Sicher Auto fahren – auch im Alter

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(verpd) Alles ändert sich – auch beim Autofahren. So gibt es fast jedes Jahr neue oder geänderte Verkehrsregeln. Zudem sind immer mehr sicherheits- und komfortrelevante Techniken in neuen Autos zu finden. Doch auch der Mensch selbst ändert sich: Je älter ein Autofahrer wird, desto mehr Fahrerfahrung sammelt er. Allerdings lassen auch bestimmte körperliche Fähigkeiten – von der Beweglichkeit bis zur Sehkraft –, die für das sichere Autofahren notwendig sind, allmählich nach. Mit Vorsorge, Kontrolle und diversen Präventionsmaßnahmen kann jedoch jeder Autofahrer selbst dafür sorgen, dass er bis ins hohe Alter im Straßenverkehr sicher unterwegs ist.

Immer wieder gibt es öffentliche Diskussionen, ob gesetzliche Pflichttests eingeführt werden sollen, bei denen ältere Fahrer ihre Fahrtüchtigkeit nachweisen müssen. Denn zahlreiche altersbedingte Leiden wie das Nachlassen des Seh-, Hör- und/oder Reaktionsvermögens und die Abnahme der körperlichen Beweglichkeit erhöhen das Risiko, dass der Betreffende einen Verkehrsunfall verursacht.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR) rät daher jedem, sich freiwillig ab einem gewissen Alter, oder wenn Anzeichen bestehen, dass eine Fahrunsicherheit vorhanden sein könnte, einem Gesundheitscheck zu unterziehen. Der DVR bietet zwar einen kostenlos online durchzuführenden Selbsttest an, der eine erste Einschätzung gibt, ob man noch fit genug zum Autofahren ist, doch dies ersetzt nicht einen professionellen Gesundheitscheck beim Arzt.

Regelmäßige Kontrolle ist wichtig

So sollten laut DVR Autofahrer ab dem 40. Lebensjahr mindestens einmal Jährlich einen Sehtest durchführen lassen. Ab 60-Jährigen empfehlen die DVR-Experten, alle zwei Jahre an einem Hörtest und einer Kontrolle ihrer Aufmerksamkeit und Reaktions-Geschwindigkeit teilzunehmen. Eine festgestellte Seh- oder Hörschwäche lässt sich meist mit einfachen Mitteln wie einer Brille oder einem Hörgerät schnell beheben. Der Betroffene kann dann wieder bedenkenlos ein Auto fahren.

Typische Symptome für eine einsetzende Sehschwäche sind unter anderem auftretende Kopfschmerzen, rote, trockene oder tränende Augen bei längeren Fahrten, oder eine erhöhte Lichtempfindlichkeit bei Nachtfahrten durch Straßenlaternen oder entgegenkommende Fahrzeuge. Treten vor dem 40. Lebensjahr oder neben den bereits durchgeführten regelmäßigen jährlichen Sehkontrollen solche Anzeichen auf, sollte man zeitnah den Augenarzt konsolidieren.

Bei einem Sehtest beim Augenarzt sollten nicht nur die Sehschärfe, sondern auch das Gesichtsfeld, das Dämmerungssehen, die Blendempfindlichkeit, das Farbensehen, das räumliche Sehen und das Kontrastsehen überprüft werden. Hintergrund-Informationen zum Thema „Gutes Sehen im Straßenverkehr“ gibt es in der gleichnamigen, kostenlos herunterladbaren Broschüre des Kuratoriums Gutes Sehen e.V. (KGS).

Hörprobleme?

Auch eine beginnende Schwerhörigkeit lässt sich bereits im Anfangsstadium erkennen. Laut dem Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. überhören Betroffene immer häufiger Naturgeräusche wie Blätterrauschen oder Vogelgezwitscher sowie Haushaltsgeräusche, zum Beispiel das Ticken des Weckers oder die Tür- oder Telefonklingel.

Zudem fragen Personen mit beginnenden Hörproblemen häufiger nach, weil sie den Gesprächspartner nicht verstehen, oder sie haben Schwierigkeiten im Restaurant oder anderen öffentlichen Plätzen mit Umgebungslärm einer Unterhaltung in normaler Lautstärke zu folgen. Ein typisches Anzeichen ist auch, wenn man die Lautstärke am Fernseher oder Radio immer höher einstellen muss, um etwas zu verstehen.

Angehörige, die darüber besorgt sind, dass jemand nicht mehr in der Lage ist, ein Auto sicher zu steuern, finden in der herunterladbaren Broschüre „Sicher mobil im Alter“ des DVR unter anderem Tipps für einen Gesprächsleitfaden, der aufzeigt, wie man das Thema anspricht. Der DVR gibt zudem online Tipps, wie Angehörige Senioren beim sicheren Fahren unterstützen können.

Sicherheitstrainings und Seminare

Übrigens: Selbst bei jüngeren Kfz-Fahrern kann die Fahrtüchtigkeit durch chronische, wiederkehrende oder auch durch noch unbemerkte Krankheiten wie Grünen oder Grauen Star, Diabetes, Bluthochdruck oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie durch Medikamenteneinnahme beeinträchtigt sein. Klarheit können freiwillige Gesundheitschecks beim Hausarzt bringen, so der DVR. Jeder, der sich seiner Fahrtüchtigkeit nicht sicher ist, sollte sich also vertrauensvoll an einen Arzt wenden.

Weitere Informationen zum Thema Fahrtüchtigkeit von Senioren sind im Webauftritt des DVR sowie in den herunterladbaren Broschüren „Fit und Auto-mobil“ sowie „ABC der Mobilität“ abrufbar. Unter anderem gibt es auch spezielle Seminare und Sicherheitstrainings für Ältere. Der DVR etwa hat unter anderem mit „SHT sicher mobil“ ein Sicherheitstraining entwickelt, das die Fahrfertigkeiten, die im Alter nachlassen können, besonders trainiert, eine realistische Selbsteinschätzung fördert und neue Verkehrsregelungen vermittelt.

Auch Fahrschulen bieten laut DVR Fahrstunden für Senioren, die selbst überprüfen wollen, wie gut sie noch Auto fahren und ob sie alle aktuellen Verkehrsregeln kennen, an. Zudem offerieren einige Automobilclubs entsprechende Tests und Checks, beispielsweise der ADAC mit dem „FahrFitnessCheck“ oder der ACE mit Fahrsicherheits-Trainings für Senioren. Informationen, wie man als Verkehrsteilnehmer auch mit steigendem Alter fit bleibt, bietet auch die Deutsche Verkehrswacht in speziellen Veranstaltungen.

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