Ohne Warnweste kann es teuer werden

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(verpd) Seit dem 1.7.2014 muss in Deutschland auch in privat genutzten Fahrzeugen eine Warnweste für den Fahrer mitgeführt und im Ernstfall (Panne, Unfall) auch übergezogen werden. Dies ist mehr als jedem fünften Autofahrer nicht bekannt, wie eine Umfrage der GDV-Dienstleistungs-GmbH, einem Tochterunternehmen des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), zeigt. Bei Verstößen droht eine Geldbuße von 15 €, in europäischen Nachbarländern sogar von bis zu fast 1.400 €.

Vor Kurzem trat die Warnwestenpflicht für alle in Deutschland zugelassene Personenkraftwagen, Lastkraftwagen, Zug- und Sattelzugmaschinen sowie Kraftomnibusse in Kraft. Pro Fahrzeug muss eine Warnweste für den Fahrer vorhanden sein. Nach Verkehrsexperten sollte sie insbesondere getragen werden, wenn man das Fahrzeug beispielsweise aufgrund einer Panne oder eines Unfalles auf öffentlichen Straßen verlässt. Ist die Weste nicht an Bord, kann ein Bußgeld von 15 € verhängt werden.

So muss die Warnweste aussehen

Die Warnwesten müssen der Europäischen Norm EN ISO 20471:2013 entsprechen. Diese Vorschrift fordert eine 360-Grad-Sichtbarkeit durch umlaufende, mindestens fünf Zentimeter breite reflektierende Streifen. Außerdem ist ein fluoreszierendes Material in Gelb, Orange oder Rot-Orange vorgeschrieben.

Ausnahmen bestehen laut Paragraf 53a StVZO (Straßenverkehrs-Zulassungsordnung) lediglich für Krankenfahrstühle, Krafträder und einachsige Zug- oder Arbeitsmaschinen.

Für Dienst- und Firmenfahrzeuge gilt bereits seit Anfang der 1990er-Jahre eine Warnwestenpflicht.

Nicht alle wissen Bescheid

Die neue Vorschrift ist allerdings noch längst nicht in allen Köpfen verankert, wie eine Ende Juni per Telefonumfrage unter 860 zufällig ausgewählten Anrufern durchgeführte Umfrage der GDV Dienstleistungs-GmbH & Co. KG (GDV DL) zeigt.

Denn mit gut 22 Prozent wusste mehr als jeder fünfte Befragte nicht, dass in Kürze eine solche Weste im Auto mitzuführen ist oder hatte noch gar nichts von der neuen Pflicht gehört.

Dennoch führen 85,4 Prozent der Umfrageteilnehmer eine Warnweste mit sich. Immerhin gut jeder zehnte Autofahrer ist noch immer ohne Weste im Fahrzeug unterwegs, der Rest war sich nicht sicher.

Auch für Mitfahrer sinnvoll

Weiteres Ergebnis: Knapp jeder zweite Befragte führt nur eine Warnweste mit sich, sodass sich eventuelle Mitfahrer im Notfall nicht besser sichtbar machen können. Dies ist hierzulande zwar auch nicht vorgeschrieben und wird auch nicht mit einem Bußgeld sanktioniert. Allerdings ist die Sichtbarkeit mit Warnweste bei Dämmerlicht (erkennbar in 150 Meter Entfernung) fast doppelt so groß wie ohne (80 Meter).

Die Warnweste sollte nicht im Kofferraum oder gar in der Dachgepäckbox, sondern im Innenraum des Fahrzeugs in Griffweite und vor Sonneneinstrahlung geschützt – beispielsweise unter dem Sitz oder im Handschuhfach – aufbewahrt werden, so der Tipp von Verkehrssicherheits-Experten.

Fahrzeuginsassen sollten sich zum Beispiel bei einer Panne laut GDV-DL-Sprecherin Birgit Luge-Ehrhardt am besten folgendermaßen verhalten: möglichst in der Nähe einer Notrufsäule anhalten, Warnblinkanlage an, Warnweste überziehen, raus dem Fahrzeug, Warndreieck in mindestens 100 Meter Entfernung aufstellen, über die Notrufsäule um Hilfe bitten und hinter der Leitplanke warten.

In Nachbarländern strengere Vorschriften und Sanktionen

Autofahrer sollten zudem beachten, dass in vielen europäischen Nachbarländern ebenfalls eine Warnwestenpflicht besteht. In einigen Ländern gilt nicht nur eine Mitführ-, sondern auch eine Tragepflicht bei Unfällen und Pannen. Zudem kann auch vorgeschrieben sein, dass für alle im Fahrzeug vorhandenen Personen oder auch Sitzplätze je eine Warnweste mitgeführt werden muss. Außerdem werden Verstöße mitunter deutlich drastischer sanktioniert als hierzulande.

Gesetzlich vorgeschrieben ist das Mitführen und/oder Tragen von Warnwesten beispielsweise in Belgien, Bulgarien, Frankreich, Italien, Kroatien, Luxemburg, Montenegro, Österreich, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Serbien, Spanien, Tschechien und Ungarn.

Bei einem Verstoß droht beispielsweise in Spanien eine Geldbuße bis zu 90 €, in Portugal und Ungarn bis zu 120 € und in Belgien sogar bis zu 1.375 €. Wie die Regelungen in den einzelnen Ländern aussehen, kann im Webauftritt der Landesverkehrswacht Niedersachsen entnommen werden.

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