Wo deutsche Urlauber die meisten Verkehrsunfälle haben

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(verpd) Letztes Jahr haben deutsche Autofahrer mit 32.000 Unfällen deutlich mehr aus dem Ausland gemeldet als im Vorjahr. Aus Italien und Frankreich wurden die meisten Unfälle gemeldet. Wer ins Ausland fährt, sollte laut Verkehrsexperten unbedingt bestimmte Formulare wie die Grüne Karte und einen europäischen Unfallbericht mit sich führen.

Hilfe beim Unfall im Ausland oder wenn das gegnerische Kfz nicht in Deutschland zugelassen ist, bietet der von der GDV Dienstleistungs-GmbH (GDV DL) betriebene Zentralruf der Autoversicherer unter der Hotline 0800 2502600 für Inlands- und unter +4940 300330300 für Auslandsanrufe an. Hier kann die zuständige Kfz-Versicherung eines in- oder ausländischen Unfallverursachers für die Schadenabwicklung erfragt werden.

Vor Kurzem hat der GDV DL eine aktuelle Statistik veröffentlicht, die zeigt, dass im vergangenen Jahr die Zahl der aus dem Ausland gemeldeten Unfälle beim Zentralruf der Autoversicherer kräftig angestiegen ist – und zwar um gut neun Prozent beziehungsweise 2.700 Unfälle. Insgesamt wurden 2016 über 32.384 Auslandsunfälle, bei denen ein in Deutschland zugelassenes Kfz und ein Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen beteiligt waren, gemeldet. Erstmals wurde damit die Marke von 30.000 Meldungen derartiger Auslandsunfälle übertroffen. Insgesamt war es der dritte Anstieg in Folge.

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Die meisten Auslandsunfälle in Italien und Frankreich

Spitzenreiter ist zum dritten Mal in Folge Italien, von wo aus im vergangenen Jahr mit über 5.500 Crashs mehr als jeder sechste Unfall gemeldet wurde. Dahinter folgen Frankreich mit rund 5.000, die Niederlande mit knapp 4.200 und Österreich mit rund 3.500 Auslandsunfällen. Danach folgen Polen mit 2.576, Belgien mit 1.528, Spanien mit 1.398, Schweiz mit 1.121, Kroatien mit 1.068, Tschechien mit 998, Großbritannien mit 923 und Ungarn mit 690 Unfallschadenmeldungen aus dem Ausland beim Zentralruf der Autoversicherer.

Während in Österreich im Vergleich zu 2015 ein Plus von 16 Prozent zu verzeichnen war, ging es in Italien um zehn und in den Niederlanden um sechs Prozent aufwärts. Noch größer war der Anstieg mit einem Plus von fast 24 Prozent in Spanien und um 21 Prozent in der Schweiz. Leicht rückläufig waren die Meldungen nur aus Belgien und Großbritannien.

Auf Vierjahressicht gab es in allen einzeln aufgeführten Ländern eine zum Teil deutliche Zunahme. Lediglich in Belgien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich lag der Zuwachs nur im einstelligen Prozentbereich. In Kroatien betrug die Steigerungsrate mehr als die Hälfte, in den Niederlanden sowie in Ungarn jeweils über ein Drittel und in Polen über ein Viertel.

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Hauptunfallzeit: Sommerferien-Monate

Besonders unfallträchtig sind die Sommerferien-Monate, so der GDV-DL-Geschäftsführer Dr. Jens Bartenwerfer. Auf die Monate Juni bis September entfiel im vergangenen Jahr fast die Hälfte der gemeldeten Auslandsunfälle. Allein im August waren es 5.405, im September immerhin noch 4.268 Unfälle. "Angesichts dieser Zahlen haben wir die dringende Empfehlung an alle Autofahrer: Stellen Sie rechtzeitig vor der Urlaubsreise alle Unterlagen griffbereit zusammen, die Sie für den Fall des Falles benötigen", rät Dr. Bartenwerfer.

Hierzu zählt der GDV-DL-Geschäftsführer insbesondere bei Reisen ins Ausland unter anderem den Europäischen Unfallbericht sowie die Grüne Karte, die beim eigenen Kfz-Versicherer erhältlich ist. Die Grüne Karte ist laut GDV-DL in den Ländern der Europäischen Union zwar nicht mehr vorgeschrieben, eine Mitnahme bleibt jedoch sinnvoll. Verlangt wird die Grüne Karte bei Fahrten in folgende Länder: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Iran, Israel, Marokko, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Russland, Serbien, Türkei, Tunesien, Ukraine und Weißrussland.

Auch die Nummer des Zentralrufs der Autoversicherer sollte notiert oder im Mobiltelefon gespeichert werden. Der Zentralruf ist aus dem Ausland wochentags zwischen acht und 20 Uhr unter +4940 300330300 zu erreichen. Alternativ kann bei Unfällen im Ausland auch die Online-Auskunft des Zentralrufs (www.gdv-dl.de) genutzt werden. "Wichtig ist es natürlich ebenfalls, die europaweit einheitliche Notrufnummer 112 präsent oder noch besser gespeichert zu haben", wie Dr. Bartenwerfer betont.

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