Neue AGB der Banken bergen einige Verschlechterungen für die Kunden

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Die Umstellung der allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Bankinstitute bringt für die Verbraucher z.T. erhebliche Nachteile.

Die Bankkunden müssen seit 1.11.2009 beim Verlust Ihrer Maestro-Karte für Schäden mit bis zu 150 Euro haften. Vorher mussten sie sich bei leichter Fahrlässigkeit nicht am Schaden beteiligen.

Tipp
Sperren Sie beim Verlust Ihrer Karte diese so schnell wie möglich: während der Öffnungszeiten bei Ihrer Bank, außerhalb der Geschäftszeiten über den zentralen Notruf 116-116. Ab dem Zeitpunkt der Sperrung brauchen Sie für Schäden nicht mehr zu zahlen.

Bei den Regelungen zur Haftung gibt es Unterschiede von Institut zu Institut. Einige Sparkassen wollen bei leichter Fahrlässigkeit weiterhin etwaige Schäden vollständig übernehmen, z.B. wenn der Kunde glaubhaft machen kann, dass er Karte und Geheimzahl getrennt voneinander aufbewahrt hat.

Bei Betrug am EC-Automaten gilt sogar eine Verbesserung. Bisher gab es häufig Streit mit der Bank, wenn Kriminelle die Kartendaten ausgespäht und das Konto geplündert hatten. Die Institute gaben dann dem Kunden die Schuld und unterstellten ihm z.B., mit seinen Bankdaten unvorsichtig gewesen zu sein.

Solche Unterstellungen reichen ab jetzt nicht mehr aus. Ab sofort zählen nur noch Beweise. Kann die Bank keinen klaren Beweis für ihre Behauptungen erbringen, muss sie selbst für den Schaden aufkommen. Kann die Bank allerdings nachweisen, dass der Kunde den Betrug durch sein unvorsichtiges Verhalten ermöglicht hat, muss der Kunde den Schaden tragen. Das ist z.B dann der Fall, wenn der Kunde Karte und Geheimzahl zusammen aufbewahrt oder die Geheimzahl anderweitig preisgegeben hat.

Auch beim Geldverkehr ändert sich einiges. Seit 1.10.2009 gleichen die Banken bei Papier-Überweisungen Empfängername und Kontonummer nicht mehr ab, so wie das bisher der Fall war. Bei einem Zahlendreher kann das Geld schnell bei einem falschen Empfänger landen. Die Bank kümmert sich dann lediglich auf Kulanz-Basis darum, dass der Kunde sein Geld zurückbekommt.

Überweisungsaufträge sind neuerdings unwiderruflich, sobald sie aufgegeben wurden. Zuvor haben die Banken bei einem Irrtum das angewiesene Geld zurückgebucht, wenn es noch nicht auf dem Konto des Empfängers gutgeschrieben war.

Vorteilhaft für die Kunden sind dagegen die neuen Lastschriften. Bankkunden können nun europaweit Lastschriften erteilen. Das sogenannte Sepa-Lastschriftverfahren ist vergleichbar mit dem bereits bekannten Verfahren in Deutschland. Der Kunde gibt sein Einverständnis zur Abbuchung, das Geld wird an einem fixen Tag abgebucht und der Kunde kann der Lastschrift innerhalb von acht Wochen widersprechen, wenn Geld irrtümlich abgebucht wurde.

Als zweischneidig könnte sich die neue Laufzeitregelung für Kreditkarteninstitute entpuppen. Visa, Mastercard und andere dürfen künftig Kredite mit zwölf Monaten Laufzeit gewähren. Die Verbraucher  sollten dabei darauf achten, dass die Kreditkarteninstitute keine überzogenen Zinsen verlangen.

Tipp
Ein Widerspruch gegen die neuen AGB ist kaum erfolgversprechend, denn sie sind auf der Basis von EU-Recht entstanden und werden europaweit umgesetzt.

Allerdings sollten Sie die AGB nicht einfach ungelesen ablegen. Möglicherweise könnten einzelne Geldinstituten die Umstellung nutzen, um ihr Kleingedrucktes auch anderweitig zum Nachteil des Kunden zu ändern. Dann kann ein Widerspruch durchaus sinnvoll sein, u.U. verbunden mit dem Wechsel des Instituts.

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