrisiko sind Sie nicht abgesichert.

Achtung: Verjährungsfrist

Gegen Ihren im Jahr 2004 schriftlich eingereichten Schadensersatzanspruch wegen Fehlberatung wehrt sich Ihre Bank mit dem Hinweis auf die dreijährige Verjährungsfrist. Die Rechtslage: Der Bundes-gerichtshof hat im März 2005 entschieden, dass sämtliche Schadensersatzansprüche, die auf der fahrlässigen Verletzung von Aufklärungs- und Beratungspflichten einer Bank beruhen, drei Jahre nach dem Erwerb des pflichtwidrig empfohlenen Wertpapiers verjähren. Durch eine schriftliche Beschwerde oder Reklamation kann der Anleger den Eintritt der Verjährung nicht verhindern. Wohl jedoch durch Verhandlungen.

Dazu muss ein gegenseitiger Meinungsaustausch zwischen Kunde und Bank erfolgen – eine einseitige Reklamation genügt nicht. Ansonsten kann der Eintritt der Verjährung nur durch die Erhebung einer Klage oder vergleichbare Maßnahmen wie die Einleitung eines Schiedsverfahrens verhindert werden. Es ist sehr wichtig, zu wissen, dass allein eine schriftliche Beschwerde oder Reklamation den Eintritt der Verjährung bei pflichtwidriger Beratung der Bank nicht verhindert.

Naheliegend für die Bank ist es also, Ihre schriftliche Beschwerde ganz einfach zu ignorieren. Stimmt das Risikoprofil der empfohlenen Anlage mit Ihrem dokumentierten Risikoprofil tatsächlich nicht überein, bleibt dem Anleger im Zweifelsfall nichts anderes übrig, als den Rechtsweg zu beschreiten.

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