Haftung beim Online-Banking

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Missbräuche im Rahmen des Online-Banking sind längst bekannt: Täter erschleichen sich die Zugangsdaten der Kunden über sog. Phishing- oder Pharming-Angriffe. Beim Phishing antworten die Kunden auf gefälschte Mails und geben ihre Zugangsdaten und Transaktionsnummern (TAN) preis. Beim Pharming hat sich ein Schadprogramm auf dem Rechner des Kunden festgesetzt, das z.B. über eine E-Mail auf den Computer gelangte.

Der Bundesgerichtshof hatte nun über die Pflichten eines Online-Banking-Kunden zu befinden, der auf Anforderung zehn TANs seiner Liste in den Computer eingab. Dies tat er, obwohl seine Bank im Rahmen des Online-Banking auf Missbrauchsfälle und die Tatsache hinwies, dass die Bank selbst nie nach TANs fragen würde. Drei Monate nach Eingabe der TANs floss ein größerer Betrag auf ein unbekanntes Konto im Ausland. Der Kunde war Opfer eines sog. Pharming-Angriffes geworden.

Mit Urteil vom 24.4.2012 (Az. XI ZR 96/11) entschied der Bundesgerichtshof, dass der Kunde den Schaden nicht von seiner Bank ersetzt verlangen könne. Der Kunde habe fahrlässig gehandelt, als er die zehn TANs trotz des Hinweises der Bank eingab. Für die Pflichtverletzung reiche einfache Fahrlässigkeit, da die neuen Haftungsregeln, die grobe Fahrlässigkeit der Kunden voraussetzen, erst zu einem späteren Zeitpunkt (31.10.2009) gelten.

Der BGH wies darauf hin, dass der Kunde hafte, weil er die zehn TANs eingegeben habe, nicht, weil er Opfer des Pharming-Angriffs wurde. Hierzu stellte das Gericht fest, dass ein solcher Angriff nur schwer zu erkennen sei.

Achtung: Es handelt sich hier um eine Einzelfallentscheidung, die den Kunden vorgibt, was sie nicht zu tun haben. Schützen Kunden ihren Computer mit einem aktuellen Anti-Virenprogramm und geben sie nur jeweils eine TAN für einen konkreten Zahlungsvorgang ein, so würden sie im Missbrauchsfall nicht haften müssen.

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