Bundesgerichtshof: Die Methoden zur Scoring-Bewertung bleiben Geschäftsgeheimnis der SCHUFA

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Für viele Verbraucher ist die Bonitätsbewertung der SCHUFA im Wege des Scoring kaum nachvollziehbar. Inwieweit muss die SCHUFA jedoch ihre Kriterien offenbaren? Hierzu hat der Bundesgerichtshof jetzt abschließend entschieden – zulasten der Verbraucher.

Vor Gericht gezogen war eine Frau, die sich auf kreditfinanzierter Basis ein Auto kaufen wollte. Doch das wurde ihr verwehrt, weil sie aufgrund einer Namensverwechslung eine ungünstige SCHUFA-Auskunft erhalten hatte.

Der SCHUFA-Score ist eine Prognose in die Zukunft. Er gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit jemand nach Ansicht der SCHUFA seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen wird.

Zwar kam der Kauf dann aufgrund einer weiteren Auskunft der SCHUFA doch noch zustande. Die Frau gab sich aber mit den in der erteilten Bonitätsauskunft mitgeteilten Scoring-Werten von 92,9 % gegenüber Banken sowie 81,1 % in Bezug auf Telekommunikations-Unternehmen nicht zufrieden. Sie wollte erfahren, nach welchen konkreten Maßstäben die SCHUFA ihre Kreditwürdigkeit ermittelt habe.

Als die SCHUFA sich weigerte, zog sie vor Gericht und klagte. Doch sowohl das Amtsgericht Gießen als auch das Landgericht Gießen entschieden, dass sie hierauf keinen Anspruch habe. Die Verbraucherin legte daraufhin gegen die Entscheidung des Landgerichts Gießen Revision ein.

Doch der Bundesgerichtshof wies die Revision der Klägerin zurück. Der BGH begründete das mit der Intention des Gesetzgebers. Hiernach müsse trotz Schaffung von mehr Transparenz bedacht werden, dass die eigentliche Score-Formel als Geschäftsgeheimnis der SCHUFA anzusehen sei. Der Gesetzgeber wolle lediglich, dass der betroffene Verbraucher aufgrund der eingeholten Auskunft den von der SCHUFA erfassten Lebenssachverhalt überprüfen könne (Az. VI ZR 156/13).

Quelle: "Der GeldBerater", März 2014

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