Für viele Kunden wird das Girokonto leider teurer

 - 

Das Geld zur Bank zu bringen, wird immer teurer, so auch bei der Postbank. Das Kreditinstitut hat nämlich das kostenlose Girokonto abgeschafft. Ab einem regelmäßigen Geldeingang von 1.000 Euro im Monat mussten die Nutzer bisher nichts für die Kontoführung zahlen. Seit November 2016 fallen dafür monatlich 3,90 Euro an. Ein Grund für den Trend zu steigenden Kontoführungsgebühren ist die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer anhaltenden Niedrigzinspolitik.

Um die schwache Wirtschaft vor allem in den südlichen Ländern Europas anzukurbeln, hält die EZB den Leitzins bei null Prozent. Was für die Unternehmen vorteilhaft ist, weil sie besonders günstig an Darlehen kommen, wird für die Banken zunehmend zum Problem. Vor allem für Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die kein großes Investmentbanking betreiben, sondern ihr Geld überwiegend mit dem Kleinanleger verdienen. Entscheidend für den Gewinn dieser Banken ist der Zinsüberschuss: Geld wird damit verdient, dass sie von Schuldnern höhere Zinsen nehmen, als sie Sparern zahlen müssen. Dieser Zinsüberschuss schmilzt nun allerdings dahin. Denn während Kredite immer billiger werden, ist der Spielraum für weiter sinkende Sparzinsen ausgereizt.

Wenn Sie mit Ihrem Girokonto nicht mehr zufrieden sind, z. B. wegen erhöhter Kontoführungsgebühren oder reduziertem Service, dann sollten Sie über einen Bankwechsel nachdenken. Banken wie beispielsweise die Deutsche Kreditbank (DKB) oder die ING-DiBa bieten ihre Girokonten weiterhin zum Nulltarif an. Verbunden damit ist aber die Bereitschaft zum Online-Banking.

Neues Gesetz erleichtert den Girokonto-Wechsel

Trotz der vorhandenen kostenlosen Girokonto-Alternativen scheuten bisher viele wechselwillige Verbraucher die Eröffnung eines neuen Girokontos. Denn diese ist mit Aufwand und Mühe verbunden. Ein neues Gesetz erleichtert jedoch zukünftig den Wechsel des Girokontos. Ab dem 18.9.2016 gelten beim Kontowechsel neue Regeln. Dann tritt ein weiterer Teil des Zahlungskontengesetzes in Kraft, mit dem Deutschland eine EU-Richtlinie (RL 2014/92/EU) in nationales Recht umsetzt. Die Neuerungen sollen den Girokonto-Wechsel erleichtern: Die Banken werden darin verpflichtet, den Kunden auf Wunsch beim Kontowechsel zu unterstützen. Der Wechsel soll innerhalb von etwa zwei Wochen über die Bühne gehen.

Die Kunden erteilen der neuen Bank eine Ermächtigung für die Kontowechsel-Hilfe. Diese muss sich dann innerhalb von zwei Geschäftstagen an die alte Bank wenden und die nötigen Daten einfordern. Die alte Bank hat wiederum fünf Geschäftstage Zeit, die nötigen Angaben zu liefern. Dazu gehören sowohl Listen der Daueraufträge und Lastschriftmandate als auch die Daten zu eingehenden Überweisungen und die vom Kunden veranlassten Lastschriften der vorangegangenen 13 Monate.

Die alte Bank darf ab einem vom Kunden angegebenen Termin keine weiteren Lastschriften mehr akzeptieren oder Daueraufträge ausführen. Sie muss restliches Guthaben auf das neue Konto überweisen und das alte Girokonto zum vom Kunden festgelegten Datum schließen. Die neue Bank richtet die Daueraufträge ein, trifft Vorbereitungen, um die Lastschriften zu akzeptieren und informiert diejenigen über das neue Konto, die Geld einzahlen oder per Lastschrift abbuchen. Auch sie hat dafür fünf Geschäftstage Zeit. Die Nutzung des Kontowechselservice ist in der Regel kostenlos.

Weitere News zum Thema

  • Damit die Kreditraten nicht zum Problem werden

    [] (verpd) Wer einen Bankkredit benötigt, um beispielsweise eine Immobilie zu bauen oder zu kaufen, wird von den meisten Banken auch zum Abschluss einer Restschuldversicherung aufgefordert. Eine solche Versicherung stellt sicher, dass das Darlehen an die Bank zurückbezahlt wird, wenn der Kunde beziehungsweise Kreditnehmer während der Kreditlaufzeit verstirbt oder aus anderen in der Police versicherten Risiken die Kreditraten nicht mehr aufbringen kann. mehr

  • Banknote zerrissen! Was tun?

    [] Wer kennt das nicht? Man vergisst den Zwanziger in der Jeans und ab damit in die Waschmaschine. Die ganz private Geldwäsche. Oder: Ratsch – der Reißverschluss des Portmonees reißt ein Stück der Banknote ab, die man gerade herausholen will. Was tun mit geschredderten oder verwaschenen Geldscheinen? mehr

  • Mehr Sicherheit beim Onlinebanking

    [] Immer wieder gibt es Berichte in den Medien, dass Cyberkriminelle Bankkonten ihrer Opfer geplündert haben. Wer selbst Onlinebanking nutzt, sollte daher unbedingt die Sicherheitstipps des Bundesverbands deutscher Banken e.V. beherzigen, denn so lässt sich das Risiko, Opfer eines Cyberbetrugs zu werden, minimieren. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.