Wie Sie Vorsorgeaufwendungen 2011 besser steuermindernd absetzen können

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Seit dem 1.1.2010 können Sie Ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung weitgehend steuerlich absetzen. Die Grundlage dafür liefert das "Bürgerentlastungsgesetz". Aus dem Gesetz ergeben sich Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger i.H.v. 9,5 Mrd. Euro.

Durch die Neuregelung werden insbesondere diejenigen Steuerpflichtigen entlastet, die hohe Beiträge für eine Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung zahlen müssen. Die "Basiskrankenversicherung" umfasst alle gesetzlichen Leistungen ohne das Krankengeld. Deshalb werden die Beiträge um vier Prozent für das Krankengeld gekürzt. Begünstigt sind vor allem Steuerpflichtige, die ihre Kinder gesondert versichern müssen, weil die Kinder zu viel verdienen oder privat versichert sind.

Wer profitiert von der Neuregelung?

Das Entlastungsvolumen von 9,5 Mrd. Euro entfällt größtenteils auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch Beamte und Selbständige werden entlastet:

  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 7,3 Mrd. Euro Entlastung,
  • Beamte 0,58 Mrd. Euro Entlastung,
  • Selbstständige 1,6 Mrd. Euro Entlastung.

Höchstbetragsregelungen aufgehoben

Ab 2010 werden alle Beiträge des Steuerpflichtigen für sich oder eine ihm gegenüber unterhaltsberechtigte Person (z.B. seinen Ehegatten sowie seine Kinder) zu einer Basiskranken- und Pflege-Pflichtversicherung berücksichtigt. Einen Höchstbetrag gibt es nicht mehr, sodass alle vom Steuerpflichtigen tatsächlich aufgewandten Beiträge als Sonderausgaben angesetzt werden können.
Berücksichtigt werden auch Beiträge, die der Steuerpflichtige als Versicherungsnehmer für die Absicherung seines eingetragenen Lebenspartners leistet.

Zusätzlich wird der Rahmen der steuerlich abziehbaren Unterhaltsleistungen eines Unterhaltsverpflichteten um die Beiträge erhöht, die für die Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung des Unterhaltsempfängers aufgewandt werden. Das betrifft die Fälle, in denen der Unterhaltsberechtigte selbst Versicherungsnehmer ist und vom Unterhaltsverpflichteten Geld für die Finanzierung seiner Basiskranken- oder Pflegepflichtversicherung erhält. Das gilt z.B. für Unterhaltszahlungen eines Steuerpflichtigen an seinen dauernd getrennt lebenden oder geschiedenen Ehepartner im Rahmen des "begrenzten Realsplittings" (Höchstbetrag bisher 13.805 Euro) oder im Rahmen des Abzugs als außergewöhnliche Belastung in besonderen Fällen (Höchstbetrag bisher 7.680 Euro). Letzteres gilt auch für Unterhaltsverpflichtungen gegenüber anderen Unterhaltsberechtigten, z.B. Leistungen an den nichtehelichen Elternteil eines gemeinsamen Kindes oder an die Eltern.

Welche Beiträge werden berücksichtigt?

Als Sonderausgaben können nur die vom Steuerpflichtigen tatsächlich geleisteten Beiträge für eine Basiskrankenversicherung berücksichtigt werden. Hat der Steuerpflichtige einen Selbstbehalt vereinbart und fallen entsprechende Krankheitskosten an, für die kein Anspruch auf eine Versicherungserstattung besteht, dann kann er diese Aufwendungen im Rahmen der Einkommensteuererklärung nur als außergewöhnliche Belastungen geltend machen.

Tipp
Im Rahmen des Selbstbehalts gezahlte Krankheitskosten sind zwar als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig, doch meist wird die für diese Kosten geltende zumutbare Belastung nicht überschritten. Dann bringen Krankheitskosten für Sie keine Steuerersparnis. Privatversicherte müssen Selbstbehaltvereinbarungen deshalb sorgfältig prüfen.

Im Rahmen des Sonderausgabenabzugs werden alle Beiträge für eine Basiskrankenversicherung angesetzt. Hierzu gehört auch ein ggf. von der gesetzlichen Krankenversicherung vom Steuerpflichtigen erhobener Zusatzbeitrag.

Tipp
Haben Sie Zusatzbeiträge an Ihre Krankenkasse gezahlt, sollten Sie in der Anlage Vorsorgeaufwand diese unbedingt in das dafür vorgesehene Eingabefeld in Zeile 13 bzw. Zeile 19 eintragen, damit das Finanzamt keine Kürzung um 4% für das Krankengeld vornimmt.

In voller Höhe abzugsfähig sind auf jeden Fall die gezahlten Beiträge für eine Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung, auch wenn diese über den Höchstbeträgen liegen. Die Höchstbeträge für sonstige Vorsorgeaufwendungen wurden zum 1.1.2010 um 400 Euro auf 1.900 Euro bzw. 2.800 Euro erhöht. Bei Verheirateten betragen die Höchstbeträge 3.800 Euro bzw. maximal 5.600 Euro.

Weitere Vorsorgeaufwendungen

Die Höchstbeträge stehen primär für diese begünstigten Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zur Verfügung. Wer mit seinen Beiträgen zur Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung unter den Höchstbeträgen liegt, kann bis in Höhe des Differenzbetrags noch weitere sonstigen Vorsorgeaufwendungen geltend machen. Dazu zählen vor allem Beiträge zu Haftpflicht-, Unfall-, Arbeitslosen-, Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen sowie die nicht begünstigten Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen.

Beispiel: Herr Kuntz und Herr Vogt sind beide ledig und zahlen jeweils 700 Euro Beitrag für Haftpflichtversicherungen.
Herr Kuntz ist gut verdienender Angestellter und zahlt begünstigte Beiträge in Höhe von 3.700 Euro an die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Für das Jahr 2010 kann Herr Kuntz 3.700 Euro als sonstige Vorsorgeaufwendungen absetzen. Darüber hinaus sind keine weiteren sonstigen Vorsorgeaufwendungen absetzbar, da er den Höchstbetrag für sonstige Vorsorgeaufwendungen von 1.900 Euro bereits überschritten hat.
Herr Vogt verdient weniger und zahlt Beiträge von 1.600 Euro an die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Herr Vogt kann insgesamt bis zu 1.900 Euro als sonstige Vorsorgeaufwendungen geltend machen. Neben den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung kann er also noch weitere 300 Euro seiner Haftpflichtversicherungsbeiträge steuerlich absetzen.

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