Konto überzogen: Maßnahmen gegen hohe Dispo-Zinsen

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Privatkunden erhalten für ihr laufendes Konto (Girokonto) von der Bank i.d.R. das Dreifache ihres monatlichen Nettoeinkommens als Überziehungskredit eingeräumt (Dispokredit). Dafür verlangt die Bank einen erheblichen Zinsaufschlag, der durchschnittlich bei 12-13 Prozent p.a. liegen kann. Im Gegensatz dazu befinden sich die Guthabenzinsen tief im Keller.

Deshalb fordern Verbraucherschützer, die Überziehungszinsen gesetzlich zu begrenzen. Schließlich mussten die Bankkunden in Deutschland in der Zeit von Dezember 2008 bis April 2010 bei einem Überziehungsvolumen von rund 40 Mrd. Euro rund 777 Mio. Euro Überziehungszinsen zahlen.

Die Verbraucherschützer kritisieren den enormen Abstand zwischen Geldmarktzinsen und Dispozinsen von gut zehn Prozentpunkten. Bei Kontoüberziehungen liege der Effektivzins teilweise über 20 Prozent p.a.
Die Banken würden sich zulasten der Kunden bereichern. Deswegen sollten die Dispo- und Überziehungszinsen an den gesetzlichen Verzugszins angepasst werden. Dieser errechnet sich aus dem EZB-Basiszins plus fünf Prozentpunkte. Das entspräche aktuell einem Dispozinssatz von 5,12 Prozent p.a.

Tipp
Wenn Sie über längere Zeit Ihr Konto überziehen müssen, nehmen Sie sich lieber einen günstigen Konsumentenkredit. Dafür müssen Sie lediglich die Schufa-Anfrage bestehen. Übrigens brauchen Sie bei überzogenem Dispositionskredit keine zusätzlichen Überweisungskosten zu bezahlen, wie es einige Banken praktiziert haben. Das hat das Landgericht Frankfurt untersagt (Az. 2-02 O 3/09).

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