Freistellungsaufträge zum Jahreswechsel optimal verteilen

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Um den Sparer-Pauschbetrag optimal zu nutzen, müssen Sie prüfen, ob von irgendeinem Konto Abgeltungsteuer abgeführt wurde oder in absehbarer Zeit abgeführt werden könnte, obwohl Sie die Pauschale insgesamt noch gar nicht ausgeschöpft haben.

Durch einen Freistellungsauftrag können private Anleger bei Kreditinstituten die Auszahlung von Kapitalerträgen ohne Abzug von Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge im Rahmen des Sparer-Pauschbetrags beantragen.

Sofern rechtzeitig ein Freistellungsauftrag bei der Bank gestellt wurde, bleiben Zinsen und Kapitalerträge bis zur Höhe von 801 Euro für Alleinstehende bzw. 1.602 Euro für zusammen veranlagte Ehegatten vom Abzug befreit. Eheleute müssen bei
jedem Kreditinstitut einen gemeinsamen Freistellungsauftrag erteilen, wenn sie gemeinsam steuerlich veranlagt sind.

Den Sparer-Pauschbetrag können Sie auch im Jahr 2012 weiterhin auf mehrere Kreditinstitute aufteilen. Auf die korrekte Aufteilung müssen Sie selbst achten. Die Finanzverwaltung nimmt einen Abgleich vor, sodass überhöhte Freistellungsaufträge auffallen.

Tipp
Achten Sie auf Einhaltung der Obergrenze für Freistellungsaufträge (Sparer-Pauschbetrag), um Nachfragen des Finanzamts und den Verdacht der Steuerverkürzung zu vermeiden.

Sollten Sie versehentlich zu hohe Kapitalerträge freigestellt haben, bekommen Sie Post vom Finanzamt mit der Aufforderung, alle Kapitalerträge in Ihrer Steuererklärung zu deklarieren und Ihre Freistellungsaufträge zu verringern. Unterstellt Ihnen die Finanzverwaltung Absicht (was bei geringen Überschreitungen eher unwahrscheinlich ist), müssen Sie mit einem Steuerstrafverfahren rechnen.

Änderungen während des laufenden Jahres

Eine Herabsetzung des Freistellungsbetrags können Sie auch rückwirkend vornehmen, allerdings nur in Höhe des noch nicht beanspruchten Freibetrags.

Bei einer unterjährigen Erteilung oder Erhöhung des Freistellungsauftrags wird dieser rückwirkend mit im Kalenderjahr bereits versteuerten Erträgen verrechnet, sodass Ihnen dann ggf. Abgeltungsteuer erstattet wird. Diese Verrechnung erfolgt mit dem nächsten steuerlich relevanten Ertrag (z.B. Kursgewinn, Zinsgutschrift oder Dividende), der von der Bank nach der Einpflege des neuen Freistellungsauftrags verbucht wird.

Einen bereits erteilten Freistellungsauftrag können Sie jederzeit ändern oder löschen, indem Sie einen neuen Auftrag erteilen.

Beachten Sie dabei:
  • Ändern Sie Ihren Freistellungsauftrag, muss der neue Auftrag mindestens über die Höhe des aktuell ausgeschöpften Freistellungsbetrags lauten.
  • Löschen Sie Ihren Freistellungsauftrag, aber haben Sie in diesem Jahr bereits Kapitalerträge erzielt, wird der Freistellungsauftrag zunächst bis zur Höhe des bereits ausgeschöpften Sparer-Pauschbetrags verringert und diese Änderung bis zum Jahresende befristet. Zum Jahresende wird der Freistellungsauftrag dann endgültig gelöscht.
  • Löschen Sie alle Konten und Depots bei einem Institut, müssen Sie zusätzlich einen separaten Auftrag zur Löschung Ihres Freistellungsauftrags stellen.

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