Worauf man beim Carsharing achten sollte

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(verpd) Über eine Million Bürger sind hierzulande bereits bei den rund 150 Carsharing-Anbietern registriert, so der Bundesverband Carsharing e.V. Wer jedoch als Kunde einen Schaden mit dem gemieteten Auto verursacht, muss je nach Vereinbarung einen hohen Schadenanteil aus der eigenen Tasche zahlen.

Es gibt jedoch Möglichkeiten, diesen Selbstbehalt so klein wie möglich zu halten. Wird man von einem anderen geschädigt, hilft ein entsprechender Versicherungsschutz, die eigenen Schadenersatz- und Schmerzensgeld-Forderungen durchzusetzen.

Carsharing, also das gemeinschaftliche und organisierte Nutzen von Autos, wird immer beliebter, wie Statistiken zeigen. Nach Angaben des Bundesverbands Carsharing e.V. waren vor zwei Jahren rund 453.000 Bürger hierzulande bei den Carsharing-Anbietern registriert. Letztes Jahr waren es bereits 757.000 und in diesem Jahr schon 1.040.000 Personen.

Besonders beliebt sind mit rund 660.000 Kunden die stationsunabhängigen Carsharing-Angebote. Hierbei können Carsharing-Kunden Autos des Anbieters, die irgendwo an einem öffentlichen Parkplatz oder am Straßenrand parken, mit dem Smartphone orten und reservieren. Doch auch bei den stationären Carsharing-Angeboten, hier gibt es im Gegensatz zu den stationsunabhängigen Angeboten feste Abhol- und Rückgabepunkte für die ausgeliehenen Pkws, wächst der Kundenstamm weiter.

Lieber einen Vollkaskoschutz wählen

Doch was, wenn man mit dem geliehenen Wagen einen Schaden verursacht? Der abgeschlossene Carsharing-Vertrag enthält automatisch auch eine Kfz-Versicherung, bestehend aus einer Kfz-Haftpflichtversicherung und optional einer Teil- oder Vollkaskoversicherung.

In der Teilkasko sind jedoch nur Schäden am Fahrzeug durch bestimmte Risiken, wie Beschädigungen durch Diebstahl, Brand, Hagel, Sturm, Überschwemmung sowie durch einen Unfall mit Haarwild oder Glasbruchschäden abgesichert.

Empfehlenswert ist daher die Vereinbarung einer Vollkaskoversicherung. Sie deckt neben den Teilkaskorisiken auch alle anderen Schäden am geliehenen Fahrzeug, die der Fahrer selbst fahrlässig verursacht hat, oder die durch einen Dritten, der nicht zum Schadenersatz herangezogen werden kann, beispielsweise weil dieser Fahrerflucht begangen hat, ab.

Kostenschutz

Schädigt man einen anderen, zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Carsharing-Anbieters für den Schaden.

Wurde der Leihwagen beschädigt, übernimmt eine vereinbarte Kaskoversicherung im Rahmen des vereinbarten Versicherungsumfangs zwar den Schaden, allerdings muss in der Regel ein gewisser Selbstbehalt vom Ausleihenden übernommen werden. Je nach Vertragsvereinbarung kann der Selbstbehalt beispielsweise bis zu 1.500 € betragen.

Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) bieten jedoch einige Carsharing-Betreiber auch Schutzpakete an, mit denen sich die Selbstbeteiligung beispielsweise auf die Hälfte der bisher vereinbarten Selbstbeteiligung reduzieren lässt.

Kontrolle erspart Ärger

Damit man nicht für die Schäden des Vorgängers haften muss, empfiehlt der GDV, das Auto vor dem Einsteigen auf sichtbare Schäden zu überprüfen.

Wer einen Schaden feststellt, sollte dies dann umgehend, also vor Fahrantritt, dem Carsharing-Betreiber melden. Dies fordern übrigens auch einige Carsharing-Anbieter grundsätzlich in ihren Vertragsbedingungen von ihren Kunden.

Wer selbst einen Schaden verursacht, sollte diesen auf jeden Fall dem Anbieter melden, um im Falle des Falles maximal „nur“ den vereinbarten Selbstbehalt übernehmen zu müssen und keine weiteren Schwierigkeiten zu bekommen.

Strengere Vertragsbedingungen als vom Gesetzgeber vorgeschrieben

Grundsätzlich ist es immer wichtig, sich die Bedingungen des Carsharing-Anbieters genau durchzulesen, da die Vereinbarungen oft strenger sind als es normalerweise der Gesetzgeber vorschreibt. Die meisten Carsharing-Betreiber fordern beispielsweise, dass der Kunde bei Fahrantritt keinerlei Alkohol getrunken hat (Null-Promille-Vereinbarung) und dass nicht im Auto geraucht werden darf.

Zudem ist in vielen Carsharing-Verträgen auch vereinbart, dass der Fahrer bei einem grob fahrlässig verursachten Kaskoschaden anteilig seines Verschuldens für den Schaden selbst aufkommen muss.

Dies wäre beispielsweise dann der Fall, wenn der ortskundige Fahrer über eine rote Ampel fährt und dadurch einen Unfall verursacht, bei dem der geliehene Wagen beschädigt wird. Im normalen Kfz-Vollkaskoschutz, den eine Privatperson für sein eigenes Auto abschließen kann, ist hingegen die grobe Fahrlässigkeit häufig mitversichert oder kann optional mitversichert werden. Im Gegensatz zu Carsharing-Kunden bleibt durch die Mitversicherung von grober Fahrlässigkeit der Kfz-Halter nicht auf seinem Schaden anteilig sitzen.

Eigenschutz

Grundsätzlich empfiehlt sich für Carsharing-Kunden, wie für alle anderen Autofahrer auch, eine Verkehrsrechtschutz-Versicherung. In einer solchen Police ist der Versicherungsnehmer unter anderem als Fahrer – auch von fremden Fahrzeugen, wie beim Carsharing – sowie als Fußgänger, Radfahrer und Fahrgast bei Streitigkeiten rund um den Straßenverkehr abgesichert.

Übernommen werden im Versicherungsfall beispielsweise die Anwalts- und Gerichtskosten, um eigene Schadenersatz- und Schmerzensgeldansprüche nach einem Kfz-Unfall geltend zu machen.

Auch die Verteidigung in einem Strafverfahren, beispielsweise weil der Versicherte beschuldigt wird, durch einen von ihm fahrlässig verursachten Unfall eine andere Person verletzt zu haben, sind in der Regel versichert.

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