Ab 1.7.2009 gilt höhere Einlagensicherung

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Ab Juli gibt es höhere Sicherungsgrenzen für Bankkunden. Die Einlagensicherung wurde mehr als verdoppelt - und das EU-weit. Damit zieht die Europäischen Union Konsequenzen aus der Finanzkrise, die zu erheblichen Schieflagen im Welt-Bankensystem führte und zahlreiche Anleger und Sparer in den finanziellen Ruin trieb.

Sparguthaben sind ab 1.7.2009 bis zu einer Summe von 50.000 Euro durch den gesetzlichen Einlagensicherungsfonds geschützt. Die bisherige Selbstbeteiligung des Bankkunden von 10 % des Verlustes wurde abgeschafft.

Der Bundesrat verabschiedete am 12.6.2009 ein entsprechendes Gesetz, das Giro-, Tages- und Festgeldkonten, Sparbücher, Banksparpläne und Sparbriefe umfasst und auf neues EU-Recht zurückgreift. Bisher lag die gesetzlich vorgeschriebene Summe bei 20.000 Euro. Kunden waren mit zehn Prozent am Verlust beteiligt.

Bei Gemeinschaftskonten gilt die Grenze je Gläubiger, sodass jeder Gläubiger für seinen Anteil einen entsprechenden Entschädigungsanspruch hat.

Ab 1.1.2011 wird die Sicherungsuntergrenze auf 100.000 Euro erhöht und die Frist für die Auszahlung der gesicherten Einlagen auf 30 Tage verkürzt.

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt vorrangig private Anleger und kleinere Unternehmen. Eine Auflistung der vom Schutz ausgeschlossenen, zumeist institutionellen Anleger findet sich in § 3 Abs. 2 Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz.

Gesetzlich geschützt sind Guthaben auf Girokonten, Termin- und Spareinlagen sowie Namensschuldverschreibungen wie z. B. Sparbriefe. Anleihen und Zertifikate sind bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten gesetzlich nicht geschützt, wohl aber der Anspruch des Bankkunden auf Herausgabe der im Depot seiner pleite gegangenen Bank verwahrten Wertpapiere sowie auf Auszahlung von Verkaufserlösen bei Wertpapiergeschäften.

Geldtipp
Übersteigt Ihre Geldanlage die genannte Sicherungsgrenze, dann verteilen Sie Ihre Einlagen lieber auf mehrere Banken. Denn pro Bank besteht nur eine Sicherung in Höhe der genannten Mindestgrenze (zuzüglich etwaiger höherer Absicherung Ihrer Bank bei einem freiwilligen Einlagensicherungsfonds).

Die meisten Banken verfügen zusätzlich über eigene Sicherungssysteme in Millionenhöhe, um das Guthaben der Anleger zu schützen. Banken mit Geschäftssitz in Deutschland sind verpflichtet, ihre Einlagen durch Zugehörigkeit zu einer gesetzlichen Entschädigungseinrichtung zu sichern. Daneben existiert noch ein System freiwilliger Einlagensicherungsfonds verschiedener Bankengruppen mit höheren Absicherungen, wobei diese Sicherungsfonds im Falle eines Zusammenbruchs des Bankensystems vermutlich auch nicht alle Ersatzansprüche erfüllen können. Sparkassen, Landesbanken, Landesbausparkassen und Genossenschaftsbanken (Volks- und Raiffeisenbanken) sind von der Zugehörigkeitspflicht zu einer gesetzlichen Einlagensicherung befreit, solange sie einem verbandseigenen Stützungs- bzw. Garantiefonds angehören. Die deutschen Zweigstellen von ausländischen Banken gehören dem jeweiligen ausländischen Einlagensicherungssystem an..

Geldtipp
Sind Sie unsicher, ob eine Ihnen unbekannte Bank zumindest der gesetzlichen Einlagensicherung angehört, können Sie sich beim jeweiligen Bankenverband oder der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erkundigen. Üblicherweise finden Sie auch in den Geschäftsbedingungen der Banken Hinweise zur Einlagensicherung.

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