Ersatz einer verlorenen EC-Karte darf nichts kosten

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Banken und Sparkassen dürfen ihren Kunden bei Verlust der EC-Karte keine Gebühr für eine neue abverlangen. So lautet das Urteil, das der Bundesgerichtshof (BGH) nach einer Klage der Verbraucherzentrale Bundesverband gegen die Postbank fällte.

Nach Ansicht des BGH gehört die Ausgabe einer Ersatzkarte, zumindest bei Verlust oder Diebstahl, zu den gesetzlichen Pflichten einer Bank oder Sparkasse. Deshalb dürfen dafür keine Gebühren verlangt werden. Das betrifft eine EC-Karte/Giro-Karte genauso wie eine Kreditkarte.

Laut dem Preisverzeichnis der Postbank sollten Kunden für eine auf eigenen Wunsch hin ausgestellte Ersatz-Girocard 15,00 € zahlen. Nur für den Fall, dass die Bank für den Austausch der Karte verantwortlich ist, sollte die Ersatzkarte kostenlos sein. Vergleichbare Klauseln mit Gebühren zwischen 10,00 € und 20,00 € gibt es auch bei anderen Banken. Dem Urteil zufolge darf eine Bank jedoch dann keine Zusatzkosten berechnen, wenn die Original-Karte vorher gesperrt worden war. Etwa wegen Verlust oder Diebstahl. Im Fall einer Sperrung sei das Ausstellen der dann notwendigen Ersatzkarte eine Nebenpflicht des Vertrages zwischen Bank und Kunde und nicht kostenpflichtig, so der Bundesgerichtshof.

Nicht geklärt hat der BGH, ob bei Defekt oder Namensänderung für eine Ersatzkarte gezahlt werden muss. Nach Ansicht des Verbraucherverbands kann in diesen Fällen nichts anderes gelten. Denn in jedem Fall müssten die alten Karten beim Austausch gesperrt werden, damit ein Missbrauch oder der Umlauf von mehr als einer Karte verhindert wird. Es wäre jedoch wenig verwunderlich, wenn die Banken nicht schon bald juristisch einwandfreie Regelungen finden würden, um sich die von ihnen nicht als Nebenpflicht, sondern als Sonderleistung eingestufte Ersatzkartenausstellung doch bezahlen lassen zu können. Zumal sich der BGH mit keinem Wort zur Höhe einer möglichen Gebühr geäußert hat (BGH-Urteil, XI ZR 166/14).

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