Banken und Sparkassen versprechen bessere Anlegerinformationen

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Sparkassen, Volksbanken, Raiffeisenbanken und Landesbanken wollen ihren Kunden einheitliche Produktinformationen anbieten. Sie legten einen gemeinsamen Standard für solche "Beipackzettel" vor. Diese Informationen sollen von den Kreditinstituten auf alle Anlageprodukte übertragen und schrittweise in den Markt eingeführt werden.

Die Kunden können mit diesen Angaben die Anlageprodukte verschiedener Anbieter miteinander vergleichen. Zusätzlich zu den von der Politik angeregten Informationen sollen auch verschiedene Wertentwicklungen für verbriefte Anlagen dargestellt werden.

Jeder Bankkunde soll auf einen Blick erkennen können, welche Chancen und Risiken in einer Geldanlage stecken und wie hoch die Kosten des Produkts sind.


Das vorgelegte Produktblatt berücksichtigt folgende Angaben:

  • Kosten des Produkts,
  • Anlageziele,
  • Warnungen zu Risiken,
  • Rendite-Chancen,
  • Verfügbarkeit,
  • Szenariobetrachtung über die mögliche Entwicklung.


Anerkennend äußerte sich Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) über die zuvor publizierten Informationsblätter der ING DiBa und der Deutschen Bank. Aigner hofft, dass sich die Banken und Sparkassen auf einen vergleichbaren Standard einigen können.


Die Verbraucherschutzministerin will sich jedoch mit "Beipackzetteln" allein nicht zufrieden geben. Sie möchte die Rechte der Kunden bei der Finanzberatung weiter stärken. Deshalb müssten Verstöße bei der Kundenberatung laut Aigner strikter sanktioniert werden. Bankberater, die gegen die Vorgaben des Wertpapierhandelsgesetzes verstoßen, sollten keine Anlageberatung mehr durchführen dürfen. Gegen falsch beratende Finanzinstitute will die Verbraucherschutzministerin Bußgelder verhängen.

 
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) müsse in solchen Fällen eingreifen und die Belange der Verbraucher stärker berücksichtigen, meint Aigner. Dafür sei eine Umstellung der Bankenaufsicht nötig. Möglicherweise geschieht dies in Form eines Verbraucherbeirats bei der BaFin.
Auch die Qualifizierung und amtliche Zulassung von Finanzberatern hat die Ministerin im Blick. Wer verschiedene Finanzprodukte verkaufe, müsse eine breitere Ausbildung haben.

 

Tipp

Bis diese Produktinformationen endgültig fertig sind, sollten Sie Ihr Augenmerk auf das Beratungsprotokoll richten, das Sie nach Ihrem Gespräch mit dem Bankberater erhalten. Genehmigen Sie ein solches Protokoll nicht, wenn es Phrasen enthält wie etwa: "Über die Risiken des Produkts wurde aufgeklärt". Eine solche Formulierung stellt für den Bankberater eine Rückversicherung dar, die ihn vor Entschädigungsansprüchen bewahren soll. Das Beratungsprotokoll muss neben den vollständigen Angaben zu den empfohlenen Finanzprodukten außerdem aufführen, wer um das Gespräch gebeten hat. Zudem müssen die persönlichen und finanziellen Verhältnisse des Anlegers sowie seine Erfahrungen mit Geldanlagen festgehalten werden. Zudem muss der Berater ausführlich erläutern, warum er einem Anleger ein bestimmtes Produkt empfiehlt. Der Berater muss das Protokoll unterschreiben und dem Anleger vor dem Abschluss der Kapitalanlage aushändigen.


 

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