So sicher fühlen sich die Deutschen im Straßenverkehr

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(verpd) In einer repräsentativen Umfrage haben die Unfallforscher der Versicherer das Verkehrsklima in Deutschland untersucht. Die wahrgenommene Verkehrssicherheit beurteilen 23 Prozent der Befragten als sehr hoch. Bei der Umfrage aus dem Jahr 2010 war der Anteil nicht einmal halb so groß. Besonders die Nutzung von Handy und Co. während der Fahrt sehen die meisten Autofahrer als riskant an. Beim Thema aggressives Verhalten im Straßenverkehr weisen die Eigen- und Fremdwahrnehmung eine deutliche Diskrepanz auf.

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat im Rahmen der Befragung „Verkehrsklima 2016“ die Einstellungen der Bundesbürger zu vielen Fragen der Verkehrssicherheit erhoben. Dazu wurden 2.061 repräsentativ ausgewählte Personen im Alter zwischen 18 und 93 Jahren befragt. Insgesamt fühlten sich 62 Prozent der Befragten sicher bis sehr sicher im Straßenverkehr. In der vorangegangenen Studie aus dem Jahr 2010 waren es nur 53 Prozent.

Bemerkenswert ist laut UDV-Leiter Siegfried Brockmann, dass das sehr sichere Gefühl im Straßenverkehr gerade bei Frauen signifikant von sieben Prozent im Jahr 2010 auf jetzt 20 Prozent zugenommen hat. Bei den Männern stieg diese Quote von 15 auf 26 Prozent. Nur drei Prozent der Befragten gaben aktuell an, das sie sich gar nicht sicher im Verkehr fühlen. Bei der Umfrage vor sechs Jahren waren es allerdings nur zwei Prozent.

Handynutzung während der Autofahrt wird als gefährlich angesehen

Von den befragten 1.874 Autofahrern gaben 90 Prozent an, dass es sehr risikoreich sei, während der Fahrt im Internet zu surfen. Diese Einschätzung hatten auch knapp drei Viertel in Bezug auf das Lesen und Schreiben von SMS und E-Mails. Auch das Telefonieren ohne Freisprechanlage halten heute 61 Prozent für sehr risikoreich, 2010 waren es noch 55 Prozent. Als gar nicht oder nur wenig risikoreich sehen heute 50 Prozent der Befragten das Telefonieren mit Freisprechanlage. Bei der Vorläuferbefragung waren es 43 Prozent.

Auf die Frage nach der Häufigkeit der Handynutzung kam ein Ergebnis zustande, dessen Wertgehalt Brockmann stark anzweifelte. Nur 20 Prozent der Autofahrer räumten ein, selten bis oft ohne Freisprechanlage zu telefonieren. Dass sie auch SMS oder E-Mail lesen, gaben immerhin 27 Prozent der befragten Autofahrer zu.

Prinzipiell zeigen diverse Studien, dass Kfz-Fahrer, die während der Fahrt verbotenerweise ihr Smartphone in die Hand nehmen, um zu telefonieren oder sonstige Funktionen zu nutzen, vom Fahren abgelenkt werden und ein hohes Unfallrisiko eingehen. Und selbst die erlaubte Nutzung von Radio, Bordcomputer, Navigationsgerät oder auch Freisprecheinrichtung birgt laut einer UDV-Studie ein erhöhtes Ablenkungs- und somit Unfallpotenzial.

Strafen beeindrucken aggressive Menschen im Verkehr nicht

Gefragt wurde auch nach der Aggressivität der deutschen Autofahrer. Dabei gaben 56 Prozent der befragten männlichen Pkw-Nutzer an, sich nicht aggressiv im Straßenverkehr zu bewegen. Unter den Frauen glauben dies sogar 61 Prozent. Die Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen räumte mit 58 Prozent noch am ehestens ein, „mindestens manchmal aggressiv“ zu fahren.

Dass die Selbst- und Fremdwahrnehmung dabei auseinandergehen, belegen folgende Ergebnisse: Fast alle, nämlich 98 Prozent der Pkw-Fahrer gaben an, bereits beobachtet zu haben, dass ein anderer Verkehrsteilnehmer zu dicht vor einem anderen Fahrzeug eingeschert ist. Doch nur 21 Prozent gaben an, manchmal selbst vor einem Auto so dicht einzuscheren, dass ein anderer abbremsen muss.

47 Prozent räumten ein, viel schneller zu fahren, wenn sie sich ärgern. Fast jeder Fünfte erklärte, sich richtig gut zu fühlen, wenn er auf Landstraßen zu schnell fährt und möglichst viele Autos überholt. 30 Prozent gaben zu, schon einmal kurz auf die Bremse zu gehen, wenn ein anderer drängelt, um ihn zu ärgern. Jeder vierte befragte Autofahrer gibt laut eigener Aussage sogar manchmal Gas, wenn ihn ein anderer überholt. Grundsätzlich sollte nach Verkehrsexperten jedoch jeder Verkehrsteilnehmer ein solches aggressives Verhalten unterlassen, da dies das Unfallrisiko in erheblichem Maße erhöht.

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