Überweisung landet auf dem falschen Konto: Was tun?

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Was gilt, wenn eine Geldüberweisung bei einem Unbekannten landet? Wie kommt man dann wieder an das Geld?

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen: Niemand kann sich heute mehr darauf verlassen, dass seine Bank oder Sparkasse überprüft, ob die angegebene IBAN-Nummer zu dem auf dem Überweisungsformular oder online angegebenen Empfänger-Namen passt. Seit 2009 müssen die Geldhäuser die Kontonummer nicht mehr mit dem Namen des Empfängers abgleichen. Daher haben Kunden heute auch gegenüber ihren Kreditinstituten keinen Anspruch mehr auf die Erstattung eines fehlgeleiteten Betrags.

Prinzip Hoffnung

Nunmehr gilt: Wer sein Geld zurückhaben will, sollte schnell aktiv werden und seine Bank umgehend über seinen Fehler informieren. Wer den Fehler ganz schnell bemerkt, kann die Falschüberweisung noch vor Gutschrift des Betrags auf dem Empfängerkonto stoppen. Doch dafür bleibt häufig nur ein Zeitfenster von wenigen Stunden.

Glück hat auch, wer – etwa weil in der IBAN ein Zahlendreher war – das Geld auf ein nicht existierendes Konto überwiesen hat. In diesem Fall kommt das Geld nach ein paar Tagen automatisch zurück. Landet das Geld aber tatsächlich auf einem fremden Konto, so wird es komplizierter. Geht das Geld auf dem Konto eines Unbekannten ein, so bleibt dieser nämlich zunächst unbekannt. Denn Banken dürfen Namen und Anschrift ihrer Kunden ohne deren Zustimmung aus Datenschutzgründen nicht weitergeben.

In jedem Fall sollten Sie, wenn Sie den Fehler bemerken – etwa beim Kontrollieren der nächsten Kontoauszüge –, sich umgehend mit Ihrer Hausbank in Verbindung setzen. Das geht auch über die telefonische Kundenhotline Ihrer Hausbank. Die Bank wird dabei behilflich sein, den Kontoempfänger ausfindig zu machen, um das falsch überwiesene Geld zurückholen zu können. Gesetzlich ist sie dazu verpflichtet, dem Kunden bei der Wiederbeschaffung zu helfen.

Geregelt ist das in § 675y BGB, der die Überschrift trägt: Haftung der Zahlungsdienstleister bei nicht erfolgter oder fehlerhafter Ausführung eines Zahlungsauftrags; Nachforschungspflicht. Absatz 3 dieses Paragrafen besagt, dass die Banken zwar nicht haften, wenn Überweisungen wegen eines Zahlendrehers auf einem anderen Konto landen. Jedoch sind sie dazu verpflichtet, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten darum zu bemühen, den Zahlungsbetrag wiederzuerlangen. Für ihre Hilfe kann die Bank allerdings auch Gebühren nehmen.

Weg zum Anwalt

Hilft auch die kostenpflichtige Rückholaktion der Bank nichts, so bleibt Geschädigten die Einschaltung eines Anwalts wohl kaum erspart. Die Chancen stehen dabei nicht schlecht. Schließlich steht dem Unbekannten das Geld nicht zu. Juristisch gilt er als ungerechtfertigt bereichert. Er muss also das Geld wieder herausrücken, entschied das Oberlandesgericht Celle in einem entsprechenden Fall (Az: 3 U 11 / 05).

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