Beim Parken ist eine besondere Umsicht gefragt

 - 

(verpd) Wer in einer engen Straße gegenüber einer Garageneinfahrt parkt, muss dafür Sorge tragen, dass den Nutzern der Garage(n) genügend Platz zum Rangieren bleibt. Im Fall eines Unfalls trifft ihn andernfalls ein Mitverschulden. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Hagen hervor (10 C 283/14).

Ein Mann hatte seinen 1,84 Meter breiten Transporter auf einer nur fünf Meter breiten Straße genau gegenüber einem Garagenhof geparkt. Als eine Frau, die in einer auf dem Garagenhof befindlichen Garage stand, versuchte, mit ihrem Personenkraftwagen rückwärts von dem Garagengelände zu fahren, stieß sie gegen den Transporter.

Der dadurch am Transporter entstandene Schaden in Höhe von rund 1.350 € wurde von dem Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherer des Fahrzeugs der Pkw-Besitzerin mit einer Quote von 75 Prozent reguliert. Für den Rest des Schadens, also für 25 Prozent, muss nach Meinung des Kfz-Versicherers der Halter des Transporters selbst aufkommen, denn ihn treffe wegen seines verbotswidrigen Parkens gegenüber der Einfahrt ein Mitverschulden.

Mitverschulden?

Zu Recht, urteilte das Hagener Amtsgericht. Es wies die Klage des Halters des Transporters auf einen vollen Ausgleich des ihm entstandenen Schadens als unbegründet zurück. Nach Ansicht des Gerichts hätte der Kläger den Unfall verhindern können, wenn er nicht genau gegenüber der Einfahrt geparkt hätte. Denn ein gefahrloses Ausparken war der Beklagten nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme nur möglich, wenn sie eine Rangiermöglichkeit über die Freifläche vor anderen Garagen gehabt hätte.

Beim Parken gegenüber einer Hofeinfahrt oder Garagenzufahrt ist jedoch vom Fahrer des parkenden Kraftfahrzeuges zu berücksichtigen, dass wegen anderer auf dem Gelände parkender Fahrzeuge nicht stets die gesamte Ausfahrtbreite genutzt werden kann, um dort abgestellte Fahrzeuge gefahrlos herausfahren zu können, so das Gericht.

Unzumutbare Begrenzung

Der Kläger hätte folglich erkennen können und müssen, dass er durch sein Parkmanöver mit seinem Fahrzeug die Rangiermöglichkeit vom Hof fahrender Fahrzeuge zu weit einschränkte und das Ausparken somit in unzumutbarer Weise begrenzte.

Unter Abwägung der beiderseitigen Verschuldens- und Betriebsgefahren-Anteile ergibt sich nach Auffassung des Gerichts somit eine Mithaftung des Klägers von 25 Prozent. Da der Versicherer der Beklagten vorprozessual zu dem gleichen Ergebnis gekommen war, steht dem Kläger keine weitere Entschädigung zu. Das Gericht sah keine Veranlassung, eine Berufung gegen die Entscheidung zuzulassen.

Weitere News zum Thema

  • Unbewusst zu schnell gefahren

    [] (verpd) Wird ein einseitig aufgestelltes Verkehrszeichen – möglicherweise in Folge einer zeitweiligen Verdeckung durch einen Lastkraftwagen – übersehen, so kann es sich um ein sogenanntes Augenblicksversagen handeln. Selbst im Fall einer erheblichen Geschwindigkeits-Überschreitung kann unter Umständen keine Verhängung eines Fahrverbots gerechtfertigt sein. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Potsdam hervor (Az. 88 OWi 4131 Js 34510/16 (590/16)). mehr

  • Streit um das Parken auf schmalen Straßen

    [] (verpd) Die in der Straßenverkehrsordnung enthaltene Vorschrift, dass das Parken gegenüber Grundstückseinfahrten und Ausfahrten auf schmalen Fahrbahnen verboten ist, ist teilweise unwirksam. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg hervor (Az. 5 S 1044/15). mehr

  • Sicher unterwegs mit dem Vierbeiner im Auto

    [] (verpd) Ein mittelgroßer Hund mit 20 Kilogramm Gewicht entwickelt ungesichert bei einem Aufprall mit 50 Stundenkilometern eine Wucht von bis zum 30-Fachen seines Körpergewichts, also 600 Kilogramm. Das ist lebensgefährlich für die Insassen und den Hund. Deshalb schreibt der Gesetzgeber vor, dass Tiere im Auto entsprechend gesichert werden müssen. Anderenfalls drohen ein Bußgeld und sogar Punkte im Flensburger Fahreignungsregister. mehr

  • Ärger vermeiden beim Gebrauchtwagenkauf

    [] (verpd) Wer sich einen Gebrauchtwagen kauft, sollte sich nicht allzu sehr von Emotionen leiten lassen. Denn auch, wenn ein infrage kommender Wagen optisch gut aussieht sowie die gewünschte Ausstattung und Motorisierung hat, garantiert das noch lange keinen dauerhaften Fahrspaß. Denn viele Mängel und Schaden erkennt man nicht auf den ersten Blick. Eine Checkliste hilft beim Überprüfen des Fahrzeugs, um teure Überraschungen zu vermeiden. mehr

  • Wenn der Hund mit in den Urlaub fährt

    [] (verpd) Vieles, was für eine problemlose Reise notwendig ist, wenn man einen Hund dabeihat, wie zum Beispiel bestimmte vorgeschriebene Papiere, notwendige Impfungen und auch ein tiergerechtes Reisedomizil, lässt sich häufig nicht in letzter Minute regeln. Daher sollte man sich je nach Reiseland mindestens zwei oder mehr Monate vor der Reise um die entsprechenden Formalitäten und Impfungen kümmern. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.